Klettersteige Rigidalstock & Zittergrat


Publiziert von Bombo , 20. November 2011 um 22:12.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:20 November 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Brunnihütte - Rigidalstock - Zittergrat - Brunnihütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Engelberg - Talstation Brunni-Seilbahn (kostenpflichtige Parkplätze CHF 5.00 pro Ausfahrt), anschliessend mit Seilbahn und Sessellift hoch zur Brunnihütte (CHF 27.00 retour mit Halbtax). Weitere Infos hier.
Unterkunftmöglichkeiten:Brunnihütte SAC
Kartennummer:LK 1:25'000, Bl 1191 "Engelberg"

Genuss-Klettersteigen am Rigidalstock / wenig Zittern am Zittergrat


Der Bericht von Freeman weckte in mir das Gefühl, dass auch ich mal wieder an die Eisen sollte. Dazu kam noch die von ihm ausgewählte perfekt zum Herbst passende Süd-Exposition, welche bei den hiesigen Sonnenstunden absoluten Genuss versprechen sollte. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön, Päde!

Mit der Seilbahn fuhr ich von Engelberg nach Ristis 1601m und mit dem Sessellift gleich weiter hoch zur Brunnihütte 1860m (CHF 27.00 retour mit Halbtax). Dort gab's für mich erst einmal eine gute Kaffeepause mit selbstgemachter Zwetschgenwähe, sodass ich meinen Startzeitpunkt auf 11.00 Uhr festlegte (Foto-Uhrzeit ist noch immer auf Sommerzeit eingestellt!). Hier bei der Brunnihütte hat man gleich 3 Klettersteige zur Wahl: den Rigidalstock, den Zittergrat sowie das Brunnistöckli. Letzteres sah schon optisch ein wenig gar "einfach" und fantasielos aus, weshalb ich mich auf den Rigidalstock sowie den Zittergrat konzentrierte. Da aber der Zittergrat, welcher die Westwand (wändchen...) des Brunnistöckli durchsteigt, um diese Uhrzeit noch im kalten Schatten liegt, stieg ich somit zuerst über den blauweiss-Wanderweg hoch zum gut markierten Einstieg des Rigidalstock. 

Da der Klettersteig als einfach gilt, wollte ich schauen, wie weit ich komme, ohne zu sichern, weshalb ich von Beginn weg ziemlich Tempo machen konnte. Relativ weit oben gab's ein kleines Wändchen, wo ich einmal gesichert habe, da der dortige Fels - wie übrigens auf der gesamten Route wie auch am Zittergrat - massiv abgespeckt ist. So stand ich dann auch bereits schon nach 25 Minuten beim Gipfelkreuz des Rigidalstock 2593m, wo ich eine sympathische Bekanntschaft mit zwei Ruswiler Klettersteiglern machen durfte (danke für den angebotenen Kaffee!). 

Die Temperaturen und die Gipfelruhe waren perfekt, sodass nun ein ausgiebiges Sonnentanken angesagt war. Steinböcke liessen sich auch noch blicken und ein Gleitschirmpilot mit schöner Thermik im Schirm flog sehr nahe bei uns seine Runden - war fantastisch, ihm zuzuschauen.

Um kurz vor 14.00 Uhr entschied ich mich dann für den Abstieg, wo ich mich wiederum bei der steileren Wand sicherte, wenig später dann aber ohne Seilhilfe zügig absteigen konnte. Über den markierten Aufstiegsweg stieg ich wieder Richtung Brunnihütte, habe dann aber etwas oberhalb davon weglos zum Einstieg in den Zittergrat gequert. Wenn bereits schon andere Klettersteiger unterwegs sind, dürfte es ratsam sein, den Helm und das Gurtzeugs schon vorher zu montieren, da möglicher Steinschlag ziemlich genau in die Falllinie des Einstieges fällt.

Verglichen mit dem Rigidalstock-Klettersteig muss hier beim Zittergrat zwingend gesichert werden, denn gleich von Beginn weg geht es vertikal sehr steil hinauf, nicht selten mit Zuhilfenahme der Armmuskulatur. Wenig später folgt eine sehr ausgesetzte Querung, wo man 100% Vertrauen in das dünne Drahtseil haben muss. Dann nochmals eine steile, ganz kurz sogar überhängende, Himmelsleiter und schon bzw. viel zu schnell passiert man die Engelsbrücke, welche wenige Meter vor dem Ausstieg des Klettersteiges thront. 

Der Abstieg erfolgt über den blau-weissen Wanderweg zur Brunnihütte, welchen man ebenso vom Rigidalstock aus benutzt. Für mich ging es dann via Sesselbahn runter nach Ristis und gleich weiter mit der Seilbahn zurück nach Engelberg


Fazit:

Der Rigidalstock-Klettersteig eignet sich sehr gut als Genuss-Klettersteig mit fantastischer Aussicht in die verschiedenen Alpen. Der Steig selbst ist jedoch eher kurz und wenig schwierig, nicht selten steigt man auf Pfaden hoch und nur wenige Male muss auch wirklich geklettert werden.

Der Zittergrat-Klettersteig ist dafür fast ausschliesslich ein Eisen-Klettern, denn die wenigen Tritte und Griffe sind derart abgespeckt oder wackelig, sodass man lieber gleich direkt ins Seil greift. Der Steig eignet sich aber gut für Aspiranten, welche gerne in die schwierigere Klettersteig-Klasse hochsteigen möchte (Vorschlag: Braunwald --> Hinter Eggstock KS5). Ein Gipfelfeeling oder ähnliches kann nicht aufkommen, da der Ausstieg gleich in den Wanderweg mündet, welcher vom Rigidalstock hinunterzieht.


Nebenbei: 

Wer kein eigenes Klettersteig-Set besitzt, kann in der Brunnihütte für CHF 10.00 oder bei der Bergstation des Sesselliftes ein solches mieten.

Wer finanziell knapp ist, nimmt das Bike mit und löst nur eine Einfachfahrt bis Ristis oder Brunnihütte. Das Bike wird dann bei Ristis parkiert, von der Brunnihütte geht's nach erledigter Arbeit zu Fuss runter nach Ristis und dann mit dem Bike alles der Strasse entlang hinunter nach Engelberg (Schattenlage, warme Kleider mitnehmen!!).


Bewertungen: 

Rigidal-Klettersteig: WS (KS 2)
Zittergrat-Klettersteig: ZS (KS 4)


Tourenzeiten:

Brunnihütte - Einstieg Rigidalstock: 1h (zügig, Tourismusprospekt (TP)-Vorgabe 90min)
Einstieg - Gipfel Rigidalstock: 25min (ohne zu sichern, deshalb so schnell, TP-Vorgabe 90min)
Abstieg Gipfel - Einstieg: 15min (zügig, nur oben gesichert)
Einstieg Rigidalstock - Einstieg Zittergrat: 30min (zügig)
Einstieg Zittergrat - Ausstieg: 25min (TP-Vorgabe 35min --> sportlich!!)
Abstieg zur Brunnihütte: 10min (zügig)
 

Tour im Alleingang.

Tourengänger: Bombo

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