4. Jahrestag eine Engelberger Rundtour der speziellen Art / Brunnistöckli 2030m, Uf den Stucklenen 2


Published by Lulubusi , 8 September 2013, 18h55.

Region: World » Switzerland » Obwalden
Date of the hike: 4 September 2013
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: D
Waypoints:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Time: 7:00
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 730 m 2394 ft.
Access to start point:via Stans nach Engelberg zur Talstation der Brunnibahnen.
Accommodation:Im Tal Brunnihütte Rugghubelhütte
Maps:LK 1:25000 BL1191 Engelberg

Engelberger Rundtour am Jahrestag!

Brunnistäckli 2030m, Uf den Stucklenen 2188m, Rigidalstock 2593m, Tschudi 2511m, Gross Walenstock 2572m, Vorder Walenstock 2346m (Zittergrat und Rigidalstock Klettersteig)

 

Vier Jahre ist es nun, seit dem alles verändernden Tag, her. Ein Tag an dem ich, wenn immer irgendwie möglich der Arbeit fern bleibe. Na ja, in diesem Jahr klappte es nicht wie gewünscht. Ich musst einen Nachtdienst hinter mich bringen. Nach dem morgendlichen Dienstende, war es allerdings klar, was nun folgen sollte! Die Bergwelt war mein Ziel.

 

Einfach in die Berge, ruhe finden, mal drauflos marschieren und schauen was kommt. Einfach nur ich, die Berge und die Natur.

 

O.k. etwas Planung war dann doch von Nöten. Über den ungefähren Weg und dem damit verbundene Material sollte man sich schon im klaren sein. Da ich zwei Klettersteige begehen wollte, hiess dies nebst der Bergwanderausrüstung Klettersteigset, Klettergurt, Helm, Bandschlinge und Schrauber einpacken. Dies war aber dann auch schon alles.

 

Perfekt ausgerüstet kann es also los gehen. Mein erstes Ziel war die Talstation der Brunnibahn in Engelberg, welche ich direkt nach der Arbeit mit dem Auto ansteuere. Bereits kurz vor 9:00 Uhr treffe ich dort ein, parkiere mein Vehikel und stelle auf Fuss betrieb um.

 

Sorry, nicht ganz korrekt!

Erstmal lasse ich mich von der Luftseilbahn bis Ristis und anschliessen vom Sessellift bis zur Brunnihütte hoch führen. Äusserst bequem und gemütlich lege ich so die ersten Höhenmeter zurück.

 

Aufstieg Klettersteig Zittergrat zum Brunnistöckli 2030m

Von der Bergstation des Sessellift Brunni 1860m, am besten zieht man bereits hier den Klettergurt an und macht sich für den Steig bereit, folge ich dem weissblauweiss markierten Wanderweg in nordöstlicher Richtung. Der Weg führt über etwas Geröll steil bergauf zum Einstieg.

 

Beim Einstieg angelangt klinke ich mich ein und mache mich gleich auf den Weg nach oben. An diesem Klettersteig gibt es keine Aufwärmphase. Gleich zu Beginn geht es über eine mehrheitlich Senkrechte Wand hoch. Es folgt ein Quergang. Dieser ist nicht ganz einfach zu begehen.

Das Drahtseil hängt durch, was dazu führt, dass man dieses auf Bauchhöhe hat, wenn man auf den Eisenstiften steht.

Unterhalb der Stifte, finden sich allerdings kleine Tritte in der Wand. Ich nutze diese zum Stehen! So kann ich mich etwas bequemer am Seil halten.

 

Nach ein paar leichteren und weniger steilen Metern folgt eine weiter steil, sogar kurz Überhängende Passage.

Nach ca. einer halben Stunde erreiche ich, wieder in weniger steilem Gelände das Gipfelkreuz beim Vorgipfel des Brunnistöckli. Hier trifft man auch auf die Drahtseil, Hängebrücke „Engelsbrücke“ über die man den letzten Aufschwung erreicht. Dieser wird mittels einer Leiter, die „Himmelsleiter“, überbrückt. Und schon lässt man den Zittergrat hinter sich.

 

Nach einer kurzen Pause begebe ich mich auf den Weg zum Klettersteig Rigidalstock.

 

Zustieg, Aufstieg Klettersteig Rigidalstock 2593m

Vom Brunnistöckli folge ich dem äusserst gut „blauweissblau“ markierten Wanderweg erst in nordöstlicher Richtung zur Schonegg. Nun wandere ich, etwas nach links abdrehend, über eine Bergwiese und hinweg über den Buckel „Uf dem Stucklenen P.2188“. Weiter führt der Weg kurz durch blockiges Gelände an den steilen mit Schutt überzogenen, schroffen Hang am Fuss des Südgrates an den Einstieg des Steigs.

 

Der Klettersteig führt erst nach rechts über ein Band vom Grat weg, um wenig später zum Grat zurück zu drehen. Durch eine Rinne wird so wieder die Gratschneide erreicht über die es dann direkt weiter aufwärts geht. Am Fuss der Gipfelwand nähert man sich erstmal in gut gestuftem Fels dem Stock, bis man auf eine ca. 30m hohe Platte trifft. Eine Vielzahl von Eisenbügeln mach das überqueren der Platte einfach.

Zum Schluss auf einem Geröllrücken und wenige Meter auf dem Grat zum Gipfelkreuz auf dem Rigidalstock P.2593.

 

Weg zum Tschudi 2511m und Gross Walenstock 2572m

Jetzt gönnte ich mir eine ausgiebige Pause, in der ich sogar den Gipfel alleine hatte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass irgendwo, irgendwer weiss, dass ich an diesem Tag nur mit meiner „liäb“ oder alleine unterwegs sein wollte und es mir gönnte!

 

So mein nächstes Ziel ist der Tschudi. Ein unscheinbarer Gipfel, eigentlich eher ein Kuppe nordöstlich des Gross Walenstock. Ich wähle eine möglichst direkte Linie. Der Verbindungsgrat zwischen Rigidalstock und Walenstock bietet sich für eine Überschreitung regelrecht an.

 

Vom Rigidalstock steige ich zuerst nordwärts zum wenig ausgeprägten Vorgipfel, mit der Idee direkt von diesem auf den Grat hinunter zu steige. Nach einem ersten Blick vom Gipfel hinunter verwarf ich allerdings dieses Vorhaben. Einige Meter senkrecht, über plattige Meter abwärts war mir ohne Seil dann doch zu heikel. Also entschliesse ich mich für einen kleinen Umweg.

 

Westwärts steige ich durch eine schmale Rinne, südlich des Vorgipfels ab, bis ich unterhalb der westlichen Felsausläufer nordwärts queren kann. Auf der anderen Seite dann wieder hoch zum Grat.

Nun folge ich dem Grat nordwärts, möglichst immer direkt auf der Gratschneide. Einige male wird dieser von kleineren Trümen oder Absätzen unterbrochen. Alles überkletterbar. Wems zu heikel wird, der kann die Schwierigsten stellen gut in der Westflanke des Grates umgehen.

 

Leider ist dieser viel zu schnell zu ende und man trifft auf einen breiten Schuttrücken. Auf diesem Rücken drehe ich nach rechts in Richtung Tschudi ab. Ungefähr 60 Höhenmeter über eine Schutt und Grasflanke absteigen und weiter über typisches Karstgelände nordostwärts zum Tschudi P.2511. Hier halte ich nur kurz für ein Gipfelfoto inne.

Wandere zurück auf den Schuttrücken, drehe auf diesem nach Rechts und erreiche nach wenigen Minuten den Gross Walenstock P.2572. Nun gönne ich mir eine weitere Pause. Geniesse die Aussicht und das sonnige und warme Spätsommer Wetter. Gleichzeitig bewundere ich das kleine aber sehr schöne, geschnitzte Gipfelkreuz.

 

Weg zum Vorder Walenstock 2346m

Weiter gehts. Vom Gipfel wandere ich über die Alpwiese westwärts bis zu den westlichen Felsabbrüchen den Walenstock. Hier drehe ich nach links und kann über eine sehr steile aber gut gestufte Grasflanke in den Kessel nördlich des Grossen Walenstocks hinunter steigen.

Im Kessel der nur aus Geröll und Schutt besteht, wende ich mich wieder nach Westen, in Richtung P.2334. Wenig südlich von diesem Punkt erreiche ich ohne grössere Problem, durch einen Unterbruch im Felsband, P.2334 auf dem Grat. Nun nur noch dem Graskamm nordwestwärts bis zum Gipfel Steinmann auf dem Vorder Walenstock P.2346 folgen.

 

Zeit, ist immer ein wichtiger Punkt auf allen Touren. Zeit hatte ich genug! Also lege ich mich auf dem von der Sonne aufgewärmten Grasgipfel hin und versinke in meinen Gedanken. Gedanken in denen ich vier Jahre zurück schwebe. Gedanken, nein! Mehr ein Gefühl von grosser Dankbarkeit, dass ich hier und jetzt den Moment geniessen darf.

 

Irgendwann verschwimmen die Gedanken und ich Döse ein. Viel zu schnelle ist so eine Stunde verflossen.

Obwohl es mir schwer fällt, sollt ich dann doch wieder mal in die Gänge kommen, vor allem wenn ich vor dem Runtergondeln, in der Brunnihütte noch gemütlich etwas trinken möchte.

 

Abstieg

Und jetzt wie weiter? Gross Felsbänder verunmöglichen einen Direktabstieg vom Vorder Walenstock. Zudem möchte ich zur Brunnihütte zurück.

 

Also in südöstlicher Richtung! Ich überschreite zum zweiten mal den Grat, gehe knapp oberhalb der Felsbänder entlang bis an das südliche ende des kleinen Kessel Vogelsmatt. Achtung: steile Querung!

Bereits jetzt nehmen die Schwierigkeiten zu und man merkt, dass ein Übergang unterhalb des Rigidalstocks nicht ganz einfach sein wird.

 

Von erst noch gemütlichem T3 wandern (auf dem Grat) nähert man sich langsam der T6 an, bis diese Marke geknackt wird.

 

Am südlichen Ende der Vogelsmatt, nicht zu nahe an die Rigidalstockflanke heran gehen, befindet sich eine sehr steile mit Gras und Platten durchsetzte Rinne. Diese verläuft Südwärts in Richtung Leiterli hinunter.

 

Im östlichen Teil der Rinne muss man über steile Platten absteigen, was ich nicht wirklich Ideal finde. Ich halte mich als westlich der Rinne. An Felsen entlang kann ich hier durch die steile Rinne, auf halbwegs gestuftem Gras hinunter steige. Leider ist der Fels sehr brüchig und erfordert doch einiges an Vorsicht. Auf einer Höhe von 2400m beginne ich die Querung durch die Südwestflanke des Rigidalstocks. Ich folge der Höhenlinie 2400m südwärts.

Kurz nach dem Leiterli treffe ich wieder auf den Zustiegsweg des Rigidalsteigs. Ab jetzt folge ich wieder dem Wanderweg. Überquere nochmals Uf den Stucklenen P.2188, erreiche die Schonegg und folge hier dem Wanderweg weiter, der nördlich am Brunnistöckli mit den beiden Klettersteigen Zittergrat und Brunnistöckli zur Brunnihütte hinunter führt.

 

Ich war sogar schneller unterwegs als geplant, hatte daher reichlich Zeit um mich in der Brunnihütte P. 1860 zu verpflegen und die Tour gebührend abzuschliessen. Auf den restlichen Höhenmeter ins Tal, lasse ich mich dann gemütlich von Sessellift und Luftseilbahn hinunter tragen.

 

Startpunkt

Brunnihütte 1860m

 

Ziel

Rigidalstock 2593m, Tschudi 2511m, Gross Walenstock 2572m, Vorder Walenstock 2346m

 

Anforderungen

Zittergrat Klettersteig = K4

Einige senkrechte Stellen. Kurze queren an einem kleine Dach erfordert etwas Armkraft. Natürliche Tritte und Griffe sind klein und kaum vorhanden. Häufig ausgesetzt. Gesamter Steig ist mit Eisenstiften, Eisenbügeln gut abgesichert.

 

Rigidalstock Klettersteig = K2

Route führt meist über den Südgrat hoch. An wenigen Stellen weicht dieser in die Flanken aus. Man bewegt sich bereits in steilerem Felsgelände. Die schwierigeren Stellen sind gut mit Eisenstiften oder Bügeln gesichert. Steig weisst keine Senkrechten Passagen.

 

Verbindungsgrat Rigidalstock – Tchudi - Gross Walenstock – Vorder Walenstock - Brunnihütte

Meist Weglos, teilweise recht exponiert und heikles Schroffenglände. Kletterstellen liegen im II. Franz. Klettergrat.

Teilweise sehr steile und ausgesetzte Grasflanke. Bei Nässe kaum oder nur äusserst risikoreich zu begehen.

 

Wegfindung ist nicht ganz einfach, bei schlechter Sicht (Nebel) äusserst schwierig.

 

Material

Übliche Bergwanderausrüstung und Klettersteig Ausrüstung

 

Zusätzliche Info

Brunnibahn

 

Fazit

  • Eine der abwechslungsreichsten Voralpentouren die ich bisher unternommen habe!
  • zwei Klettersteige schwierig und einfach, Kraxelgrat und Wandergelände von T3-T6
  • Tour in toller und Wilder Umgebung von Engelberg und Bannalp
  • Rigidalstock häufig begangen darum früh starten!
  • Rest der Tour eine einsame Angelegenheit
  • Tolle Pflanzenwelt.
  • Aussicht reicht bis in den Berner Hochalpen.
  • Tour nur bei schönen und vor allem trockenem Wetter unternehmen.

 

Genaue Route

Brunnihütte P.1860, Klettersteig Zittergrat, Brunnistöckli, Schonegg, Uf den Stucklenen P.2188, Klettersteig Rigidalstock, Nordgrat, Tschudi P.2511, Grossen Walenstock P.2572, P.2334, Vorder Walenstock P.2346, Grat, Vogelmatt, Leiterli (Westflanke Rigidalstock), Uf den Stucklenen P.2188, Schonegg, Brunnihütte P.1860

 

Alternativ

Wanderung zur Rugghubelhütt

Wanderung zurück nach Engleberg

Engelberger Rotstock

Wissigstock

 

Allgemeine Info

Zeit inklusive Pausen.


Hike partners: Lulubusi


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window


Comments (1)


Post a comment

Sputnik Pro says:
Sent 8 September 2013, 19h18
Coole Rundtour!

Den Abstieg vom Vorder Walenstock habe ich auch als etwas mühsam in Erinnerung. Aber wie du gesehen hast findet man zahlreiche Möglichkeiten, auch wenn alle mindestens T5 sind sind :-)

Gruss, Andi


Post a comment»