Vordere Rotspitze/Cima Rossa di Martello (3033 m)


Publiziert von alpstein Pro , 23. Juni 2011 um 18:09.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:21 Juni 2011
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 968 m
Abstieg: 968 m
Strecke:Enzianhütte - Weg Nr.31 - Vordere Rotspitze und retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Algund - Vinschgau bis Latsch/Goldrain - Martelltall - Hintermartell/Enzianhütte Parkgebühr 3,50 € ganztags
Unterkunftmöglichkeiten:Marteller Hütte, Zufallhütte; unsere Unterkunft in Algund
Kartennummer:Tabacco 08 - Ortler-Cevedale/Ortlergebiet

Im Banne der Marteller Gletscherwelt
 
Bei einem Aufenthalt in Südtirol gehört ein Besuch des Martelltales für uns mittlerweile zum Pflichtprogramm. Schon bei einem ersten Besuch im Jahrhundertsommer waren wir vom Martelltal begeistert. Prominente Alpengipfel sind dort zu finden und doch hat es das Hochtal im Stelvio- Nationalpark erst zu einer bescheidenen Anzahl von Tourenberichten bei Hikr gebracht.
 
Für eine Gletschertour sind wir nicht gerüstet. Einen Gipfel, der eine möglichst gute Aussicht auf die Gletscherwelt bietet, glaubte ich mit der Vorderen Rotspitze (3033 m) gefunden zu haben. In Kombination mit der Schranspitze (2888 m) und der Marteller Hütte (2610 m) sollte eine schöne Rundtour zusammen kommen. Gewisse Zweifel kamen mir aber bereits zwei Tage vor der Tour, ob dieses Projekt derzeit überhaupt machbar ist, da sich der Marteller Hauptkamm bei einer Tour auf die Rötelspitze (2625 m) bei Algund aus der Ferne doch sehr winterlich präsentierte. Als Ausweichtour waren wir auf die Kalfanwand (3061 m) vorbereitet, die Max letztes Jahr bestiegen  hat.
 
Das Wetter hätte am Tag X dann nicht besser sein können. Wurde Südtirol die letzten Wochen keineswegs mit einer beständigen Schönwetterlage verwöhnt, war es am Tag der Tour perfekt. Der Ausgangspunkt auf über 2000 m Höhe war in einer knappen Fahrstunde erreicht. Dabei sind wir an den höchstgelegenen Erdbeerplantagen Europas vorbeigekommen, die im Martelltal bis auf 1800 m hinauf reichen.
 
Für den Aufstieg entschieden wir den ausgeschilderten Weg Nr. 31 zu nehmen. Durch lichte Föhrenwälder ging es bergan. Angenehm kühl war es im Gegensatz zur Schwüle unten im Burggrafenamt bei Meran. Die Baumgrenze ließen wir bald einmal unter uns. Die Zufallspitzen zeigten sich schon früh. Je höher wir kamen, je mehr Gipfel traten in das Blickfeld, darunter bald einmal die Königspitze. Begleitet wurden wir vom Rauschen der zahlreichen Gebirgsbäche und dem Pfeifen der Murmeltiere.
 
Auf etwa 2600 m Höhe erreichten wir die ersten Schneefelder. Die Wegmarkierungen blieben teilweise darunter verborgen und dadurch mussten wir uns unseren eigenen Weg suchen. Guter Trittschnee wechselte sich mit steilen Schutthalden ab, was den Schwierigkeitsgrad gegenüber sommerlichen Verhältnisse (T3) etwas erhöhte. Wir erreichten aber problemlos den Sattel unter dem Gipfel, von wo eine Rinne, mit einem Drahtseil versehen, steil nach oben führt. Nach etwa 2 ½ Stunden Gehzeit standen wir am Gipfel.
 
Der Gipfel bot wirklich die erhoffte tolle Aussicht. Zahlreiche Gletscher und schneebedeckte Gipfel im weiten Rund mit Ortler-Zebru-Königspitze als Krönung. Wahrlich ein imposantes Gipfelerlebnis, das wir bei dieser Tour erleben durften. Die Aussicht haben wir daher auch bei angenehmen Temperaturen ausgiebig genossen. Klar wurde dabei allerdings auch, dass der weitere Weg Nr. 37a zur Schranspitze fast ausschließlich, dazu am Fuße des Schranferners, über Schnee führen würde. Mit Schneeschuhen wäre es wohl gut gegangen, aber so hielten wir es für besser, von dem Plan Abstand zu nehmen und den Rückweg über die Aufstiegsroute anzutreten.  In kaum mehr als 1,5 Std. waren wir wieder unten, wo wir die Tour auf der Terrasse des Gasthofes Bellavista ausklingen ließen.
 
Fazit: Wenn die Tour auch vom Anforderungsprofil keine großen Anforderungen stellte, war sie wegen der tollen Umgebung der krönende Abschluß des Südtirolaufenthaltes. Liegt noch mehr Schnee oder nach Neuschnee sind die letzten Steilstücke unter dem Gipfel nicht zu unterschätzen. In Kombination mit der Schranspitze kommt man auch noch in den Genuss von leichter Kletterei und kann über den Marteller Gletscherlehrpfad absteigen.
 
 

Tourengänger: alpstein, Esther58

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Kommentare (6)


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Tef Pro hat gesagt:
Gesendet am 23. Juni 2011 um 20:24
servus,
gratuliere euch zu dieser tollen Tour bei diesem Wetter! Da will man am liebsten gleich ins Auto steigen und los fahren...
beste Grüße
Tef

alpstein Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. Juni 2011 um 20:32
Hallo Tef

Danke für den netten Kommentar. So strahlend schönes Wetter hatten wir nicht die ganze Woche, aber für größere und kleinere Unternehmungen in Ordnung. Am Ofenpass sind wir heute in das schlechte Wetter hineingeraten.

Beste Grüße
Hanspeter

ADI hat gesagt:
Gesendet am 24. Juni 2011 um 09:50
Hallo!

Ich kann mich nur anschließen....
Alto Adige...ein Traum...wie gern wär ich jetzt da unten....
Herrliche Landschaft, wunderschöne Aussichtstour!

Werd' ich auch mal hochgehen, wenn ich in der Ecke bin.
VLG aus "Monaco", ADI

alpstein Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 24. Juni 2011 um 14:04
>Alto Adige...ein Traum...wie gern wär ich jetzt da unten....Herrliche Landschaft, wunderschöne Aussichtstour!

Du sagst es, ADI.... und deshalb werden wir auch immer wieder hinfahren.

Grüße vom Bodensee
Hanspeter

Gelöschter Kommentar

alpstein Pro hat gesagt: RE:Am 21.6 war ..
Gesendet am 25. Juni 2011 um 13:18
Danke für den Kommentar.

>Am 21.6. war anscheinend auch in Südtirol mal wieder ein Traumwetter !

Zwei andere Tage während der Woche hätten auch noch für Gipfeltouren getaugt, aber sonst war es doch häufig bewölkt, aber wenigstens warm.

Grüße vom Bodensee
Hanspeter



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