Widderfeld 2076m, Mittaggüpfi 1916,6m, Stäfeliflue 1922m, Blaue Tosse 1802m und Risetestock 1759m


Publiziert von Sputnik Pro , 23. April 2007 um 22:12.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:22 April 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1730 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Eigental erreicht mit dem Bus ab Luzern.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Von Luzern mit dem Regioexpresszug nach Entlebuch. Von dort weiter mit dem Bus bis Gfellen. Achtung, der Bus fährt nur spärlich!
Unterkunftmöglichkeiten:Keine. Hotels in Entlebuch oder Luzern.

ÜBERRASCHEND EINFACHER AUFSTIEG DURCH DIE NORDABSTÜRZE AUF DEN WIDDERFELD - GEFOLGT VON EINER ABWECHSLUNGSREICHEN ROT-WEISS-ROTEN GRATÜBERSCHREITUNG.

Meine LU-Gipfel Nummer 17 bis 21 und meine OW-Gipfel Nummer 9 bis 13.

Nachdem ich die Nordabstürze des Widderfelds anfangs Monat vom benachbarten Studberg (1603m) gesehen habe, wusste ich schon dass ich durch diese Wände einen einfachen Aufstieg suchen werde. Dieses Wochenende war dann die Zeit reif für die Tour - allerdings wegen einer Erkältung (blöde Bakterien!) eine Woche später als geplant! Als Zugabe folgte nach dem Widderfeld ein munteres Gipfelsammeln über fast den ganzen Grat entgegengesetzt vom Pilatus. Zu den Gipfeln:

Widderfeld (LU/OW; 2076m):  Von der Busendstation wandert man entlang eines Fahrsträsschens sanft ins hintere Eigental, dabei hat man die Nordabstürze des Widderfelds im Blick. Wenn man den Widderfeld hinter seinen Felsen verschwindet und das Mittaggüpfi schön sieht, ist man bei der Brücke P.1095m beim urtümlichen Schwändeliwald. Hier nimmt man den Bergweg der zum ehemaligen Pilatussee abzweigt. Beim P.1324m überwindet man gesichert eine erste Felsstufe, anschliessend wird das Gelände bald offener bis man zur kleinen Ebene Bründelen (P.1434m) kommt. Der Bergwanderweg geht hier nach rechts weiter, zum Widderfeld muss man allerdings nach links über den nur wenig erkennbaren Bergweg weiterwandern. Man kommt so zu einer kleinen Hütte mit Sitzbank und Tisch, quert danach einen Talkessel und kommt beim P.1592m auf einen bewaldeten Grat. Durch den lichtbewaldeten Grat geht's nun weiter bergauf bis ins Sträuzenloch. Das Sträuzenloch sind drei parallele Sturzrinnen die überquert werden müssen (immer noch Pfadspur). Nach den Rinnen folgt nochmals ein kleines Wäldchen das durchquert wird und schon sieht man den beginn eines markannten Grasgrates. Auf dem Grat geht es nun steil 180 Höhenmeter direkt bis zur Felsstufe hoch - zu meiner Überraschung ist der Einstieg mit einem gelben Pfeil markiert. Man klettert dort etwa 10m (I-II) nach oben und erspäht dann schon die nächste Markierung: ein gelber Punkt. Hier geht man in einem kleinen Couloir unter dem Felsen (bei mir im Schnee) weiter 15m weiter nach oben. Danach wird das Gelände wieder einfach, eine Felsstufe wird ansteigend nach links überwunden und schon steht man oberhalb des Felsriegels. Über eine Grasflanke steigt man weiter (jetzt nach rechts) in die Lücke Gemsmättli unter der Widderfeld Ostwand. Um auf den Gipfel zu gelangen muss man nach Westen unter die Widderfeld Gipfelnordwand zu einer letzten Felsstufe queren. Über diese Felsstufe gelangt man mässig ausgesetzt (I; Drahtseile) aufs Gipfelplateau. Über den Vorgipfel mit dem lustigen Kreuz wird der Gipfel nun wandernd erreicht.

Mittaggüpfi / Gnepfstein (LU/OW; 1916,6m):  Über Alpweiden und einen breiten, mit Latschenkiefern bewachsenen Grat gelangt man in die Lücke zwischen Widderfeld und Mittaggüfpfi. Nun wird auf einem wenig ausgesetzten Grat die Steilstufe Rot Dossen im Wald überwunden. Und eine echte Überraschung traf ich hier: Da stand plötzlich ein Berggänger mir zwei riesigen lustigen weissen Hunden vor mir! Es war der berühmte Shepherd mit seinen lustigen Tourenbeschreibungen auf www.skitouren.ch! Der Schlussaufstieg aufs Mittaggüpfi verläuft über eine sonnengetränkte Flanke mit Heidelbeerengewächs. Übrigens wer das Gipfelbuch auf dem Mittaggüpfi sucht, es ist versteckt in einem Militärbunker unterhalb des Gipfels!

Stäfeliflue (LU/OW; 1922m):  Vom Mittaggüpfi geht es bis zum P.1833m locker den Grat hinunter, danach folgt ein für Wanderer ausgesetzter (Leitern; Drahtseile) Abstieg zur Tripolihütte. Der Gegenanstieg zur Stäfeliflue ist ein landschaftlich äusserst schöner Gratweg.

Blaue Tosse (LU/OW; 1802m):  Man folgt dem Gratweg bis zum Wegweiser "Risetestock 1800m" (aber dies ist nicht der richtige Gipfel vom Risetestock!). 50m südwestlich liegt dann der Gipfel mit dem Kreuz und Gipfelbuch des Blauen Tossen

Risetestock (LU/OW: 1759m):  Vom Blaue Tosse folgt man weiter den Grat, zuletzt weglos über einige Kalkfelsen bis auf den richtigen Risetestock. Der Gipfel ist ein schöner Aussichtspunkt abseits der Bergwege mit bester Sicht hinüber zum Schimbrig.

Genaue Route:  Eigental - P.973m - P.984m - P.1006m - Brücke P.1095m - Schwändeliwald - P.1324m - Bründlen - P.1518m - P.1592m - Stränzenloch - Felsbarriere (T4; Fels I-II; Koordinaten 669300/202900) - Gemsmättli - Widderfeld Nordwestflanke (gesicherter Bergweg; T3; Fels I) - P.2073m - Widderfeld - P.1987m - P.1935m - P.1760m - Feldnätsch - P.1701m - Rot Dossen - P.1827m - Nätsch - P.1806m - Mittaggüpfi / Gnepfstein - P.1833m - Tripolihütte - P.1843m - Stäfeliflue - Blaue Tosse - Risetestock - Riseteflue - Rossweid - P.1188m - Gfellenschilt - P.1007m - Gfelle.

Tour im Alleingang.

Link zur Karte Projekt LU: http://www.hikr.org/files/101894.jpg


Tourengänger: Sputnik

Galerie


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