Laubspitz - Vanil d'Arpille


Publiziert von Zaza , 3. Oktober 2010 um 20:10.

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum: 3 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR 
Zeitbedarf: 6:00
Kartennummer:1225

Heute war es für einen Oktobertag dank Föhn aussergewöhnlich warm. Dies belegt die Tatsache, dass wir gleich drei Schlangen begegneten, die auch nicht besonders träge waren. Und bei der Gelegenheit erfuhr ich auch, dass mein Begleiter Schlangen gar nicht schätzt (und nicht an Konfrontationstherapie glaubt).

Heute wollten wir einen dieser steilen Grasgrate begehen, die typisch für die Freiburger Voralpen sind und über den kaum Informationen zu finden sind. Der Ausgangspunkt auf dem Grat ist der Laubspitz, den man auf steilen Routen entweder von Norden (aus dem Vallon des Fornys) oder von Südosten (Oberberg) her erreichen kann. Wir entschieden uns für die zweite Variante, weil hier die Chancen für trockenes Gras besser waren. Möglicherweise könnte man auch den Grat von ganz unten her begehen (Le Brésil), aber das wäre wegen der starken Bewaldung wohl ziemlich mühsam.

So starteten wir also in Im Fang und folgten zunächst dem Pfad bis Oberberg (besser nicht dem Wanderwegweiser folgen, sondern den direkten, steilen Pfad nehmen). Bis P. 1387 blieben wir auf der Fahrstrasse und stiegen dann direkt den steilen, viperigen Hang hoch bis zum Couloir, das vom Sattel neben dem Laubspitz herunter zieht. Das Couloir war wenig einladend, auch weil sich weiter oben Gemsen darin tummelten. Also wichen wir rechts aus und querten auf etwa 1600 m wieder ins Couloir hinein, um über zunehmend steileres Gras und Schrofen schliesslich den Sattel zu erreichen. Von hier ist der Laubspitz mit kurzer Kraxelei erreicht. Der Name ist nicht Programm, ist doch dieser Gipfel weitgehend von Nadelwäldern umgeben. Oft scheint er nicht Besuch zu erhalten, nicht einmal ein Steinmann ist da.

Nun ging es weiter über den Grat bis zu P. 1874 und runter in einen kleinen Sattel (hier ist auch die Ruine eines winzigen Schäferhüttchens). Danach überschritten wir P. 1910 und standen nun vor einem felsigen Aufschwung (Schlüsselstelle des Grates). Am einfachsten wäre es wohl, ihn rechts zu umgehen. Er wird aber auch von zwei Couloirs durchzogen, die beide begehbar sind. Wir wählten das rechte, das einen interessanten, kraxligen Aufstieg bietet. Danach waren noch zwei kleine Zähnchen mit Vorsicht zu überwinden und schon war in Kürze der Vanil d'Orseire erreicht. Von diesem Gipfel, der reich an Edelweiss ist, stiegen wir ab zum Col d'Arpille und auf den Vanil d'Arpille. Dieser schöne Berg wird selten besucht, aber heute waren wir gleich zu fünft auf dem Gipfel.

Zurück im Col d'Arpille wählten wir den Abstieg über Steilgras Richtung Ackerstutz, um von dort retour nach Im Fang zu gelangen. Man beachte, dass der Abstieg vom Col d'Arpille Richtung Norden (Orseire Dessus) nicht ganz einfach zu finden ist.

Tourengänger: Zaza, Hurluberlu


Galerie


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Kommentare (1)


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BaumannEdu hat gesagt:
Gesendet am 4. Oktober 2010 um 12:03
Schöne originelle Tour. Bravo.


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