Ofenpass - Alp Buffalora


Publiziert von tschiin76 , 31. August 2011 um 23:51.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:13 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Münstertaler Berge 
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 300 m

....mit der Roten bis Zernez und dort ab ins Postauto bis zur Ofenpasshöhe.
Da das Ganze im voraus nicht geplant gewesen ist haben wir keine Karte dabei. A. kauft sich noch die 50000 im Shop, damit wir wenigstens einbisschen einen Anhaltspunkt haben.
Es ist bedeckt und ein kalter Wind bläst, irgendwie eine mystische, ja sogar fast etwas bedrohliche Stimmung.
Wir steigen Richtung Il Jalet auf, eine Seniorengruppe animiert uns zu "Gutzi geh", wär doch gelacht, wenn ich (mit etwas dickem Bauch) nicht doch noch etwas schneller wäre als sie...
Sie nehmen sowieso den Weg hoch, wir umgehen den Piz östlich und steigen ein felsiges Couloir hoch und werden überholt von... 2 Bikern, die uns fragen, ob denn der WEg oben fahrbar sei.
Ich versuche mich zu erinnern, wies gewesen ist, da ich diese Strecke (und danach ins Val Mora) vor x Jahren auch schon mal mit dem Bike gemacht habe.
Ich sage ja, sollte fahrbar sein (ich bin keine speziell gute Bikerin) und hoffe, dass sie mich nicht später verfluchen wegen meinem Optimismus....
Wir kommen auf die Höhe, der Weg wird flacher und der Blick tut sich auf Richtung Buffalora. Rundherum hängen die Wolken tief und an teils Hängen regnet es schon.
Wir lassen uns nicht beirren und setzen unseren WEg in wunderschöner, wilder Natur fort. Ein paar Nasen kreuzen unseren Weg, die Biker sehen wir nicht mehr.
Der Weg verläuft mehr oder weniger dem Hang nach bis er nach Jufplaun runter geht.
 Hier nur noch schwarze Rinder, kaum mehr Menschen. Es tut zwischenzeitlich etwas auf, wird sogar wieder etwas wärmer.
Die anfangs geplante Tour via Munt la Schera nach Il Fuorn oder Punt la Drossa lassen wir bleiben, A. findet, wir sind zu spät dran. Ich füge mich, wäre aber noch voller Tatendrang und fit....
Bei Punkt 2195 machen wir Rast und müssen unsere Oviguetzli gegen allzu gefrässige Pferde verteidigen. Erst finden wir die Mäuler ja noch herzig, aber bald werden sie aufdringlich, so dass wir dauernd schauen müssen, dass sie uns nichts wegfressen.
So vertreiben sie uns dann schneller als gedacht und wir folgen der Fahrstrasse zu Alp Buffalora (da gibts frische Mild, leider nicht für mich...:(  ) und weiter dem Wanderweg nach Buffalora.
Der Bus kommt erst in mehr als einer Stunde und so beschliessen wir, der Passstrasse entlang abwärts zu wandern und die Bushaltestelle bei P8 zu nehmen.
Obwohl der Weg ziemlich der Strasse nach führt ist er wunderschön. Durch den Lärchenwald hindurch sieht man auch immer wieder den wilden Ova dal Fuorn, mit Sand- und Steinbänken.
So langsam bin ich mehr als glücklich, dass wir nicht noch über Mund la Schera gegangen sind. So fit ich eben noch war, so schnell gehts nun bergab.
Ich halte mich so gut es geht und sage nichts, A. merkts natürlich trotzdem.
Ich atme auf, als wir bei der vermeintlichen Bushaltestelle ankommen. Keine Tafel, kein Fahrplan. Nochmals ein Kontrollblick auf die Karte - doch, die Haltstelle ist hier eingezeichnet.
Wir sind dennoch unsicher, überlegen hin und her, ob wir noch weiter laufen sollen bis wir eine Tafel sehen. Wir entschliessen uns zu bleiben und rechnen damit, dass uns der Buschauffeur in jedem Fall mitnehmen wird.
Weit gefehlt.
Ungebrems braust er zur Zeit an uns vorbei, zeigt uns per Handzeichen, dass die Haltestelle weiter unten ist. Wir beginnen zu rennen, in der Annahme, dass er dort auf uns wartet...wie naiv... natürlich nicht, denn die Haltestelle ist gut einen Kilometer weiter und das hätte wohl auch ein Gepard in dieser Zeit nicht geschafft. Wir verlangsamen unseren Galopp und schauen fassungslos dem Bus hinterher. Wie unflexibel! Im Viertelstundentakt würde ich diese Reaktion ja noch verstehen aber nicht im Juhee draussen, wo im besten Fall jede Stunde ein Bus fährt und es ja wirklich nicht darauf ankommt, ob er jetzt ordnungsgemäss bei der Haltestelle oder irgendwo zwei Hühner aufliest, die irrtümlicherweise (die Karte ist schuld, wirklich!) am falschen Ort stehen (ganz abgesehen davon, dass die Verbindung so gemacht ist, dass in jedem Fall genügend Zeit zum Umsteigen bleibt).
 Meine erste Reaktion: das darf nicht wahr sein, ich mag nicht mehr bis Il Fuorn laufen aber ich mag auch nicht in der Kühle eine STunde warten. Meine Kollegin meint lapidar: hättest halt deinen Bauch mehr raus strecken sollen.....Tolle Idee....
So marschieren wir los, es geht besser als befürchtet und ich geniesse das letzte Stück so gut es geht.
Ohne Stress und einigermassen beieinander erreichen wir Il Fuorn.
Lange müssen wir nicht auf den Bus warten, und dieses Mal nimmt er uns mit.
In Zernez allerdings ist die Verbindung etwas lausig und so verbringen wir noch einbisschen Zeit im gemütlichen Schalterprovisorium..der Charme einer Baubaracke ist immer noch angenehmer als der kalte Wind, der um die Hütte pfeifft...

Tourengänger: tschiin76


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