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Piz Daint (2968 m) - DER Aussichtsgipfel über dem Val Müstair!


Published by marmotta , 5 January 2015, 22h22.

Region: World » Switzerland » Grisons » Val Müstair
Date of the hike: 3 January 2015
Snowshoe grading: WT4 - High-level snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: Münstertaler Berge   CH-GR 
Time: 3:00
Height gain: 1075 m 3526 ft.
Height loss: 1075 m 3526 ft.
Route:Buffalora - Alp Buffalora - P. 2219 - Döss da las Plattas - P. 2650 - Piz Daint - Jufplaun - Buffalora
Access to start point:cff logo Buffalora P10
Access to end point:cff logo Buffalora P10
Maps:Skitourenkarte 259 "Ofenpass" (1:50.000)

Ein Geheimtipp ist der Piz Daint (2968 m) am Ofenpass sicher nicht mehr - dennoch ist mir der aussichtsreiche Gipfel erst vor gut 3 Monaten auf einer Wanderung im Schweizer Nationalpark als mögliches Tourenziel -insbesondere für den Winter- aufgefallen. Das urtümliche (und in weiten Teilen unberührte) Gebiet im und um den Nationalpark ist von ausgedehnten Föhrenwäldern und Schutthalden geprägt, der weitläufige Charakter der Landschaft entfaltet einen besonderen Reiz. Im Winter sind die Häuser von Buffalora an der Ofenpassstrasse der einzige Hort der Zivilsation zwischen Zernez und dem Val Müstair, die Temperaturen können hier -in einer der kältesten Ecken der Schweiz- schon mal unter minus 30 Grad sinken. Willkommen im wildesten Osten!
 
Nachdem der Winter im neuen Jahr einen solch glänzenden Einstand gefeiert hat, haben Sturm und Regen den Pulverträumen ein schnelles Ende bereitet. Wenn sich die Wolken im Norden stauen, gibt es aber bekanntlich im Süden schönes und mildes Wetter. Die Region "Ofenpass" bildete dabei genau die Schnittmenge aus meinen Wünschen nach viel Sonne, Schnee und Gipfelpanorama. Da ich aber weder das Gelände noch die aktuelle Schneebeschaffenheit kannte, nahm ich sicherheitshalber die Schneeschuhe anstelle der Ski mit - das Landschaftserlebnis und das Geniessen der viel gerühmten Aussicht vom Piz Daint sollten ohnehin im Vordergrund stehen!
 
Zusammen mit einigen Skitourengängern verlasse ich das zwischen Engadin und Südtirol verkehrende Postauto an der Station cff logo Buffalora P10 knapp unterhalb des Ofenpasses. Für die dortigen Verhältnisse ist es an diesem Morgen geradezu "heiss": Das Thermometer zeigt nur wenige Grad unter Null und der Wind hält sich ebenfalls vornehm zurück. Schnee hat es genug, um die Ski (bzw. in meinem Fall die Schneeschuhe) direkt an der Ofenpassstrasse anzuschnallen. Die Route via Alp Buffalora (2038 m) zur Hochebene Jufplaun (2219 m) ist nicht zu verfehlen: Die Trasse, auf der sich der Weg, durch schönen Föhrenwald sanft hinaufschlängelt, ist längst pistenartig planiert. Auf der Hochfläche nimmt der Wind etwas zu, bleibt aber erträglich, so dass ich erst weit oben auf dem Westrücken des Piz Daint meine Mütze aus dem Rucksack hole. Im Gegensatz zu den Skitourengängern, die weit nach Süden ausholen, wähle ich eine sehr direkte Linie, auf der ich mehr oder weniger bolzengerade dem Verlauf des Kamms folge - das ist bei den vorherrschenden Verhältnissen (durch den tagelangen Wind ist die Schneedecke hartgepresst und gut tragend) unglaublich effizient! Bereits nach insgesamt 1 h und 40 min erreiche ich so das Gipfelkreuz, wo sich gerade eine grössere Gruppe Skitourengänger für die Abfahrt parat macht. Wirklich steil (> 35 °) sind eigentlich nur der erste Absatz zu P. 2477 und dann wieder der Schlusshang (hier sind bei den derzeitigen Verhältnissen Harscheisen zwingend, will man mit den Skis bis auf den Gipfel. Ansonsten kann man das letzte Stück in gutem Trittschnee auch zu Fuss bewältigen und die Ski tragen).
 
Die Aussicht vom Gipfel ist wirklich phänomenal und verdient eine besondere Erwähnung: Praktisch die gesamten Ostalpen erstrecken sich vor einem, hinter dem unendlichen Meer aus grossen und kleinen Gipfeln verbergen sich viele klangvolle Namen. Besonders markant und leicht auszumachen sind Wildspitze, Weisskugel, die Dolomiten mit den Geislerspitzen und den markanten Gipfel der Tofane, Ortler und Königspitze sowie die Bernina - um nur die Grössten zu nennen. Weiter westlich erheben sich weitere bekannte Gipfel, darunter Piz Julier, Piz Kesch und Piz Linard. Bei solch einem Panorama könnte ich ewig verweilen, doch der kalte Wind kühlt mich irgendwann doch so aus, dass ich den Abstieg antrete. Dieser gestaltet sich weitaus besser als erwartet - der Schnee hat genau die richtige Konsistenz, um ohne Krampfen hinunterlaufen zu können. Zunächst folge ich meiner Aufstiegsroute dem Kamm entlang, biege jedoch noch vor P. 2650 nach SW ab, um über die leicht aufgefirnte Flanke in Richtung der Chasa da Cunfin abzusteigen. In mehreren mit weicherem Schnee gefüllten Rinnen zeugen ältere Schneebretter davon, dass der Wind hier in den vergangenen Tagen ordentlich Arbeit geleistet und lockeren Schnee verfrachtet hat. Windgeschützt, ist es nun aber so warm, dass ich für den Rest der Tour im Shirt gehen kann - was für ein Gegensatz zum eisigen Wind auf dem Gipfel! Obwohl ich das 14 Uhr-Postauto (das nächste würde erst wieder um 16 Uhr fahren) anvisiere, bleibt genügend Zeit, um nochmal eine längere Rast in der Sonne zu machen und die einzigartige Bergwelt über dem Val Mora in mich aufzunehmen. Von Jufplaun erreiche ich nach ca. 40 min wieder meinen Ausgangspunkt an der Ofenpassstrasse, wo das kleine Gasthaus Buffalora zu einer Einkehr auf der Sonnenterrasse einlädt.  

Hike partners: marmotta


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marmotta says: RE:
Sent 7 January 2015, 19h52
Freut mich, wenn mein Bericht für Eure Tourenplanung hilfreich ist! An diesem Tag waren noch weitere Tourengänger mit Schneeschuhen auf dem Piz Daint, der sich m.E. sehr gut für eine SS-Tour eignet - obschon die Tour, insbesondere bei Pulverschnee, mit Ski ungleich lohnender wäre.

G.
marmotta


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