Mürtschenstock (Ruchen)


Publiziert von Delta Pro , 23. September 2010 um 22:03.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:19 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Zeitbedarf: 7:15
Aufstieg: 1360 m

Grossartige Kraxeltour auf den König der Ostschweizer Voralpen
 

Der Mürtschenstock – welch ein Gipfel! Alle anderen Berge südlich des Walensees werden von ihm zu Statisten degradiert. Der Mürtschenstock ist ein Paradies für Alpinwanderer und –Kletterer. Allerdings ist keiner der Anstiege auf einen der drei Gipfel ganz trivial und erfordert einiges an Ausdauer, Spürsinn für den besten Weg und Erfahrung in steilem Gelände mit nicht immer solidem Fels. Neben den klassischen Normalrouten gibt es noch eine Vielzahl von anderen Routen und Varianten, die von stockloch schön dokumentiert sind. Nicht zu vergessen ist da natürlich die Königstour, die Mürtschen-Überschreitung. Anlässlich dieser stand ich vor 4 Jahren das erste Mal auf dem Ruchen – höchste Zeit wieder einmal ins Reich von König Mürtschenstock einzudringen.
 
Der Normalanstieg auf den Ruchen (vgl auch diese Tour von Alpin_Rise), den höchsten und südlichsten Gipfel des Massivs, wurde kürzlich mit Fixseilen entschärft. Im alten SAC-Führer noch mit ZS bewertet, sehe ich ihn jetzt im gemässigten T6-Bereich. Über weite Strecken findet man Wegspuren vor. Die Route wird relativ häufig begangen, weshalb ein Helm für den Aufstieg durch das Couloir auf jeden Fall zur Ausrüstung gehört.

 
Zur Jahreszeit passend relativ später Start (10 Uhr) am Talalpsee. Über den gewundenen Wanderweg zum Spanneggsee und bis zur Alp Humbel. Hier beginnt der lange, steile Anstieg (900 Höhenmeter, die Kondition erfordern) zum Gipfel des Ruchen. Leicht gegen rechts aufsteigend erhält man bald Einblick ins markante Westcouloir, das in die tiefe Scharte westlich eines grossen Gendarmen führt. Der untere Teil des Aufstieges ist wegen des feinen Gerölls kraftraubend. Nach der Passage eines erste Felsriegels wird’s angenehmer, da man häufiger Gras, und stellenweise ziemlich deutliche Wegspuren vorfindet. Bald wechselt man auf die rechte Seite der Rinne, die häufig noch bis weit in den Sommer mit Lawinenschnee gefüllt ist. Vor einer Felsstufe quert man wieder in die Rinne zurück. Wir haben uns danach fürs steile Gras links der Rinne entschieden, was eher anspruchsvoller ist, als wenn man direkt in leichter Kletterei in losem Schutt in dieser aufsteigt. Schliesslich steil bis an den Beginn der Fixseile, welche die letzten rund 30 Höhenmeter bis in die Scharte entschärfen. Trotzdem braucht’s in einer Stelle etwas Armkraft und die Nässe (Westseite) erforderte erhöhte Konzentration (ohne Seil ca. III). Interessant, dass mir diese Route nach der Überschreitung vor 4 Jahren als lockeres T5 vorkam (damals gab's noch keine Sicherungen) - die Einschätzung der Schwierigkeit ist halt immer sehr subjektiv und von vielen Faktoren abhängig.
Nach der Scharte auf einem schönen Weglein durch Gras aufwärts und bald in die Ostflanke. Dort erklettert man einige Stufen und hält wieder zum Grat zurück. Die Wegspuren sind deutlich. Man muss aber dennoch aufpassen, sie nicht zu verlieren. Einen markanten Aufschwung umgeht man auf einem ausgesetzten Band links, am Schluss mit einigen Klettertritten. Dann in der Westflanke durch Schutt in leichter Kraxelei zum Vorgipfel und einfach zum genial aussichtsreichen Ruchen-Gipfel. Abstieg auf der gleichen Route.

Tourengänger: Delta, sglider


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Kommentare (1)


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stockloch Pro hat gesagt: Einfach schön, der Mürtschen!
Gesendet am 29. September 2010 um 16:44
Wenn ich mir die Bilder so anschaue muss ich wohl auch nochmal rauf dieses Jahr! Sieht leider momentan nicht so toll aus mit den Verhältnissen. Letztes Jahr war ich am 21. November noch auf dem Stock und dem Fulen! Hoffe immernoch auf einen schönen Herbst...
Grüsse
Hansjürg


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