Mürtschen Ruchen (2441m) über den Südgrat


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 15. September 2009 um 22:02.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 8 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Aufstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Filzbach Post, kürzester Zustieg mit den Sportbahnen nach Habergschwänd
Unterkunftmöglichkeiten:Alp Ober Mürtschen im Heu, Murgseehütte, Talalp, Habergschwänd...

Mürtschenstock, Felsschiff der Voralpen und Herausforderung für Generationen von AlpinistInnen!
In jüngster Zeit scheinen die drei Gipfel wieder populärer zu werden; das beweisen die schmucken, gut gefüllten Gipfelbücher und neue Stahlseile am Ruchen, dem südlichsten und höchsten Mürtschengipfel.
Diverse Hikrs-Berichte (dieser, jener und der Ossi-Bombo'sche kürzlich) beschreiben die Mürtschen-Gipfel, meine letzte Begehung war die Gesamtüberschreitung im 2006 mit Delta. Damals war die Normalroute auf den Ruchen über die Südwestrinne und den Südgrat noch wenig markiert und die Schlüsselstelle "clean". Die neuen, solid eingerichteten Stahlseile und einige Steinmänner am Gipfelgrat drücken die Schwierigkeiten meiner Ansicht nach auf ein oberes T5, alternativ kann auch "WS" zutreffen.


Der Herzenswunsch meiner Begleiterin geht in Erfüllung: einmal auf dem Mürtschenstock stehen!

Wir starten im Habergschwänd (Bergstation Sportbahnen Filzbach) und beginnen die Tour mit einem Abstieg zum Talalpsee. Weiter oberhalb am Spanneggsee vorbei zur
Normalroute auf den Ruchen: kurz hinter der Alp Hummel steigt man über das mühsame, 250hm lange Geröllfeld ins markante Couloir. Dieses wird nach wenigen Metern nach rechts (Süden) in steiles Gras/Schrofen verlassen. Wo das Gras in Fels übergeht, wechselt man wiederum die Couloirseite. Unmittelbar unter der Scharte links des gezackten Turmes beginnen die neuen Fixseile, welche die Schlüsselstelle wesentlich entschärfen (ohne T6, kurz III, mit ca. T5). Von der Scharte vorerst rechts (östlich) des Südgrates auf Wegspuren hoch. Vereinzelten Steinmännern folgt man darauf auf die Westseite, wo eine kurze Querung unter einer glatten Felswand und ein anschliessendes Kaminchen (T5+, II) die Schlüsselstelle darstellt. Es wird wiederum auf die Ostseite gewechselt, worauf man schnell den leichten, fast horizontalen Gipfelgrat gewinnt.
Abstieg auf der gleichen Route, das Geröllfeld kann auf der richtigen Linie fast durchgehend "gesurft" werden!

Herzliche Gratulation meiner Mitstreiterin, die auf fast drei mal so viele Bergjahre zurückblickt wie ich - wenn ich in ihrem Alter noch Berge wie den Mürtschen besteigen kann, bin ich glücklich...

PS: laut Gipfelbuch Ruchen ist der Nordgrat mit einigen Borhaken aufgerüstet worden und haarsträubende (neue?) Linien durch die Westwand wurden auch begangen!

Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


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T6 S IV
T5+ WS II
T6 S IV
T6 ZS III
T6- II

Kommentare (5)


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mde hat gesagt:
Gesendet am 16. September 2009 um 17:33
Ciao Rise,

Gibt's noch genaueres zu den Westwandrouten?

Alpin_Rise Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. September 2009 um 17:41
Kenne nur die Einträge im Gipfelbuch, soweit ich mich Erinnern mag zwei Stück:
~ einmal und nie wieder
~ mit der Bohrmaschine die Westwand rauf
Müsstest dich bei den Locals erkundigen.

Der Sporn gleich Nördlich vom Couloir sieht ganz ordentlich aus, ist auch im SAC Führer drin. In der Südwand häts noch Potential für harte Plattenkletterei!
G, Rise

mde hat gesagt: Mürtschen
Gesendet am 17. September 2009 um 09:14
Danke!

Fragt sich, wer die Locals am Mürtschen sind... ich werd mich aber umhören. Ich war vor x Jahren mal da und fand, dass es trotz der schlechten Reputation Zonen mit durchaus gutem Fels am Mürtschen gibt.

Den Adlerflug habe ich auch mal geklettert, glaube Dezember 2006. Langer Zustieg, und von den Schwierigkeiten her etwas inhomogen, aber lohnende und schöne Kletterei. Man könnte danach über den Südgrat weiter kraxeln. Für den, der auch noch etwas "richtig" klettern will ist der Adlerflug eine gute Alternative zum Südgrat-Zustieg über die Schutthalde. Wir haben damals wegen spätem Aufbruch/kurzen Tagen den Ruchen-Gipfel nicht mehr erreicht.

Die Südwand haben wir an jenem Tag dafür dann noch inspiziert. Fester Fels, der aber sehr plattig und abweisend aussieht!

Bombo hat gesagt: RE:Mürtschen
Gesendet am 17. September 2009 um 11:59
Ein Local könnte evtl. Bergführer Heiri Furter sein, siehe Link

stockloch Pro hat gesagt: RE:Mürtschen
Gesendet am 2. Juli 2010 um 16:15
Hallo

Habe die Westwand bereits 3 Mal durchstiegen. Im Glarner Alpinführer ist sie beschrieben. Den Einstieg habe ich mal noch gekennzeichnet. Die Schlüsselstelle (ca. 10m im 5ten Grad) ist gut mit Bohrhaken abgesichert. Im obersten Teil (ca. 4ter Grad) sind die Sicherungsmöglichkeiten beschränkt und der Fels relativ brüchig und die Wegfindung ist nicht ganz einfach. Hier im hikr findest Du auch einen Bericht dazu. Es ist ein lohnender Aufstieg. Sehr schön!

Dann ist da natürlich noch die Nordwestwand. Es ist jedoch nicht ganz einfach zu erklären wie man zum Wandfuss kommt. Im Führer ist sie auch dürftig beschrieben. Wir haben den ersten Teil mal geklettert und haben uns im oberen Wandteil verstiegen und mussten auf den Grat ausqueren. Haben so den Gipfel trotzdem erreicht. Die Schwierigkeiten in der Nordwestwand bewegen sich so um 5, A1! Sicherungen müssen grösstenteils selbst gelegt werden. Die Bezwingung dieser senkrechten Wand ist unser Ziel 2010.

Kein Berg ist schöner als der Mürtschen! ;-))

Grüsse
Hansjürg


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