Edelgrat und Zuckerstock - Feierabendtour am Brüggligräte


Publiziert von joe , 10. Juli 2010 um 14:31.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum: 9 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz unterhalb Restaurant Brüggli oberhalb von Selzach.

Heute früher die Arbeit beendet und mit einem Kletterkollegen nach Selzach gefahren. Ab Selzach immer den Schildern Brüggli folgend, hinter zwei Tunnels in einer scharfen Linkskurve das Auto abgestellt.

Die Kletterei beginnt mit einem etwa 15 minütigen Abstieg (T2) zu einer kleinen Brücke. Der Einstieg ist mit einem roten Kreuz gut markiert. Die erste Seillänge, wir haben die Variante mit der Schwierigkeit 5a gewählt, konnte ich in der Schlüsselstelle leider technisch nicht überwinden. Danach bin ich zur Nomalroute (4a) hinüber geklettert. Hier hätte ich gut weiter klettern können. Aber leider wäre ich dann oberhalb der letzten noch hängenden Expressschlinge in die eigentlich Route zurück gekehrt. Somit war für mich diese Seillänge erledigt. Nach Absprache haber ich mich ausgehängt und bin die Umgehungsvariante hinauf gelaufen (T5). Mit Kletterfinken eine interessante Erfahrung. In der Zwischenzeit hat sich mein Freund am Seil abgelassen und die Express wieder eingesammelt. In meinem Übermut, so hat sich später heraus gestellt, bin ich bis hinter die Abseil/Abkletterpassage am Spitz in die Scharte aufgestiegen und am Schluss aufgekletter. Somit sind mir leider zwei Seillängen entgangen.

"Stress" kam natürlich auf, weil wir gegenseitig zuerst nicht wussten wer sich wo aufhält. Nach einiger Zeit konnten wir dann aber die angenehme Kletterei  auf dem Edelgrat zu Ende bringen. Am Schluss sind jedoch die Bäume etwas hinderlich. Und mit Harz an den Händen ist das Klettern oder Sichern auch nicht schön.

An einer Stelle in der letzten Seillänge der Kletterei ist mir dann eingefallen, dass ich schon mal vor etwa 10 Jahren diese Route geklettert bin. Obwohl eine sehr schöne Kletterei, habe ich diese Tour irgendwie vergessen. Dafür wird mir diese Tour noch etwas länger in Erinnerung bleiben. Doch dazu später mehr.

Weil schon mal hier sind, haben wir noch den Zuckerstock angehängt. Den eigentlichen Einstieg haben wir zuerst nicht gefunden. Daher sind wir die Umgehung geklettert (siehe Topo im Kletterführer). Diese Seillänge ist nicht besonders lang oder steil. Auf halber Wandhöhe hat sich plötzlich ein Felsbrocken gelöst, den sich mein Kletterpartner als Griff nutzen wollte. Der Felsbrocken flog knapp an mir vorbei. Meinem Freund ist weiter nicht passiert, da er irgendwie nach einer kurzen Rutschpartie zum Halt kam.

Das war ja mal wieder knapp. Im September 2007 habe ich ein ähnliches Erlebnis während einer Sektionstour zum Il Chapütschin erleben dürfen. Damals ging mein Pickel zu Bruch und die Rega musste gerufen werden.

Und jetzt lese ich auch noch über den Bergunfall am Steinlauihorn. Wir müssen heute unserem Schutzengel auch viel Stress bereitet haben.

Leider war auch noch Bergrestaurant Brüggli geschlossen. Somit konnten wir den Abend in Ruhe an der Aare von Solothurn ausklingen lassen.

Übrigens: wir waren heute die einzige Seilschaft auf diesem Grat.

Tourengänger: joe


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