Lammenhorn und Guglu


Publiziert von Zaza , 12. September 2009 um 19:46.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:12 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 2050 m
Abstieg: 1450 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo huteggen
Kartennummer:1308

Guglu...was wie der Name einer Studentenverbindung klingt, ist ein Gipfel. Natürlich im Wallis ;-)

Schönes Wetter im Wallis, so hatte die Wetterprognose gelautet. Schön für Salamander, war wohl gemeint gewesen. Denn in Visp war es morgens genau so grau wie in Frutigen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, also auf nach Huteggen. Von hier stammte Alexander Burgener, einer der ganz grossen Bergführer der goldenen Epoche des Alpinismus. Bekannt ist sein Beitrag zum Risikomanagement: "Mir passiert nie nix!". Er starb in einer Lawine.

In Schweibu, 400 hm oberhalb Huteggen barmt eine ältere Dame, die eine Herde von etwa 10 halb verwilderten Schafen ins Tal treiben möchte. Sie bittet mich um Unterstützung - etwa 45 Minuten probieren wir das und versuchen diverse Tricks. Alles nutzlos, die Schafe sind uns überlegen.

Nun ja, der Nebel liegt immer noch und ich erreiche bei Färicha den Höhenweg Grächen - Saas Fee. Ich folge ihm bis vor den Lammugraben und ziehe dann allmählich aufwärts. Dabei komme ich aus den Wolken heraus und erreiche zunächst ohne grosse Probleme die Guglu. Weiter geht es über grobes Geröll, das mit Vorsicht zu begehen ist, in den Sattel 3129 m. Der Grat von hier zum Lammenhorn ist etwas anspruchsvoller als er von weitem aussieht, aber wenn man sich bei Bedarf ein wenig links der Kante hält, findet sich immer ein Griff und ein Tritt. Leider ist die Aussicht wegen der vielen Quellwolken ziemlich eingeschränkt. Also geht es kurzum abwärts und wieder zum Höhenweg, dem ich bis Saas Fee folge.

Bei guten Verhältnissen dürfte es interessant sein, das Lammenhorn zu überschreiten, d.h. Aufstieg über den N-Grat (von Färicha). Ausserdem könnte man vom P. 3129 noch einen Abstecher machen zum Schilthorn. Aber nicht enttäuscht sein, wenn es kein Drehrestaurant oben hat!

Tourengänger: Zaza

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

T3
T5-
T2
16 Okt 16
Dans les hauts de Saas-Balen · ChristianR
WS
29 Sep 16
Lagginhorn · Frangge
T6- ZS III
25 Sep 16
Nadelgrat+ · jfk

Kommentare (5)


Kommentar hinzufügen

ma90in94 hat gesagt: Burgener
Gesendet am 12. September 2009 um 20:33
Es stimmt nicht immer, " die besten sterben jung ", ich glaub er war schon etwas älter, als er unterhalb der Bergli- Hütte in eine Lawine kam. Leider hat sein "Gamsli" unterm Weisshorn das gleiche Ende ereilt.
War als Bergsteigerschüler vor langer Zeit ein großer Fan vom "König der Führer."
Gruß Günter

Alpenorni Pro hat gesagt: RE:Burgener
Gesendet am 13. September 2009 um 07:59
Oh, alpine Geschichte ! : Der knorrige Alexander Burgener ist 66 Jahre alt geworden. Und Eleonore Noll-Hasenclever, von ihm genannt "Gamsli", erfolgreichste deutsche Bergsteigerin dereinst ( als Bergsteigen noch, bis auf einige "Marathon-Engländerinnen" Männersache war !), geb. 1880 in Duisburg, ist 45jährig beim Abgang eines Schneebretts unterm Weißhorn ums Leben gekommen. Bei dieser Tour war auch ein anderer deutscher "Altmeister", Hans Pfann nämlich, dabei, der schwer verletzt überlebte. Pfann war wiederum Lehrmeister von Willo Welzenbach, dem Nordwand-Mann speziell der Berner Alpen in den 20er Jahren...und der ist im besten Alter am Nanga Parbat im Hochlager zu Grunde gegangen...
Gruß Martin

ma90in94 hat gesagt: RE:Burgener
Gesendet am 13. September 2009 um 14:45
Da hat vielleicht die Bergführerlegende U. Inderbinen, der vor ein paar Jahren gestorben ist, als kleiner Bub dem Burgener noch für ein Taschengeld die Rotweinflaschen auf die Hörnli Hütte getragen. Ob er allederdings eine so wertvolle Fracht in fremde Hände gegeben hat.

Alpenorni Pro hat gesagt: RE:Burgener
Gesendet am 13. September 2009 um 16:08
Dann muss der Inderbinen aber uralt geworden sein - das Unlück am Bergli riss Burgener im Jahre 1910 in die Tiefe. Alexander Burgener hat übrigens ne Reihe von Gipfeln aus der "zweiten Reihe" erstbestiegen, u.a. passenderweise auch das Schilthorn, das hier im Text erwähnt ist ! 1889 war`s, zu dieser Zeit hatte man übrigens auch noch keine Ahnung von Drehrestaurants auf Berggipfeln,ob nun im Wallis, auf Berner Namensvettern oder sonstewo...

ma90in94 hat gesagt: RE:Burgener
Gesendet am 14. September 2009 um 09:42
Laut Wikipedia Inderbinen 1900 - 2004. Er war wirklich
eine Ausnahmeerscheinung.


Kommentar hinzufügen»