Mondscheintour zum Aletschhorn


Publiziert von whannes , 9. September 2009 um 15:08.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 8 September 2009
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 2850 m
Abstieg: 2850 m
Strecke:ca. 33km : Belalp - Oberaletschhütte - Aletschhorn (fast) - Oberaletschhütte - Belalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:per ÖV bis Belap
Unterkunftmöglichkeiten:Oberaletschhütte SAC, Mittelaletschbiwak SAC

Als ich diesen Juli bei Nebel auf dem Aletschhorn stand, wusste ich, dass ich es irgendwann noch einmal bei besserer Sicht versuchen wollte. Die perfekten Wetterverhältnisse der letzten Tage, fast Vollmond, sowie eine fitte Tourenpartnerin wären beste Vorraussetzungen für einen Gipfelerfolg gewesen, doch leider klappte es diesmal nicht bis ganz nach oben.

Wir planten, den Gipfel als 1-Tagestour anzugehen. Weil erst gerade Vollmond gewesen war, sollte uns dieser das nötige Licht spenden. So fuhren wir mit der letzten Bahn auf die Belalp, wo wir dann um ca. 2015 in Richtung Oberaletschhütte starteten. Alsbald endlich der Mond erschien, konnten wir unsere Stirnlampen ausschalten und genossen die herrliche Nachtatmosphäre. Der Weg ist bereits recht lang und endlich bei der schlafenden Hütte angekommen, folgten ca. 20min Pause.

Um Punkt Mitternacht begaben wir uns auf den Drahtseil/Leitern-Weg hinab zum Oberaletschgletscher. Die mittlere Schuttbahn ist am besten zu begehen und führt bis fas zum Ende des Gletschers. Am Anfang sowie am Ende sind Katzenaugen angebracht.
Besonders am Ende helfen sie, den Einstieg über die Moränen hinauf zu finden. Durch den hellen Mondschein brauchten wir hier die Stirnlampen lediglich am Schluss, um die Reflektoren anpeilen zu können.

Über die steile und recht schuttige Moränge gings weiter, bald über Wegspuren hinauf zum Beginn des Blockfelds. Über dieses recht lange hinauf zum Beginn des Gletschers. Nach von Steigeisen und Seil ging’s über teils dünne Spaltenbrücken hinauf zum Einstieg des Grats. Mit fortschreitender Zeit wurde es auch immer kälter, es war alles steinhart gefroren.

Kurz vor Erreichen der ersten Stange (gegen 6Uhr morgens, ca 3955m) aber musste ich feststellen, dass meine Leistung plötzlich drastisch abnahm. Jeder Schritt wurde zur Qual und ich benötigte immer wieder Verschnaufpausen. Wahrscheinlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt zu wenig gegessen. In der Kälte und Anstrengung fehlte schlicht und einfach die Lust dazu, und die letzte richtige Mahlzeit hatte ich am Mittag des Vortags gegessen.

Eine halbstündliche Pause mit etwas Tee und einigen Getreideriegeln hätte mir vermutlich wieder zur nötigen Gipfelenergie verholfen. Bei den sehr tiefen Temperaturen (geschätzt wohl gegen -10°C, das Camelbak war komplett gefroren), war allerdings nicht an mehr als 5min Pause zu denken. So musste ich mich auch mangels vernünftiger Kleidung geschlagen geben und leider den Rückzug knapp 200m unter dem Gipfel einberufen.

Etwas enttäuscht begannen wir so mit dem Abstieg zur Oberaletschhütte. Unterwegs genossen wir immerhin den nun beginnenden Tag mit seiner herrlichen Farbenpracht auf den Berggipfeln. Weiter unten auf dem Blockgrat setzte auch allmählich Sonnenschein ein. Gemütlich und mit gelegentlichen Nickerchen stiegen wir so hinab + hinauf zur Hütte, wo Kuchen und ein stärkendes Bier warteten. Ein weiteres Nickerchen und dann gings über den langen und mit einigen Gegenanstiegen gesalzenen Hüttenweg zurück zu den Belalp-Bahnen.

Fazit:
Eine lange und ziemlich strenge Tour (ca. 2850hm zum Gipfel und etwa 33km Distanz). Möchte ich irgendwann auf jeden Fall nochmals versuchen, dann allerdings mit einer durchdachteren Verpflegungsstrategie inkl. besserer Kleidung!

(Die Geodaten sind von der 2-tägigen Besteigung im Juli)

Tourengänger: whannes

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Geodaten
 1525.gpx Aletschhorn SW-Rippe

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Kommentare (2)


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eugen hat gesagt: Aletschhorn als Nachttour
Gesendet am 9. September 2009 um 16:54
Einen tollen Versuch habt ihr da gemacht. Auch wenn es diesmal mit dem Gipfel nicht geklappt hat, ändert doch das an der ganzen Sache nichts. Hauptsache, ihr seid wieder gesund auf der Belalp angekommen. Und die nächtlichen Eindrücke kann euch auch niemand mehr nehmen. Der Aufstieg an diesem Ort ist zudem nicht ganz leicht. Zum ersten Mal sind wir dort auch umgekehrt. Leichter ginge es wohl über das Biwak. Und mein Projekt geht tatsächlich auf diesem Weg zum Gipfel. Nur, dass ich bis jetzt keinen Partner gefunden habe. Wollte den Berg eigentlich anlässlich des Jubiläums angehen. Das war ja diesen Sommer.

Gruss und weiterhin schöne Touren.

Eugen

whannes hat gesagt: RE:Aletschhorn als Nachttour
Gesendet am 10. September 2009 um 10:10
Hallo Eugen

Danke für ein Feedback vom Meister der langen Zustiege ;-)

Den Aufstieg von der Oberaletschhütte macht man wohl am besten Ende Juni/Anfangs Juli. Dann gibts nämlich bequemen Trittfirm bis zum Gipfel. Etwas später (~Juli-August) wandelt sich dieser dann langsam in Blankeis um, das später (~August-September) jedoch auch noch wegschmilzt. Dann wird die Tour eher zur Klettertour, je nach Schneefall halt.

Freu mich schon fürs nächste Jahr ;-)

Gruss, Hannes


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