Weissmies, 4023m und Lagginhorn, 4010m


Publiziert von Montanara , 6. September 2009 um 16:20.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:18 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 3 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Auto oder Postbus bis Saas Grund, dann mit der Hohsaas Bahn (oder zu Fuss) bis Kreuzboden
Unterkunftmöglichkeiten:Almagellerhütte 2894m Hohsaas 3098m Weissmieshütte 2726m
Kartennummer:1329 Saas, 1309 Simplon

Das Weissmies war 2004 mein erster 4000er. Die Tour von der Almagellerhütte her über das Weissmies und hinunter nach Hohsaas gefiel mir damals schon sehr gut (und ich war infiziert vom Hochtourenvierus....). Jetzt im Juli 2007 (also ziemlich genau 3 Jahre später) suchte ich mit einer Tourenpartnerin zusammen nach einer Tour für 3 Tage. Da sich das Weissmies super mit dem Lagginhorn verbinden lässt, fiel unser Entscheid auf diese beiden Berge.

Wir fuhren von Saas Grund zunächst mit der Hohsaas - Bahn bis Kreuzboden. Von hier führt ein prächtiger Höhenweg zur Almagelleralp. Von hier steigt der Weg dann stetig an und man gelangt in ca. 2h (von der Almagelleralp) zur Almagellerhütte. Die Hütte ist sehr empfehlenswert (auch als Tageswanderung) und bietet sehr gutes Essen.
Am nächsten Morgen starteten wir um 4:30 Uhr in Richtung Zwischbergenpass. Dieser wird ohne jegliche Probleme auf einem Weg erreicht. Von hier geht es nun über Geröll und Schneefelder zu einem grossen dreieckigen Schneefeld. Ist dieses Schneefeld in gutem Zustand (d.h. Trittschnee, Firn) kann man dieses hochsteigen um dann auf den SSE - Grat zu queren. Ist das Schneefeld eisig, ist es besser direkt über den SSE - Grat hochzusteigen. Wir gingen ein Stück auf dem Schneefeld hoch um dann aber recht bald auf den Grat zu queren. Auf dem Grat ist es am besten, möglichst direkt auf dem Grat zu bleiben. In den Flanken ist der Fels brüchig (Schutt) und führt dadurch beim Gehen in den Flanken zu Steinschlag. Der Grat bietet schöne Kletterei (II) und mündet bei P.3965 in einen kurzen, schmalen Schneegrat. Dieser führt unschwierig zum Gipfel des Weissmies.
Nach ausgiebiger Rast auf dem Gipfel bei schönem Wetter und angenehmen Temperturen begannen wir den Abstieg hinunter nach Hohsaas. Dieser Auf- bzw. Abstieg gleicht eigentlich immer einer Autobahn, und so hatten auch wir an diesem Tag eine super Spur. Die Spalten waren noch recht gut zu und so verlief der Abstieg ohne irgendwelche Probleme. Von Hohsaas nahmen wir dann noch rasch den Abstieg zur Weissmieshütte unter die Füsse um dort auf der Terasse den sonnigen Nachmittag zu geniessen.

Am nächsten Morgen ging es wiederum recht früh (4:30 Uhr) los Richtung Lagginhorn. Wir entschieden uns dafür nicht über den Lagginhorngletscher zu gehen, wie alle anderen Seilschaften. Wir gingen von der Hütte zunächst über einen Moränenrücken in Richtung WSW - Grat des Lagginhorn.  Dieser Moräne darf man allerdings nicht zu lange folgen sonst hält man zu sehr Richtung Fletschhorn. Da es bei uns recht schnell dämmrig wurde sahen wir auch gut den Übergang von der Moräne zum Grat. Auf dem zunächst breiten Gratrücken erleichtern Wegspuren und einige Steinmännchen die Orientierung. Dieser untere Teil des Grates ist überwiegend Gehgelände. Auf etwa 3450m kommen nun auch die Seilschaften welche über den Laggingletscher gegangen sind, auf den Grat. Hier pfiff uns nun schon ein ganz ordentlicher Wind um die Nase, welcher unangenehm kalt war. Nun geht es meist auf dem Grat (oder rechts, wenn Schwierigkeiten umgangen werden müssen) hinauf. Kurz unterhalb des Gipfels kamen wir dann auf ein Firnfeld, welches aber dank einer guten Spur super zu gehen war. Allerdings war es mittlerweile bestialisch kalt und trotz Gore - Tex Handschuhe, 2 Jacken und gut isolierten Schuhen froren wir erbärmlich. Trotzdem ein Gipfelfoto muss sein, dachten wir als wir bibbernd im Sturm am Gipfel standen. Meine Kamera versagte kläglich und erzählte mir irgendwas von "keine Speicherkarte vorhanden". Die war aber drin....  Die Kamera meiner Tourenpartnerin machte nicht mal einen Mucks, trotz neuer Batterien.... Also entschieden wir uns eben doch ohne Gipfelfoto abzumarschieren.... Muss halt irgendwann nachgeholt werden. Wir beeilten uns um möglichst schnell nach unten zu kommen, aber erst so auf ca. 3300m wurde es langsam windstiller und etwas wärmer, Pause machten wir dann erst wieder auf der Terasse der Weissmieshütte wo es dann doch einigermassen warm (und vor allem windstill) war.  Nach einem wärmenden Kaffee und einem Stück Obstkuchen ging es dann weiter zur Station Kreuzboden und mit der Bahn nach Saas Grund.
Trotz der eisigen Kälte und des Sturmes am Lagginhorn waren die drei Tage wunderbar. Mit dem Höhenweg zur Almagelleralp, dem Weissmes und dem Lagginhorn ergibt sich eine tolle, sehr lohnende Runde im Saastal.


Tourengänger: Montanara

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