Von der OeBB zur Roggenflue


Publiziert von ABoehlen Pro , 26. Juni 2009 um 14:07.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:25 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:Oensingen - Klus - Chluser Roggen - Roggenflue - Roggenschnarz - Oberbuchsiten
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Oensingen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Oberbuchsiten
Unterkunftmöglichkeiten:Hotels in Oensingen und Balsthal
Kartennummer:LK1107 Balsthal und 1108 Murgenthal

Das von den Wetterfröschen in Zürich angekündigte Sommerwetter lässt weiter auf sich warten. Sowohl zu Hause wie auch später am Ausgangspunkt in Oensingen sorgt eine trübe Hochnebeldecke für spätherbstliche Stimmung. Daran soll sich auch im weiteren Tagesverlauf nicht viel ändern...

Während es also wettermässig nichts zu jubeln gibt, erfreut die Tour dafür umso mehr, die viel Abwechslung bietet, vor allem, wenn man Eisenbahnen mag!

Die Oensinger Klus ist das Gebiet der OeBB (Oensingen-Balsthal-Bahn). Diese gehört mit einer Streckenlänge von nur 4 km zu den kürzesten Privatbahnen der Schweiz. Ihr Fahrzeugpark kann sich dafür umso mehr sehen lassen, und übertrifft punkto Vielseitigkeit so manch grössere Bahngesellschaft. Der normale Personenverkehr wird von einer "Kolibri"-Komposition abgewickelt (auch NPZ genannt), wie man sie auch bei den SBB seit vielen Jahren kennt (dort werden sie z.Z. aufwändig modernisiert). Zusätzlich verkehren täglich mehrere Güterzüge nach fixem Fahrplan (besten Dank ins bahnforum.org für diesen Tipp), welche als Traktionsmittel über 50 jährige Triebwagen des Typs BDe 4/4 verwenden!

Um das ganze auch fotografisch festzuhalten, lege ich die Strecke bis nach Klus zu Fuss zurück, was sich sehr lohnt, auch wenn die Lichtverhältnisse alles andere als optimal sind.

In Klus beginnt der weiss-rot-weiss markierte Aufstieg zum Roggen. Der Wegverlauf, oft direkt der Abbruchkante entlang, ist sehr interessant und aufregend, aber stets gut gesichert. Von den diversen Felsköpfen geniesst man eindrückliche Ausblicke, vorab direkt hinunter in die Klus, während bei besseren Sichtverhältnissen wohl auch schöne Weitblicke möglich wären.

Der erste Gipfel, der so erreicht wird, ist der Chluser Roggen (772 m), wo der Blick auch nach Balsthal frei wird. Danach geht es ein Stück weit wieder bergab, ehe ich den Schlussaufstieg zur Roggenflue (993 m) in Angriff nehme, der durchwegs sehr steil, aber unproblematisch ist. Oben auf dem Felskopf ist ein schöner Rastplatz mit Bänken und 2 Panoramatafeln eingerichtet, der bei idealen Bedingungen zu einer längeren Pause einlädt. Da der Blick aber heute nur ein paar wenige Kilometer weit reicht, und es ohne Sonne bei einer schwachen Bisenströmung auch nicht sonderlich warm ist, ziehe ich schon bald weiter über den bewaldeten Grat des Roggen.

Der klatschnasse und oft rutschige Weg führt mich hinunter in eine Einsattelung und steigt danach kurz zum Gipfel des Roggenschnarz (955 m) an. Vom höchsten Punkt, bei einem Grenzstein mitten im Wald, sieht man nicht viel, aber kurz danach (Pt. 931) bricht das Gelände über 100 Meter hoch jäh ab. An dieser Stelle weicht der Wald zurück und der Blick schweift über die benachbarten Jurahöhen. Anschliessend geht es im Zickzack und vorwiegend über Treppen sehr steil abwärts. Eine Informationstafel klärt über die speziellen Klima- und Bodenbedingungen an diesem exponierten Ort auf.

Quer durch eine Weide, wo Kühe und Pferde grasen erreiche ich die nächste Weggabelung, wo ich mich für den Abstieg nach Oberbuchsiten entscheide. Vorerst durchstreife ich dort schön gelegene Alpweiden, die einem das Gefühl geben, viel höher zu sein, als effektiv nur 700 - 800 m. Das Bergrestaurant Alp (753 m), inmitten dieses Weidegeländes hat leider am Donnerstag geschlossen, daher gibt's dort keinen Zwischenhalt.

Damit man anschliessend nicht der Kiesstrasse folgen muss, ist im Graben des Mülibaches ein schöner Fussweg angelegt worden, der durch eine interessante Vegetation führt. Holunder in allen Variationen begleitet einem hier (Schwarzer, Roter und Zwergholunder), sowie eine stattliche Zahl von Tollkirschen, eine Pflanze, die jeder kennt (hoffentlich), die aber mancherorts gar nicht mehr so häufig anzutreffen ist.

Unmittelbar am Ende des Grabens beginnt Oberbuchsiten, das sich weit über diesen Jurahang ausdehnt. Die Bahnstation liegt dagegen weit draussen in der Ebene. Es ist noch früh am Nachmittag, als ich dort eintreffe, daher gönne ich mir für die Heimfahrt die gemütliche Variante mit den Regionalbahnen der SBB und BLS über Solothurn und Burgdorf nach Walkringen, und weiter mit dem Postauto nach Worb, wo die Sonne von einem nur leicht bewölkten Himmel brennt! Vielleicht kommt der Sommer ja doch noch...

Tourengänger: ABoehlen

Galerie


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