In Faido sind am WE 125 Liter Regen gemessen worden...


Published by Henrik , 12 June 2019, 17h49.

Region: World » Switzerland » Tessin » Bellinzonese
Date of the hike:11 June 2019
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI 
Time: 0:45
Height loss: 100 m 328 ft.
Route:Spaghetti einen Franken günstiger als letzte Woche
Access to start point:ÖV
Access to end point:ÖV
Maps:Rekordmengen Wasser

... Wenn das Adjektiv „nass“ zum Zuge kommt, dann wird doch in beträchtlichem Umfang die Sonne versucht herbeizureden...  das tun meines Erachtens insbesondere die Moderatoren von SRF 1 in der morgendlichen Vorhersage mit den betriebseigenen Wetterfröschen, die das dann oft abmildern.
 
Beispiele  aus dem Duden

[1] Nach dem Regen ist das Gras nass.

[1] Trotz des Regenschirms war der Pullover nach dem Spaziergang feucht, die Hose aber, die öfters einen Spritzer abbekam, geradezu nass.

[1] Er hatte vergessen, die schon trockene Wäsche abzuhängen, am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang war sie zwar nicht wieder nass, aber doch klamm.

[2] Die Wandfarbe ist noch nass. Lehn dich also nicht an!
 
Auch sonst ist das Wetter so lebensbestimmend geworden, dass wenn es etwas regnet, sofort eine Klappe im Hirn herunter fällt und trotz der Notwendigkeit des Nasses, zwingend, alles andere als eben nasses Wetter herbei gewünscht wird! Übrigens, im Brandenburgischen brennen wieder Waldpartien – man hat  das Erdreich abgehoben und versucht die Tiefe der ersten Feuchte ausfindig zu machen, und ist erst in einer Bodentiefe von 2,70 Metern darauf gestossen! Wahrscheinlich sind wir in der Schweiz etwas verschonter geblieben, aber auch im Grossraum Basel ist Wald für den Zugang gesperrt worden: Gefahr umstürzender Bäume als Folge der Trockenheit Sommer 2018. Ich lese schon die Kommentare, die von inszeniertem Schwachsinn reden, wenn es ums Klima geht. Die Sonnenfetischisten sind aber auch nicht einfach wegzureden!

... Meteonews berichtete vom Wettergeschehen vom vergangenen Wochenende: Zitat – „Seit Sonntag wurden in einer starken südlichen Höhenströmung sehr feuchte Luftmassen zum Alpenraum geführt, was zu kräftigen und teilweise gewittrigen Niederschlägen führte. So fielen mit Schwerpunkt im westlichen Nordtessin (Faido und Umgebung) und in den angrenzenden Gebieten über 100 Liter Regen pro Quadratmeter“.
 
... auf diesem „Grund“ entstand mein Tagesausflug in die Piottino. Ich erreichte gerade noch den IR  26 an Gleis 6. Noch ist das Regime „Rotkreuz“ keine runde Sache und nicht nur das – hier eine kleine Chronologie.

  • In Basel hatte der IR 26 10.04 bereits eine Verspätung von 10 Minuten – Gleisschaden im Raum Liestal
  • Diese waren kaum aufzuholen bis nach Luzern, deshalb hielt der Zug wenig länger (als üblich 15 Minuten), nämlich 2 Minuten mehr als geplant
  • In Arth-Goldau hielt er mehr als 10 Minuten, Anschlusszug abwartend, der von Rotkreuz kam, der Zürcherzug als EC-ICN mit Spitzkehre als Folge der Bauarbeiten in Walchwil (für nun 18 Monate)
  • Neu hält der IR in Altdorf – das heisst zwei Minuten mehr...
  • Ankunft beinahe doch korrekt in Erstfeld – eine Minute Differenz!
  • Dann der RE 4325 via Bergstrecke... dass dieser Kurs überhaupt freigegeben wurde, war „Glücksache“, denn ein Erdrutsch hatte die Strecke nach Göschenen verschüttet, doch der RE 4325 konnte dann zeitig wegfahren
  • da auf dieser Strecke auch noch ausserordentliche Bauarbeiten stattfinden, haben sich dann doch Verspätungs-Minuten VOR Göschenen aufgebaut, die der RE 4325 NICHT mehr aufholen konnte, auch nicht in der Tunnelpassage...
  • Ankunft 13.33 in Airolo
  • Der Kleinbus nach Dalpe um 13.31 war aber schon weg! Ich wollte zur Haltestelle „Casa Gendotti“!

... Bereits 19 Minuten später hatte ich das Postauto der Linie 191 – Bellinzona. Jetzt meldete sich auch der Hunger und so entstieg ich in Fiesso dem Poschti und fand einen Tisch im Hotel Baldi: dieser Teller Spaghetti war um einen Franken günstiger als der letzter Woche! Und statt eines Teller kam eine Schale zur Anwendung. Kurz noch ein Blick auf den digitalen Fahrplan – Abfahrten von Osco/Piottino jeweils 00.45 bzw. 00.08! Heute hatte ich keinen Regenschutz dabei, lediglich wie üblich den Knirps im Rucksack. Noch verhiess die Prognose Regen und auch die Stimmung war entsprechend im Modus Wolken. „Sie wollen die Schlucht entlang spazieren?“, so die Gastgeberin. Ja, „... waren Sie nicht schon letzte Woche da?“. Ja, war ich! Ist doch auch eine freundliche Geste.
 
... auch wenn ich diese Passage dieses Jahr schon fünf Mal entlang spaziert bin, neu waren heute die immensen Wassermassen, die durch das S-geformte Tal hinunterschossen. Es fanden sich doch einige Menschen neugierig wie ich, denen ich begegnete, sogar ein paar Biker. Der Schluchtweg ist gut fundamentiert. Es begann zu nieseln und mit Nieselregen kommt Freude auf. Verschiedene Standorte förderten m. E. auch wieder entsprechende Bilder.
 
... ich fand mich viel zu früh ein in Osco/Piottino, setzte mich in der Unterführung auf die Treppe mit Blick auf die gegenüberliegende Hangseite mit Trassee  und Autobahn. Ich klaubte ein Tagi-Kreuzworträtsel hervor und knobelte bis kurz vor 16.08. Der Postbus, halb leer, brachte mich nach Faido.
 
... mit abenteuerlichen Zeit-Pausen bin ich nach Basel zurückgefahren. U. a., der IR 26 von Erstfeld hält neu 22 Minuten in Luzern, als Folge der Bauarbeiten in Walchwil!
 


„Die historische Strasse in der Piottino-Schlucht ist ein Bauwerk von nationaler Bedeutung, das im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz IVS mit der Nummer TI 4.5.9 geführt wird“ – so steht es in den Ausführungen in einer Dokumentation der Pro Media Leventina zum Einsturz eines Mauerstück des Schluchtweges von 2013, welches 2014 und schliesslich 2018/19 reponiert und fertig gestellt wurde.
 

Hike partners: Henrik


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