Auf verschlungenen Wegen über Piandalevi zur Alpe Tramossa nach Alpe Canaa, P. Gramalina und Alzasca


Publiziert von lynx Pro , 18. Juni 2018 um 13:54.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:13 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Cramalina 
Zeitbedarf: 4 Tage 23:30
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Strecke:Someo - Piandalevi - Alpe Tramossa - Corte Vecchio - Alpe Pii - Nagairóm - Alpe Canaa - Pizzo Gramalina - Btta di Doia - Lago Alzasca - Capanna Alzasca - Piandalevi - Someo
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Someo
Unterkunftmöglichkeiten:Alpe die Pii (nur Notunterkunft - rudimentär) --- Alpe Canaa (*** mit Warmwasser, Dusche, WC, Selbstversorgerhütte) --- Capanna Alzasca (**** mit Warmwasser, Dusche, WC, in der Saison bewartet, bekannt für exzellente Küche!)
Kartennummer:Maggia 1292 - Bosco Gurin 1291

Wer weiss schon wo sich die Alpen Biandala, die Alpe Piandalero oder die Alpe Piandalevi befinden. Es sind unterschiedliche Namen für ein und die selbe Alp. Der älteste Name für diesen abgelegenen Ort ist Biandala. Er tritt auf den Kartenwerken erstmals 1859 auf und wechselt später in den Namen Piandalero, heute trägt der Ort den Namen Piandalevi. Er liegt auf 1009 Metern über Meer im Valle del Soladino einem Seitental des Maggiatals. 
Auf der gegenüberliegenden Seite des Ri d'Alzasca führt der reguläre und relativ stark frequentierte Hüttenweg über Faéd di Fuori (1124 Meter) und Rotonda auf ca. 1320 Metern zur Capanna Alzasca und zu dem Juwel eines Bergsees im Tessin - dem Lago Alzasca.

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Die Geschichte eines alten Bergweges im Tessin anhand von Kartenblättern der Vergangenheit bis in die Gegenwart - oder vom Werden und Vergehen:

1859 führt von Biandala noch kein Weg auf die Alpe di Tramosca auf 1628 M.ü.M. Heute ist dies übrigens die Alpe di Tramossa auf 1632 M.ü.M.
Anno domini 1873 taucht Piandalevi auf der Karte erstmals als Piandalero auf. Es führt immer noch kein Weg auf die Alpe di Tramossa. Einzig deren Name hat sich nun von Tramosca in Alpe Tramoscia gewandelt. 

Ab 1924 finden wir erstmals einen Weg eingezeichnet der von Piandalero (Piandalevi) im Direttissima zick-zack über die Gratkante zu P. 1550 hinaufführt, respektive auf der alten Dufor- oder Siegfriedkarte bei der Höhenlinie 1440 Meter in den Weg einmündet, welcher von der Hängebrücke in Someo hinauf über Cöll (1123 Meter) und Zucchero (1352 Meter) zur Alpe di Tramossa (1632 Meter) führt.
Erstmals finden wir jetzt auch kurz vor Tramossa einen Weg eingezeichnet, der, immer schön Höhe haltend, in westliche Richtung über das Val Marcia hinaus in die Wildnis führt und dort abrupt endet. Schon 1936 ist dieser Weg nicht mehr eingezeichnet.

Interessant wird es wenn wir einen Blick auf das Kartenblatt von 1979 werfen.
Der von Piandalevi, so wird der Ort jetzt erstmals genannt, direkt über den bewaldeten Grat aufsteigende Weg führt neu auf ca. 1420 Metern Höhe leicht ansteigend tief in die Flanke des Val Marcia wo er plötzlich eine grosse Kehre macht und in vier weiteren kleineren Kehren steil hochgeht und in der Nähe von P. 1550 auf den Weg der von Zucchero zur Alpe Tramossa führt, trifft. 
Der frühere, respektive ältere Weg ist in seiner letzten Etappe kartographisch nicht mehr erfasst.

Für den ambitionierten Pfadfinder stellt sich also schon zu Hause beim Recherchieren die Frage welchen der beiden einst vorhandenen Wege man aufspüren will. Erfahrungsgemäss wird die Entscheidung vor Ort entweder intuitiv getroffen oder von den Gegebenheiten im Gelände vorgegeben. 

Auf dem Kartenblatt von 1979 taucht auch der Weg welcher vor Tramossa in westlicher Richtung wegführt und zwischen 1924 bis 1936 eingezeichnet war plötzlich wieder auf. Dieser verläuft ziemlich genau auf der Höhenlinie 1600 Meter.
Die Alpe di Tramossa gewinnt übrigens mit der neuen Namensgebung (vormals Tramoscia) 3,8 Meter Höhe (von 1628 auf 1631,8 Meter) welche dann 1995 endgültig auf 1632 Meter aufgerundet werden.

Bis 1982 ist der neuere Weg von Piandalevi durchgehend eingezeichnet. Ab 1983 ist der Wegverlauf in der Westflanke die der Weg traversiert nur noch bis zu dem Punkt wo vormals die grosse 180° Kehre war, eingezeichnet.

Der nach Westen führende Weg auf der Höhenlinie 1600 vor Tramossa ist jetzt von den Kartographen wieder gänzlich weggelassen worden. (?)

Bis 1994 ist der neuere, traversierende Weg entlang der Höhe von ca. 1440 Metern noch bis zur ehemals sichtbaren grossen Kehre durchgehend eingezeichnet, während er auf dieser Passage im Kartenblatt von 1995 bereits unterbrochen ist, wie übrigens auch an zwei Stellen im Aufstieg. 
Ab 2006 sind auf der Landkarte nur noch acht kurze Fragmente dieses Weges erkennbar eingezeichnet. Dies bleibt so bis ins Jahr 2011. Das Kartenblatt 2012 bildet den besagten Weg, bis zur grossen Kehre, wieder lückenlos ab.

Ist das die Willkür der Kartographen, Unwissenheit über die Beschaffenheit eines Bergweges oder ihr kreativer Spielraum wo es in ihrem eigenen Ermessen liegt, zu entscheiden welche Wege man auf der Karte abdruckt, weglässt oder nach Lust und Laune wieder hervorzaubert?

Die Kartenausschnitte welche den Weg von Piandalevi zur Alpe di Tramossa dokumentieren sind am Ende der Bilderserie in diesem Tourenbericht angeführt.

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1. Tag: Someo - Piandalevi - Alpe di Tramossa - Corte Vecchio - Alpe di Pii - Nagairom - Alpe Canaa

Im Aufstieg von Someo auf die Alpe Alzasca erreicht man nach dem Cascata di Soladino eine Kapelle. Der Wanderweg führt durch diese hindurch. Unmittelbar nach dem man durchgegangen ist kommt ein Wegweiser. Das ist bei P. 712 auf der Karte. Rechts hoch geht es zur Capanna Alzasca. Der Weg geradeaus führt auf das idyllische Älpchen Piandalevi. Der Weg ist geschlossen (Stand Juni 2018). Um den Wegweiser ist ein schwarzer Kehrichtsack gewickelt.
Der Weg bis Piandalevi ist in perfektem Zustand. Er führt an einigen Stellen durch senkrechte Felswände. Die Wegspur ist breit genug um sicher gehen zu können. Vorsicht ist aber geboten bei Nässe! Es gibt in diesen senkrecht abfallenden Bereichen einige nasse und vermooste, schrägstehende Felsplatten. Ein Ausrutschen führt an den meisten dieser Stellen im Freien Fall in die Tiefe des Ri d' Alzasca. An einigen dieser heiklen Stellen ist der Weg mit Drahtseilen gesichert. Man sollte den Weg also bei Nässe konzentriert gehen! 
Der schönste Abschnitt auf dem Weg nach Piandalevi ist bei der Brücke über dem tiefen Abgrund des Ri d' Alzasca. Eine beeindruckende Szenerie.
Ich begegne einigen Steinpilzen die ich aber stehen lasse weil mein Weg heute noch weit ist. Nach der Brücke wird der Weg steiler und führt durch den Wald hoch. Bald erreicht man die Alp Piandalevi.

Jetzt geht es auf die Suche nach dem alten Weg welcher einst den Wald Bosco dell Erbi hoch auf einen Grat führt welcher die beiden Alpen Zucchero und Tramossa verbindet. Es gibt noch zwei andere verschollene Wege von Piandalevi aus. Der eine führt direkt nach Zucchero und der andere führt auf die Alpe d' Arbeia.
Man geht bis zum Ende der Alp Piandalevi und biegt links in den Wald hinein. Stückweise an einem Mäuerchen entlang. Auch die Rohre für die Wasserfassung führen hier durch. Aus dem Val Marcia wird es angezapft. 
Ich bin anfangs etwas zu weit links in den Wald gestochen und habe mich im Zick-Zack hochgearbeitet. Ich merke, dass es hier kaum lang geht. Studiere die Karte nochmals und gehe weiter rechts wo ich tatsächlich einen gesprühten roten Strich auf einem Stein entdecke und eine Wegspur erkenne.
Die Markierungen ziehen sich durch bis auf den Grat, mal in kurzen Abständen dann wieder in längeren Abständen. Trotzdem bleibt die Wegfindung an einigen Stellen eine Herausforderung. Zum Beispiel auf der Höhe von ca. 1220 Metern gehe ich falsch. Ich kehre um bis zur letzten Markierung und versuche es erneut. Unsicher ob ich jetzt richtig bin gehe ich weiter. Irgend wann kommt die befreiende Gewissheit in Form eines roten Tupfers an einem Baumstamm. Ich bin mir nicht sicher ob ich den Weg ohne diese Hilfen gefunden hätte. Wer sich in diesem Wald verliert, dem kann man nur viel Glück wünschen. Bewegt man sich aus dem Wegbereich fort gibt es einige sehr exponierte Stellen. Die Orientierung in einem Wald zu behalten ist deutlich schwieriger als im offenen Gelände. Der Weg ist zum grösten Teil verschwunden. Ein einziges Mal treffe ich auf Mauerresten eines Weges. Drei Mal passiert der Weg ab 1300 Metern alte Köhlerplätze

In den Wäldern des Valle di Lodana gibt es unzählige solcher Köhlerplätze. Holzkohle ist bei gleichem Energiegehalt leichter als Brennholz. Die in dieser Gegend produzierte Kohle wurde während des 19. Jahrhunderts vor allem in die nahe Lombardei verkauft. Bis ca. 1945 wurde Holzkohle in diesen Wäldern produziert. Allein im Valle di Lodano sind über 200 Köhlerplätze inventariesiert.

Unmittelbar nach dem zweiten Köhlerplatz, welcher nicht weit vom ersten entfernt ist, muss man eine 180° Kehre vollziehen und weiter diagonal aufsteigen. So gelangt man zum dritten und letzten Köhlerplatz (von diesem habe ich einen Wegpunkt erstellt).
Nach dem letzten Köhlerplatz bei einer kleinen Lichtung auf etwa 1480 Metern ist es nicht mehr weit bis auf den Grat. Hier trifft man auf den Verbindungsweg von der Alpe Zucchero zur Alpe Tramossa und zur Alpe Corte Vecchio. Bis zur Alpe Tramossa ist die Wegfindung relativ einfach obwohl es keine Markierungen in irgendwelcher Form gibt.


Ab Alpe Tramossa, welche nur noch ein intaktes Gebäude aufweist, der Rest sind Ruinen, ist die Wegfindung teilweise schwierig. Karte und Höhenmesser sind unentbehrliche Werkzeuge um in diesem Gebiet zum Ziel zu gelangen. Diese Etappe stellt sich, was die Wegfindung der heutigen Tour anbelangt als die Schwierigste heraus. Der Weg ist nur noch Fussbreit unter hohem Gras, Erlenbüschen und Fallholz verborgen. Ja nicht mit dem Auge nach passierbaren Stellen suchen wenn der Weg nicht mehr klar ersichtlich ist. Stur mit Karte und Höhenmesser arbeiten. Sonst kommt es nicht gut! Mich kostet hier ein Verhauer, als ich nicht konzentriert mit der Karte arbeite, knapp 200 Höhenmeter Abstieg und anschliessend wieder Aufstieg in schwierigem, weglosen T5-Gelände. Dies kostet viel Zeit, Energie und Nerven. 
Wer solche Touren macht braucht neben einer guten Kondition und Trittsicherheit auch eine starke Psyche und Erfahrung im Umgang mit Karte und Höhenmesser. Die hier beschriebene Tour ist zwar technisch relativ einfach. Es sind andere Faktoren die eine solche Tour zur Herausforderung machen - die Orientierung in weglosem, verwilderten Gelände
Erst vor zwei Wochen ist ein Tessiner aus Gavergno auf der Alpe Bedu 800 Meter in die Tiefe gestürzt und konnte von den Rettungsmannschaften erst vier Tage später nur noch tot geborgen werden. Dieser tragische Unfall wird mir auf dieser Tour drei mal von verschiedenen Personen erzählt.



Hat man einmal Corte Vecchio (1474 Meter) - was für ein idyllisches Plätzchen - erreicht, ist die Wegfindung kein Problem mehr. Ein schöner Weg führt zur Alpe di Pii (1607 Meter). Anschliessend geht es über gut markierte und ausgebaute T2 Wanderwege über Nagairóm (1715 Meter) zum Endziel der heutigen Etappe, auf die Alpe Canaa (1843 Meter). Auf dem Weg nach Nagairóm bei P. 1674 ist eine Wegverzweigung. Hochsteigen! Nicht geradeaus gehen.

Ich benötige für diese Tour inklusive Verhauer, Wegsuche und Fotografieren 12 Stunden. Würde ich die Tour jetzt nochmals wiederholen wäre sie auch in 10 Stunden oder etwas weniger zu machen.


2. Tag: Alpe Canaa - Pizzo Gramalina - Alpe Canaa

Heute verbringe ich den Tag auf der Alpe Canaa. Erst am Abend mache ich mich auf um den Gipfel des Pizzo Gramalina (2321,9 Meter) zu besteigen.
Während des Tages kommen zwei Personen hoch auf die Alp. Eine Tessinerin aus Lodano mit Violine auf den Rucksack geschnallt und Bändeli am Handgelenk mit kleinen Glöckchen. Immer wenn sie erzählt und gestikuliert glögglet es. Ich muss immer ein wenig schmunzeln. Wir unterhalten uns lange und führen ein interessantes Gespräch. Sie ist die erste Person die mir von dem Unglück des Berggängers auf der Alpe Bedu im Val Bavona erzählt. Sie geht anschliessend weiter zur Alpe Pii. Dort wird sie den Schafen mit der Violine spielen. ;-)

Von Canaa auf den Gipfel des Pizzo Gramalina braucht man 1 1/2 Stunden und für den Rückweg 1 Stunde. Es sind knapp 1000 Höhenmeter rauf und runter. Oben geniesst man eine herrliche Aussicht und die Mobilfunkverbindung (Swisscom) ist hervorragend auf dem Gipfel. Auf der Hütte unten ist dies nicht der Fall.

3. Tag: Alpe Canaa - Bochetta di Doia - Lago Alzasca - Capanna Alzasca

Von der Alpe Canaa führt ein neu erstellter Weg im T2 Modus zu P. 2080. In der aktuellen Karte ist der Weg noch nicht eingezeichnet. Nach dem Übergang befindet man sich schlagartig in anderem Terrain. Der Weg ist nur noch einen Fuss breit und traversiert stundenlang in steilen Grashängen. Ich gehe so lange wie möglich die Höhe haltend in Richtung Bochetta di Doia welche den Übergang ins Vergelettotal und ins Val Soladino bildet.
Bis zum Lago Alzasca bin ich 4 Stunden unterwegs. Im Abstieg von der Bochetta die Doia gibt es noch ein altes Schneefeld in steilem Gelände zu traversieren. Dies ist heikel wie ich merke. Ich gehe deshalb unten durch.
Am Lago Alzasca machen Artus und ich eine lange ausgiebige Pause mit Verpflegung, Spiel und Schwimmen. Den Abstieg zur Hütte mache ich hinten rum. Das ist nochmals etwa eine halbe Stunde.
Hier haben jetzt zwei Freiwillige zwei Wochen die Hütte bewartet und die Gäste bekocht. Das wird hier so gehandhabt. Man sagt mir, dass die nächsten beiden Wochen zwei hübsche Frauen mit der Versorgung betraut sind. 
Später treffen auch noch ein älterer humorvoller und herzlicher Tessiner, Sergio der Hüttenchef und seine Frau ein und ein pensionierter Basler Architekt. 
Das Essen ist wie immer exzellent hier oben auf der Alzasca-Hütte. Heute gibt es zwei Mal Apero. Käse mit Brot, dunklem Einsiedler Bier und saurem Most, das zweite Mal mit Fleisch, Brot, Proseco und Weisswein. Zum essen gemischter Salat, Risotto, Lasagne mit Rotwein und zum Dessert selbstgemachte Caramelcreme, Schokokuchen mit Schlagrahm. Dazu Café, Grappa und Nocino. Letzteren hat der Hüttenchef hochgeschleppt. 
Kein Wunder wird es immer lustiger und lauter während des Abends. :-)


4. Tag: Capanna Alzasca - Piandalevi - Someo

Der Weg über Piandalevi ist gesperrt (Stand Juni 2018). Auf meine Frage weshalb, erklärt der Hüttenchef kurz, weil eine Lawine niedergegangen ist und den Weg auf einem Teil komplett zerstört hat. Ich frage ob das alles ist. Antwort: Ja.
Nun, ich habe schon einige Lawinenkegel durchquert. Aber dieser hier hat es in sich. Als ich dort ankomme merke ich, dass es eine Weise Entscheidung war den Weg als geschlossen zu deklarieren. Etwa 200 Meter des Weges sind nicht mehr vorhanden. Die Querung der Lawinenkegel ist tükisch und die anschliessende Wegfindung auch nicht ganz ohne. Ich gehe möglichst weit oben durch um nicht einzubrechen. Dort wo der Weg durchging ist nämlich ein Wasserfall und eine enge Schlucht. Hier arbeite ich auch wieder mit Karte und Höhenmesser um auf der anderen Seite durchs weglose Gelände wieder auf den Weg zu treffen. Leute ich sag es euch, die heutigen Schweizer Landeskarten im Massstab 1:25'000 sind ein Meisterwerk der Genauigkeit!
Am 14. und 15 Juli werden 20 Leute den Weg wieder herstellen. Aber bei den Schneemengen wird das wohl keine einfache Sache.

Wieder in Piandalevi angekommen setze ich mich zu den einzigen verbliebenen Leuten (ein Tessiner Ehepaar) die hier noch regelmässig sind. Ihn hatte ich schon beim Aufstieg gesehen als er am Mähen war. Sie freuen sich, das ich spontan zu ihnen komme, wollen wissen wo ich durchgegangen bin. Wir unterhalten uns über eine Stunde draussen am Tisch bei Café. Von ihnen erfahre ich viele Details zur Gegend und auch zu den Wegen die es hier noch gibt, welche nirgends auf einer Karte eingezeichnet sind. Sie wundern sich, dass ich solche Touren alleine mache und auch sie erzählen mir wieder von dem Lokführer der Centovalli-Bahn der immer auf der Suche nach alten Bergwegen war und vor zwei Wochen auf Bedu im Bavonatal in den Tod gestürzt ist. 

Schliesslich verabschiede ich mich von den beiden und gehe mit Artus den Rest des Weges bis nach Someo.

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Neu erstellte Wegpunkte:

- Piandalevi 1009 Meter
- Oberster Köhlerplatz - Bosco dell Erbi (1478 Meter)
- Alpe Arbèia (1518 Meter)
- Alpe Fiümigna (1181 Meter)














Tourengänger: lynx


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Kommentare (10)


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ChristianR Pro hat gesagt:
Gesendet am 18. Juni 2018 um 16:28
Un seul mot : extraordinaire !

lynx Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. Juni 2018 um 20:28
Merci !

Mo6451 Pro hat gesagt: Wege der Vergangenheit
Gesendet am 18. Juni 2018 um 19:39
Ein wunderschöner und informativer Bericht, der viel Zeit für die Recherche in Anspruch genommen hat. Danke dafür.

Auch das ist es, was Hikr so unverwechselbar macht.

LG Monika

lynx Pro hat gesagt: RE:Wege der Vergangenheit
Gesendet am 18. Juni 2018 um 20:31
Danke Monika

Ja dieser Bericht hat viel Zeit in Anspruch genommen. Aber dieser Weg ist sowohl in HIKR als auch sonst auf dem Internet nirgends dokumentiert und somit nahm ich mir die Zeit einen etwas gründlicheren Bericht zu machen.

Einen lieben Gruss - Thomas

Ruston Pro hat gesagt: Toll!
Gesendet am 18. Juni 2018 um 22:40
Ein sehr schöner Bericht mit exzellenten Bildern und Karten.
Ich habe ein Teil dieser Tour vor ca. 40 Jahren gemacht, ohne die Hängebrücke am Anfang - die Querung der Maggia war schon eine Herausforderung. Schöne Erinnerungen kommen zurück. Vielen Dank dafür!
...Tanti saluti e una grande estate in montagna!

lynx Pro hat gesagt: RE:Toll!
Gesendet am 19. Juni 2018 um 13:50
Grazie mille per l' complimento!

Cordialità - Thomas

Seeger Pro hat gesagt: Einfach super,
Gesendet am 19. Juni 2018 um 07:27
Ciao Thomas
So schön, wie Du dieses Gebiet beschrieben hast. Die Recherchen, die Kontakte (wenn man Italienisch spricht), die Fotos, die Erlebnisse.... Einfach ein grosses Danke vom "Kenner"
Andreas

lynx Pro hat gesagt: RE:Einfach super,
Gesendet am 19. Juni 2018 um 13:41
Lieber Andreas

Ich hatte mich beim Recherchieren sehr gewundert, dass es nicht einmal Wegpunkte für Piandalevi, Füimigna und Arbeia gab und auch, dass man im ganzen Internet keine Informationen über diesen alten "Köhler"-Weg der von Piandalevi auf Tramossa führt finden konnte - nicht einmal bei deinem Namensvetter von alpi-ticinese. Dort ist lediglich vermerkt, dass es einmal einen Weg dort hoch gab. So war ich gezwungen mich selber möglichst genau nach alten Karten zu orientieren. Und doch ist die Freilanderfahrung dann jeweils ein ganz anderes Erlebnis - man weiss nie was einem erwartet, ob es gelingt, ob man möglicherweise mit den technischen Anforderungen einer solchen Route überfordert ist oder ob man wieder kehrt machen muss.

Ich spreche übrigens ganz schlecht Italienisch. Hatte aber diesmal das Glück, dass die Leute gut Deutsch konnten und in einem Fall Englisch.

Ich habe diesen Bericht gerne gemacht. Es hatte was von Pionierarbeit schon bei der Planung und dann natürlich auch in der Praxis.

Einen lieben Gruss - Thomas

blepori Pro hat gesagt:
Gesendet am 20. Juni 2018 um 08:15
giro stupendo bravi! Alcuni anni fa' ero salito a Tramossa dal sentiero diretto che viene da Someo, a Corte Vecchio avevo incontrato dei cacciatori scontenti che facevo scappare i cervi (era l'ultimo giorno di caccia). Da Tramossa dovrebbe essere possibile salire verso i Gui e raggiungere direttamente il Cramalina da Nord, almeno la carta lascia immaginare un passaggio. Un giorno provo. Ciao Benedetto

lynx Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. Juni 2018 um 22:05
Ciao Blepori

Grazie mille per tuo complimenti!

Fortunato per l' cacciatore. Felicitá per cervi!

Cordialità - Thomas


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