Spitzhorli (2737m) und Straffulgrat (2633m)


Publiziert von Chrichen Pro , 7. Juni 2018 um 08:11.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:25 März 2018
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 930 m
Abstieg: 930 m
Strecke:ca. 13 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem ÖV: Zug bis Brig / Postauto bis Simplon, Hospiz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:(Gleicher Weg umgekehrt)

ÖV-Geschichten: Baustelle zwischen Olten und Aarau, "Sie müssen mit Zugausfällen, geänderten Fahrzeiten sowie geänderten Anschlüssen rechnen". Am Vortag hat mich das von einer Tour im Berner Oberland abgehalten, und führte mich schlussendlich zum schönen Brunnistock. Heute war dieselbe Situation zumindest Grund genug, um das Ginalshorn als Notnagel einzuplanen. Schlussendlich war der IC nach Brig, wie erhofft, nicht betroffen und pünktlich in Bern. In Visp ist der Zug unerwarteterweise für ewig gefühlte Minuten rumgestanden. Schlussendlich kam er dennoch rechtzeitig für das Postauto zum Simplonpass in Brig an.
Das Postauto am Nachmittag für den Rückweg hatte gut 20 Minuten Verspätung. Wir hatten den Anschluss in Brig schon abgeschrieben. Der Postautofahrer, ein ehemaliger Formel-1 Pilot, brachte uns aber in Rekordgeschwindigkeit (natürlich regelkonform und sicher) nach Brig, wo dann 8 Minuten Reserve ein gemütliches Umsteigen erlaubte.
 
Route: Vom Simplon Hospiz auf der Strasse zu Fuss zum Parkplatz beim P.1991. Besser in Fahrtrichtung weitergehen als umgekehrt. Ups, da hätte es auch ja auch eine Postautohaltestelle gehabt! Wie dem auch sei, auf dem grossen festgetretenen Plateau startet die Tour nach Reinigen der Skibeläge vom salzigen Strassenstaub und Auffellen. Via Hopsche am P.2189 und P.2284 vorbei in den Kessel zwischen Tochuhorn und Straffulgrat. Im Kessel aufgestiegen in Richtung Üsseri Nanzlicke. Dann aber anstatt diese anzupeilen, einer schönen Spur folgend in einigen Spitzkehren am P.2595 vorbei bis unter den Grat vom Spitzhorli. Von dort an einer Schwachstelle kurz zu Fuss über die Schneeverwehung auf den Grat. Diese Variante war direkter als via Üsseri Nanzlicka, aber etwas heikel, da man kurz unterhalb von gigantischen Wechten traversiert. Weiter über den Grat zum Gipfelkreuz P.2729. Von dort kurz zum eigentlichen Gipfel und wieder zurück.
Abfahrt zur Üsseren Nanzlicke, nochmals aufgefellt und westlich vom P.2647 hindurchtraversiert. Diesen noch kurz besucht, von der Südseite her lässt er sich einfach besteigen. Kurze Abfahrt auf Fellen zur Inneri Nanzlicke, dann Aufstieg dem schönen Grat entlang zum höchsten Punkt P.2633 vom Straffulgrat. Hier losgefellt und dem Grat entlang abgefahren, bis zum P.2543, den ich wegen Schneemangel 5-10m zu Fuss gehend erreicht habe. Weitere Abfahrt im Südhang, dann so bald als möglich nach Norden gequert (möglichst hoch queren spart in der Folge viel Energie). Teils stöckelnd, teils trampelnd, teils fahrend den P.2284 angepeilt. Auf gleicher Route wie am Morgen zurück zum Simplon Hospiz.
 
Wetter: Sehr schön, etwas diesig. Es ist Frühling! Im unteren Bereich sehr warm (Südhänge), ab ca. 2400m erstaunlich kühl.
 
Schnee/Verhältnisse: Anfangs Hartschnee oder gedeckelt, später viel Windeinfluss, oft hart, Bei der Abfahrt Nassschnee. Gipfelhang unter dem Spitzhorli Gipfelkreuz stark verfahren.
 
Schwierigkeiten: Meist einfache Tour, vor allem bis zum Spitzhorli. Querung unter dem P.2647 am Straffulgrat recht steil auf Hartschnee. Etwas tiefer geht besser. Vor dem Straffulgrat P.2543 wird ein steiler Hang dem Grat entlang traversiert. Sieht aber aus der Distanz anspruchsvoller aus als es ist. Danach je nach Routenwahl kurz steile Abfahrt, bis die Querung zurück zum P.2284 angetreten wird. 

SLF: mässig
 
Besonderes: Eigentlich hatte ich ursprünglich eher das Simplon Breithorn im Visir. Nach der langen Tour vom Vortag fürchtete ich aber, dass die Kräfte nicht reichen würden für 1400m Aufstieg in zügigem Tempo. Die gewählte Tour war da gerade richtig!
Tolle Ausblicke zum Fletschhorn, zur Mischabelgruppe, zum Weisshorn und zum Monte Leone vom Spitzhorli und Straffulgrat. Die Tour hat anfangs viele Querungen (wegen Hartschnee teils mühsam) und es wird nur langsam an Höhe gewonnen. Viele Schneeschuhgänger im Gebiet (das Spitzhorli ist in der Karte auch als Schneeschuhroute markiert). Das Spitzhorli Gipfelkreuz wurde rege besucht. Einsamkeit auf dem Hauptgipfel, der jedoch wenig neues bietet. Wunderbares Ambiente am einsamen Straffulgrat. Es war sehr lohnend, diesen zu überschreiten. Skifahrerisch wenig interessante Tour, landschaftlich umso schöner!

Tourengänger: Chrichen


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