Bächistock vom Hinterklöntal


Publiziert von DonMiguel , 24. Dezember 2017 um 22:06.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:24 Dezember 2017
Ski Schwierigkeit: S
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2300 m

Heute sollte es wieder einmal steil nach oben gehen, eine ganztägige Tour, die in die Höheren Lagen geht. Grund für diese Tour waren unteranderem die Schneeverhältnisse. Unten Bruchharsch oben nicht zu viel Neuschnee. Habe mich ebenfalls gefragt warum diese Tour nicht mehr beschrieben/ begangen wird, was ich dann auch herausgefunden habe.

Hinterklöntal-Glärnischhütte:
Am Morgen früh um 7:00 parkiere ich nach dem Plätz, nach der ersten Brücke, auf einem grösseren freigeräumten Platz. Dort, noch im Dunkeln, alles montieren und dann Richtung Klönstalden, wo es langsam aufhellt. Weiter Richtung Seilbahn wo sich die Wege trennen, der eine Richtung Näbelchäppeler und der andere, mein Weg, Richtung Chäseren, wo ich die erste Spur legen darf. Weiter zu Werben wo die gemütliche Strasse endet, es 2 gibt Möglichkeiten zu der Glärnischhütte zu kommen. Entweder über Grieseren, dem üblichen Sommerweg oder Richtung Zeinenstaffel und dannach Richtung Bächistaffel. Ich habe den Sommerweg gewählt was risikoreicher und überhauptnicht schneller geht..:) Die "Läden" auf den Rucksack gepackt und zu Fuss in den Lawinenkegeln nach oben, von unten sahen für mich die die Hänge, die oberhalb Grieseren lauern, entladen aus was sich aber von oben anders herausstelle. Während ich langsam und extrem mühsam, ohne Steigeisen nur mit einem Eispickel über die glatten Gras-/Eis-/Hartschneeflächen gekrochen bin, ist drückend-langsam die Sonne an den oberen Hängen aufgegangen. Oben in der verlassenen Glärnischhütte angekommen geniesse ich meine erste Rast und auchschon donnern und prasseln die ersten Lawinen auf Grieseren herab, nochmals Glück gehabt.


Glärnischhütte-Vorderes Couloir:
Richtung Glärnischfirn gehe ich Südlich von der Rossmatteralp, jedoch nicht gleich unter den Hängen des Bächihorn. Als ich beim vorderen Couloir ankommen bin sehe ich noch 2 Propeller Flugzeuge auf dem Gletscher landen, die einzigen paar Menschen denen ich auf dieser Tour "begegnet" bin.


Vorderes Couloir-Bächifirnwächte
Das Couloir habe ich nicht hingekriegt mit Fellen zu ersteigen, die Steilheit und loser Schnee haben mir zu viel Mühe bereitet, darum zu Fuss weiter nach oben. Oberhalb des Couloirs kann man gut wieder mit Skiern laufen. Ich bin bis zu den letzten Felsen vor der Bächifirnwächte gelaufen. Ich war alleine unterwegs und war völlig ausgepowert, darum wollte ich den letzten Aufstieg zum Gipfelkreuz nicht riskieren. Angekommen um 15:35.

Talabfahrt:
Oben bläst ein eisiger Wind, darum schnell abfellen und der Aufstiegsspur nach Unten folgen. Schnee war schön kompakt, im Couloir sind teilweise die ersten 20mm abgerissen was gar nicht störend war. Jetzt nicht mehr Richtung Glärnischhütte, sondern oberhalb von "Fahnen" durch ein von unten gesichtetes Couloir direkt auf Bächistafel. Ab hier herrscht wieder Bruchharschstimmung. Von dort führt, wie schon oben erwähnt, ein breiter Weg nach Zeinenstafel, für den ich angefellt habe. Weiter Richtung Chäseren über die Brücke, jetzt dunkelt es wieder. Kurz vor Chäseren war es eher Sulzig was mir ein paar schöne Schwünge erlaubte. Jetzt den selben Weg wieder nach unten. Um 17:40 beim Auto angekommen.


Die Grieserenhänge sind wohl der Hauptgrund für die seltene Begehung der dahinter gelegenen Berge. Auch wenn man über Bächistaffel geht, muss man durch die Spitz-/Trittplangge, die ebenfalls bei Sonneneinstrahlung gerne ins Rutschen kommen.

Fazit: Lange Tour in einer, in dieser Jahreszeit, extrem vereinsamten jedoch beeindruckenden, weitläufigen Gegend.

Aufstieg: 8,5h
Abfahrt-/stieg: 2h

Datum auf Fotos stimmen nicht, muss ich mal einstellen.





Tourengänger: DonMiguel


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Kommentare (3)


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Bergamotte Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. Dezember 2017 um 09:36
Geile Tour! Ich war auch schon im Winter (bzw. Frühling) auf der Glärnischhütte zwecks Besteigung des Bächistocks. Aber das Couloir war uns dann zu heikel. Wie bei Dir waren in der Zwischenzeit in der Spitzplanggen zahlreiche Lawinen abgegangen. Ich steige dort nur noch bei perfekten Bedingungen ein.

Interessante Variante übrigens mit dem Fanen-Couloir. Wäre das auch im Aufstieg machbar?

DonMiguel hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. Dezember 2017 um 15:27
Danke dir, freut mich wenn sie gefällt! Ja ich schätze je nach Bedingungen (Schneemenge) kann man die Sonnenhänge komplett umgehen. Das Couloir das ich gefahren bin hatte ein 1,5m Absatz. Ich kenne mich nicht aus mit Eisklettern, aber dort hatte es 2 Eisformationen die man evtl. mit Steigeisen und Eispickel besteigen kann. Ich lade noch ein Foto hoch.

DonMiguel hat gesagt: RE:
Gesendet am 14. Januar 2018 um 09:08
War gestern auf dem Rad, habe nochmals ein Foto hochgeladen wo man das Couloir besser sieht. Ich würde es das nächste mal sicher dort im Aufstieg probieren. Grüsse Miguel


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