Sammelsurium im Nordschwarzwald: Wilder See, Lotharpfad, Hornisgrinde, Wasserfälle Allerheiligen


Publiziert von boerscht Pro , 11. Oktober 2017 um 23:42.

Region: Welt » Deutschland » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Tour Datum: 9 Oktober 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 605 m
Abstieg: 605 m
Strecke:18,6 km

Heute ging es mal in den recht nahen Nordschwarzwald. Zum Wandern war ich dort noch nie unterwegs, nur als Kleinkind öfters mal mit meinen Eltern zum Skifahren an einem der schönen kleinen Skilifte, von denen es hier jede menge gibt. Heute wollte ich ein paar Highlights abklappern und hoffe, dass das Wetter doch nicht so schlecht ist wie gemeldet.


Ruhestein - Wilder See - Darmstädter Hütte - Ruhestein T3; 2h; 8,3 km, 305 HM auf, 305 HM ab:

Eigentlich wollte ich ja zum Sonnenaufgang am Wildseeblick sein, einem tollen Aussichtspunkt über dem Wilden See. Am Vorabend war jedoch schon klar, dass das Wetter mies wird, egal ich versuche trotzdem mein Glück.
Noch im dunkeln starte ich am Nationalparkzentrum Ruhestein in dichtem Nebel. Die Regenjacke und Regenhose ist vorsichtshalber schonmal angezogen. Ich gehe direkt die Skipiste am Skilift Ruhestein hinauf zum Ruhesteinberg. Weiter geht es den Forstweg vorbei am Wildseeblick zum Eutinggrab. Hier hätte man sicher eine schöne Aussicht, heute jedoch keineswegs.
Der Weg zweigt nun ins Naturschutzgebiet Wilder See - Hornisgrinde und den dortigen Bannwald ab. Der Wald ist wirklich unberührt und wunderschön. Bald ist der Abzweig zum Wilden See erreicht. Eine Warntafel warnt vor Abschüssigem Gelände, sowas hätte ich im Nordschwarzwald nicht vermutet.
Der Abstieg zum Wildsee ist nicht wirklich steil, der Weg jedoch schon ein richtiger Wanderweg, welcher schmal ist und mit unzähligen umgestürzten Bäumen bedeckt ist. Schon eher ein T3 als T2, wohl eine Seltenheit hier im Nordschwarzwald. Der Weg gefällt mir richtig gut und bald stehe ich am Ufer des Wilden Sees
Der See ist urtümlich und ich denke bei gutem Wetter ist hier auch nicht viel los. Nach einigen Fotos fängt es ordentlich an zu regnen und ich gehe den schönen Weg wieder hinauf und weiter zur Darmstädter Hütte.
Neben der Hütte nehme ich noch den Altsteigerskopf mit, welcher über die Skipiste erreicht werden kann.
Mittlerweile hat es wieder aufgehört zu regnen und über Forstwege gehts wieder zurück zum Ruhestein.
Auf der gesamten Tour niemanden angetroffen, naja kein Wunder bei der Uhrzeit und dem Wetter muss man da schon etwas verrückt sein :)


Lotharpfad T2; 15 min: 1,5 km, 20 HM auf, 20 HM ab:

Der Lotharpfad liegt etwas nördlich des Schliffkopfes an der Schwarzwaldhochstraße. Lothar war ein Orkan, der am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 große Teile der Gipfelkuppen im Nordschwarzwald "leergefegt" hat. Die Fichten die hier stehen, haben im Buntsandstein Boden nur sehr flache Wurzeln und wurden vom Orkan wie Streichhölzer umgelegt. In 2 Stunden fielen damals 30 Millionen Kubikmeter ! Holz um. 
Der Lehrpfad zu eben diesem Orkan führt direkt von der Straße in einem Bogen aus Holzstegen, Brücken und Aussichtsplattformen über die, heute schon wieder zugewachsene Fläche. 
Vom Lothar selbst ist nicht mehr viel zu sehen, bis auf ein paar vermoderte Bäume. Der Lehrpfad ist jedoch interessant angelegt und man könnte die Verlängerung, den "Panoramaweg" anhängen, was ich mir bei der heutigen Sicht jedoch spare.
Es befindet sich gerade ein zweiter Weg auf hölzernen Stegen im Bau, der "Spechtpfad", der Lotharpfad ist trotz Bau begehbar.


Mummelsee - Katzenkopf - Hornisgrinde - Mummelsee T2; 1:30h; 5 km, 140 HM auf, 140 HM ab:

Nächstes Ziel ist der höchste Gipfel im Nordschwarzwald, die 1164 m hohe Hornisgrinde. Ich starte am Mummelsee, an dem viele Touristen unterwegs sind um sich hier am Kiosk Schinken oder eine Kuckucksuhr zu holen. Links am Mummelsee vorbei geht es zunächst über einen breiten Forstweg, dann rechts ab auf einen schönen Pfad. Mit einem kleinen Abstecher kann man hier noch den unspektakulären Gipfel des Katzenkopfs mitnehmen. 
Weiter gehts hinauf zum Hornisgrindeturm und über das flache Gipfelplateau zum höchsten Punkt, auf welchem der Bismarckturm steht. Die Aussicht ist gleich Null, aber immerhin regnet es nicht. Vorbei am Dreifürsteinstein nehme ich die Fahrstraße hinunter zum Mummelsee.


Ruine Allerheiligen - Wasserfälle Allerheiligen - Ruine Allerheiligen T1; 30 min: 3,8 km, 140 HM auf, 140 HM ab:

Als letztes fuhr ich noch nach Allerheiligen. Mittlerweile verzieht sich der Nebel und es kommt sogar etwas die Sonne raus. Geparkt wird direkt vor der Ruine auf dem gut gefüllten Parkplatz. Die Ruine selbst ist ganz schön, jedoch hab ich mir die irgendwie spannender vorgestellt.
Den einfachen Weg, geht es den Bach entlang bis zu den Wasserfällen Allerheiligen. Über viele Treppenstufen führt der Weg durch eine richtige Schlucht die Wasserfälle entlang nach unten. Hier ist ziemlich viel los. Ich schieße ein paar Fotos mit Stativ und werde dabei von allen Seiten beäugt. Schnell gehts wieder zurück zum Parkplatz.
Die Wasserfälle selbst haben heute dank dem vielen Regen viel Wasser geführt, sind zwar nicht sehr hoch, aber es rauscht schon ordentlich.


Trotz zwischenzeitlichem Regen und wenig Sonne zeigte der Nordschwarzwald, dass hier für einen Tagesausflug einiges geboten wird. Den Wilden See werde ich sicher bei besserem Wetter nochmals besuchen, genauso den Karlsruher Grat. Der Abstieg zum Wilden See ist mit dem schönen Weg auf jeden Fall lohnenswert.
Insgesamt kam dann sogar doch eine Strecke von 18,6 km und 605 HM zusammen.

Tourengänger: boerscht

Galerie


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