Risetestock 1752m von Süden, von Gfellen zur Tripolihütte


Publiziert von Kik Pro , 15. Dezember 2016 um 17:08.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:15 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 6:00

Der Plan, von Gfellen auf den Risetenstock und alles dem Grat nach bis zur Tripolihütte, dann auf dem Polenweg via Rickmettlen zurück, versprach gemäss LK mit (damals, s.u.) eingezeichneten WW eine sonnige, unproblematische Winterwanderung, da alles auf wrw Wanderwegen zu verlaufen schien.
 
Bei prächtigem Wetter stiegen wir in Gfellen aus dem Postauto, auf dem guten Bergweg ins Tal des Eibach  und bei Pt. 1508m nach links, wohin der Wegweiser mit den Angaben Älpeli und Risetenstock zeigte. Bei der Wegkurve 1620m ging der WW rechts und wir merkten erst ein paar Meter oberhalb der Abzweigung zum Älpli, dass wir den direkten Weg zum Risetenstock, wie er in der LK als WW angegeben war, verpasst hatten. Etwa bei der Verzweigung führt aber eine deutliche Wegspur nach Westen. Wir folgten ihr, in der Meinung, so den von unten kommenden Weg zu finden.
Jenseits einer seichten Gras/Busch-Rinne erreichte die Spur eine schwache Rippe im Wald und verlor sich. Unter den hohen Tannen ging es aber auf Tier- oder vielleicht doch alten Wegspuren recht gut aufwärts bis es steiler wurde. Ein Blick in die ebenfalls steile Gebüschkehle rechts versprach jedenfalls nichts Besseres. Gemäss GPS befanden wir uns genau auf der in der LK verzeichneten Wanderroute. Dann wurde es wirklich steil. Die Tannen standen nicht sehr dicht und hatten keine Wurzeln, an denen man sich hätte halten können. Immer noch hoffte ich, endlich auf eine Wegspur zu stossen, aber da kam nichts. Wir bohrten unsere Schuhspitzen in die Tannennadeln und schafften es irgendwie höher, bis der Wald weniger dicht wurde und sich das Gelände nach links (Westen) zum Südgrat hin abflachte, den wir bei etwa 1730m erreichten. Nun waren wir rasch auf dem Gipfel des Risetestockes 1758m, der kein Kreuz, keinen Steinmann und keine Markierung trägt. Direkt unter uns lag Gfellen und die Schulter mit dem grossen Stein, über die die schwierigere Route entlang der SW Felsen führt.
 
Der Weiterweg über den Grat auf deutlicher (auch nicht markierter) Spur war unproblematisch, bis die Spur unter den harten Schnee der Nordseite tauchte. Wir blieben daher erst auf dem Grat und folgten dann dem Fuss der Felsen auf der Südseite, in der Hoffnung, entweder wieder auf den Grat steigen zu können, oder nach dem Ende des in der LK eingezeichneten Felsbandes auf den Weg abzusteigen. Ersteres war nicht möglich. Wir querten sorgfältig auf dem langen dürren Gras, die Tännchen und Stüfchen ausnutzend bis vor eine Graskehle. Diese war, gefühlt, noch ein Spürchen steiler und glatt mit dem dürren Gras beschichtet. Ich wünschte mir zwei weitere Arme, um mich besser verkrallen zu können. Bis zur ersten Erle stieg ich rückwärts ab. Dann kam der Vorteil trockener Winterbedingungen. Ich angelte die langen biegsamen Erlenzweige und rutschte kräftesparend auf dem Hosenboden so weit die Zweige reichten, und so von Erle zu Erle weiter bis wenige Meter vor dem richtigen, hochwillkommenen Wanderweg.
 
Der Rest der Wanderung war genüsslich und die Aussicht spektakulär, Alpen und Jura dezemberklar. Bei der Verzweigung hinter dem blaue Tosse löste sich auch das Rätsel, warum so viele Hikr den Risetestock als Wegpunkt angegeben haben, obwohl nur eine Handvoll auf dem Gipfel 1758m waren (als erster Sputnik). Auf dem Wegweiser beim blaue Tosse steht nämlich als Standortsangabe Risetenstock 1800m.
Unsere Auf- und Abstiegsvariante bewerte ich mit T4, heikel, und würde sie nicht empfehlen.

Nachtrag 20.8.2017: die Wanderwegeinträge auf geo.admin und Schweiz Mobil sind jetzt korrigiert, danke!

Tourengänger: Kik


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Kommentare (2)


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Chrichen Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. Dezember 2016 um 19:42
Danke für den klärenden Bericht! Ich habe vor ca. 6 Wochen genau umgekehrt beim Risetestock den direkten Weg hinunter in Richtung Gfellen gesucht, wurde aber nicht fündig. Da mir der steile Wald zu heikel erschien, bin ich wieder zurück zum Blaue Tosse und via Wanderweg abgestiegen. Auch dort fiel mir keine offensichtliche Wegspur auf, die direkt zum Risetestock geführt hätte.
Viele Grüsse, Christian

Kik Pro hat gesagt: RE: Heikel
Gesendet am 15. Dezember 2016 um 22:55
Du hattest Recht. Wir wollten auch nicht wieder den Wald hinab steigen, und haben darum eine andere Route gesucht.
Meist ist es ja umgekehrt, alte Wanderrouten sind nicht mehr auf der Karte, obwohl sie noch begehbar sind. Hier zweifle ich, ob je eine Route existierte.
Viele Grüsse, Kik


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