Riedberger Horn, solange der Lift noch nicht steht


Publiziert von klemi74 , 20. Dezember 2016 um 20:59.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:20 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auf Höhe Fischen Richtung Riedbergpass fahren. Nach dem kurzen Tunnel bei Obermaiselstein gibt es rechts (eigentlich Kettenanlegeplatz) und links eine Reihe an Parkplätzen.
Unterkunftmöglichkeiten:Derzeit nur im Tal

Demokratie führt nicht immer zu dem Ergebnis, das sich die Allgemeinheit wünscht. Bestes Beispiel ist die Erweiterung des Skigebietes am Riedberger Horn: während sich Öffentlichkeit und diverse Verbände strikt gegen jedwede Erweiterung aussprachen, brachte ein Bürgerentscheid in den angrenzenden Gemeinden ein genau gegensätzliches Ergebnis - in den Gemeinden kann man natürlich damit leben, "außenrum" wird getobt... Nun denn, die Frage, wer im Falle einer Volksabstimmung bzw. eines Bürgerentscheides alles zu entscheiden hat, ist für eine Wanderseite wohl ein zu komplexes Thema.
Auf jeden Fall wollte ich mir das Riedberger Horn noch einmal ohne Lifte, Pisten usw. anschauen. Natürlich nicht ohne eine Runde über ein paar Gipfel in der näheren Umgebung.

Start am Parkplatz an der Riedbergpassstraße. Gegenüber geht es über eine Brücke und dann tendenziell leicht bergauf in Richtung der Talstation der Hörnerbahn. Der Weg führt etwas über dem flachen Tal quer durch den Hang, bis schließlich der Abzweig zum Sondersdorfer Kreuz erreicht ist. Es wird kurz etwas steiler, nach dem Kreuz steht dann aber bald die nächste Querung an, die durch den Osthang des Bolsterlanger Hornes zum Skigebiet führt. Hier ist tatsächlich Betrieb, immerhin ist wenig los und nur ein Teil der Pisten ist beschneit. So kann ich erst neben der Piste aufsteigen und diese weiter oben gefahrlos überqueren.
Auf Höhe der Bergstation entscheide ich, dass ich nicht dem breiten Wanderweg zum Berghaus Schwaben folgen möchte, sondern erst hinauf zum Weiherkopf gehe. Mal ist der Steig schneebedeckt, mal aper, je nach Hangexposition und Wald. Oben wäre die Aussicht nach Osten und Süden ganz nett, die Liftstation direkt am Gipfel trübt den Genuss aber leider schon.

Also bin ich ziemlich schnell wieder in Richtung Ochsenkopf aufgebrochen. Zunächst geht es steil hinab - zum Glück hier ohne Schnee -, bald aber wird es flacher und der Weg geht in eine angenehme Gratwanderung über. Erst kurz vor dem Ziel steilt es wieder auf, hier ist es auch nicht ganz klar, wo man am besten nach oben kommt. Insgesamt aber ein einfacher Abschnitt.
Das trifft anfangs auch auf den Übergang zum Riedberger Horn zu. Hier ist es kaum gespurt, dazu leiten die Spuren kurz in die schneefreie Südseite, natürlich in einen weglosen Abschnitt. Bald aber ist die Stelle erreicht, an der man von der aus Richtung Berghaus Schwaben kommenden Wanderautobahn auf den Grat gelangt. Hier waren doch schon eine Reihe Wanderer unterwegs, trotzdem wird der Aufstieg zum Tagesziel anspruchsvoll: ein paar Stellen in der Südseite sind mit einer Eisschicht überzogen, dazu warten drei steilere Absätze, von denen vor allem der zweite (glatter Untergrund, steiles Gelände) mit Vorsicht zu genießen ist.
Nach den Absätzen wird es wieder flacher, nach dem unbedeutenden Vorgipfel mit Sendemast steigt man wenige Meter ab und erreicht den recht steilen Schlussanstieg. Bald stehe ich auf dem höchsten Punkt des Tages, hier hat es so richtig viel Platz, an schönen Herbsttagen braucht es den auch.

Nun geht es auf oben ziemlich glattem, aber breit ausgetretenem Steig hinab zur Wegkreuzung oberhalb von Grasgehren, von wo man auch die klassische Skihüttenmusik leise vernehmen kann. Jenseits geht es in leichtem Auf und Ab den Kamm entlang, erst kurz vor der Bergstation des Liftes auf den Bolgen wird es etwas steiler. Danach wird es wieder sehr flach, bis zu der kleinen ebenen Fläche direkt unter dem Gipfel. Zu diesem ist es ein kurzer Abstecher, die 20 Höhenmeter sind aber arg steil und mit ein paar Schneeresten garniert.
Jetzt geht's nur noch bergab. Zunächst folge ich dem teilweise steilen Südostgrat, immerhin ohne Schnee, bis es weiter unten deutlich flacher wird. Bald ist ein Forststraße erreicht, der man ein gutes Stückchen folgt. Dann zweigt nach rechts ein kleiner Steig in Richtung Obermaiselstein ab, der aber auch nach einigen Minuten wieder auf einen Fahrweg trifft. Bald komme ich auf der großen Straße ins Bolgental an, auf dieser geht es hinunter ins Ziel.

Fazit:
Trotz der Skigebiete überwiegend schöne Runde. Bei trockenen Verhältnissen wohl nur an ganz wenigen Stellen und grad so T3 - heute war es etwas schwieriger, immerhin waren die steilsten Abstiege aper und gut begehbar. Am Riedberger Horn waren etliche Wanderer unterwegs, ansonsten habe ich heute niemanden getroffen; trotzdem sind alle Gipfel stark besucht.

Gehzeiten:
Zum Weiherkopf 1h50
Zum Riedberger Horn 1h40
Zum Wannenkopf 50min
Ins Tal 1h10

Tourengänger: klemi74


Galerie


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