"Suchet und ihr werdet finden" - Leuggelstock und Ijenstock


Publiziert von PStraub , 9. Dezember 2016 um 18:10.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 9 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Glärnischgruppe   CH-GL 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m

"Suchet und ihr werdet finden" heisst es bei Lukas und Matthäus. Gesucht habe ich den direkten Weg von Nidfurn nach Guppen, gefunden habe ich einen T6-Aufstieg. Grund für eine Glaubenskrise?

Vom Kinderspielplatz Nidfurn auf dem nicht markierten, aber direkteren Weg via Wasserfassung hinauf nach Dohlenberg und dann alles gerade hinauf bis zum Wandfuss (siehe Track unten).
Das ging weit besser, als die Karte vermuten liess, das Gelände ist weitgehend frei von Gebüsch. Verdorrte Himbeerstauden lassen erahnen, dass es im Sommer teilweise etwas schwieriger (= kratziger) sein könnte.

Schon im Zustieg wunderte ich mich, dass keinerlei Spuren eines alten Weges zu sehen waren. Normalerweise findet man solche noch viele Jahre, nachdem es den Weg "offiziell" nicht mehr gibt.

Bei der Querung durch die ersten Köpfe das gleiche: Nichts ausser Gamsspuren deutete auf eine mögliche Passage hin. Und es sollte noch ärger kommen. Das Gelände wurde zunehmend steiler, der Boden war recht hart und völlig mit Dreck und dürrem Gras "planiert". Dass die Hänge unten in Felsbändern enden, machte es auch nicht besser.
Oben, wo die Passage enger wird, war der Boden weicher und der Fels bot Halt und Griffe. Darüber, am Ausstieg,  kam noch einmal eine Passage, die ohne Pickel kaum zu schaffen wäre.

Dann stand ich auf dem markierten Weg Oberblegi - Guppen, auf welchem ich auf den Leuggelstock stieg. Nach dem T6-Stress war das Wellness pur.

Der Leuggelstock ist ein von Gräben durchzogenes Karrenplateau, das früher von einem Hochmoor bedeckt war. Den höchsten "Punkt" bilden drei praktisch gleich hohe Buckel (1726 m), keiner davon hat ein "Gipfelkennzeichen". Der lohnendste Aussichtspunkt ist ohnehin nicht einer von diesen, sondern ein kleiner Vorsprung im Nordosten des Plateaus, direkt über der dortigen Steilwand.

Anschliessend traversierte ich zum Ijenstock. Dieser heisst jetzt absurderweise Yenstock - und hat erst recht keinen erkennbaren Gipfel.

Dann bin ich zur Hütte oberhalb der Verbauungen gegangen, gemäss Karte müsste hier eine Wegspur beginnen. Das tut sie auch, doch muss man stellenweise gut aufpassen, dass man sie nicht verliert. Auch hier ebnet Material von oben anscheinend die Weganlage immer wieder aus.
Weiter unten im Wald wird der Weg zunehmend gut begehbar und ist wirklich schön angelegt.

An P. 1179 vorbei kam ich in die Strasse Leuggelen - Brunnenberg, die ich bei P. 962 wieder verliess, um direkt nach Nidfurn abzusteigen.

Ein nicht mehr auffindbarer Weg ist auch ein Resultat: Jede andere Variante des Auf- oder Abstiegs ist einfacher und sicherer - und damit wohl auch schneller. Das Chaos in der GPS-Spur zeigt, welche Sucherei das war.

Tourengänger: PStraub


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