Südrouten am Widderfeld 2076m und Mittaggüpfi 1917m


Publiziert von Bergamotte Pro , 3. Dezember 2016 um 09:08.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:30 November 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:13.7km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Parkplatz Schybach (ca. 1200m)
Kartennummer:1170 Alpnach

Die sonnenverwöhnte Südflanke der Pilatuskette weist zurzeit ideale Wanderbedingungen auf, während nordseitig bereits winterliche Verhältnisse herrschen. Ab Parkplatz Lütholdsmatt oder Schybach lässt sich eine ganze Reihe von Gipfeln über solche Südrouten erreichen. Das geht ohne grossen Aufwand. Und wärmer als im Flachland ist es hier oben erst noch.

Die einzige Etappe im Schatten folgt gleich zu Beginn: Der Aufstieg vom Parkplatz durch den Sagen- und Schywald zum Birchboden (1616m). Ab hier wird nur noch in der Sonne marschiert! Auch wenn die Widderfeld-Südflanke von unten recht abweisend erscheint, kann sie ohne grösseren Schwierigkeiten begangen werden (T4), was regelmässig gemacht wird. In beliebiger Linie steigt man eine der beiden Schneisen hoch, links oder rechts vom kleinen Wald (s. LK). Oben, dort wo die Schneisen, wieder zusammenführen, setzt die blaue Markierung ein, die einem ab sofort zielsicher durchs Gelände leitet. Ein Versteiger ist so praktisch unmöglich. Die Route ist sehr abwechslungsreich und voller schöner Felsformationen. Am eindrücklichsten ist aber der Blick in die mächtige Widderfeld-Ostwand. An den meisten Stellen haben sich im Gras Wegspuren gebildet. Ein paar Mal dürfen die Hände benutzt werden, vor allem natürlich am kleinen Felsband, wo auch ein Seil hängt. Vorsicht, das Seil ist praktisch durchgescheuert und sollte dringend ersetzt werden! Die grosszügige Gipfelflanke erreicht man schliesslich ca. 100 Meter unterhalb vom Widderfeld (2076m). Die Stelle ist mit einem Steinmann markiert, die Route deshalb auch im Abstieg gut zu finden. Vor dem kurzen Abstecher zum Nordgipfel (mit Kreuz) widme ich mich ausgiebig der stattlichen Steinbockkolonie. Die Tiere zeigen wenig Scheu, vor allem die Böcke, und lassen sich gerne fotografieren.

Auf 'gen Westen! Über den bekannten und lohnenden Pilatus-Gratweg setze ich meine Tour Richtung Mittaggüpfi fort (Diesen hat heute übrigens auch Chrichen begangen). Das Gelände der Widderfeld-Flanke ist sanft geneigt und garantiert einen angenehmen Abstieg bis zur Ebene vor dem Rottosse. Der Wanderweg umgeht diese kleine Felsbastion südseitig. Wie hatte ich diesen März gekämpft und geflucht, als ich hier mit Skiern im Nassschnee versank (*Bericht). Heute hingegen spaziere ich völlig entspannt der eindrücklichen Felswand entlang. Die verbleibenden 100Hm zum Mittaggüpfi (1917m) sind dann schnell geschafft und die Mittagsrast verdient. Dick eingepackt mach ich's mir auf dem felsigen Gipfelaufbau gemütlich. Man geniesst hier, wie von allen Pilatus-Gipfeln, formidable Blicke sowohl nach Süden in die Alpen wie auch nach Norden übers Mittelland bis zur Jurakette. 

Auch das Mittaggüpfi lässt sich über eine Südroute erreichen. Hierzu muss man zunächst weiter dem Grat bis zur Tripolihütte folgen. Diese Passage ist weit rauher als zuvor am Widderfeld, vereinzelt werden im steilen Fels gar die Hände benötigt (Stufen, Drahtseile), T3. Anschliessend einfacher Abstieg über Weidegelände nach Wängen (1571m), wo man auf die Alpstrasse trifft. Dieser folge ich, mit 3.3km recht weit, bis zu meinem Ausgangspunkt.

Tourengänger: Bergamotte


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Kommentare (3)


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joe hat gesagt:
Gesendet am 4. Dezember 2016 um 17:19
Für mich eine Neuroute, die Du beschreibst.

Und wieder ein neues Projekt für mich.

Gruss. Joe

Zolliker Pro hat gesagt:
Gesendet am 18. Dezember 2016 um 21:34
Das Seil ist jetzt weg. Ich wollte gestern ein Neues hinhängen, aber ich fand den Bohrhaken nicht.... aber es ist ja eh nicht mehr als eine II.

Bergamotte Pro hat gesagt: Wiederholungstäter
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 12:15
Dein dritter Widderfeld-Besuch in diesem Jahr? Genau wie bei mir.

Dieser Gipfelbuch-Benutzer hatte das Seil vor einer Woche entfernt: Link


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