Piz Sardona & Piz Segnas - (von Elm nach Elm, Tag 1)


Publiziert von Skog , 30. Oktober 2015 um 23:55.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:12 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Segnas-Vorabgruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 3000 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:25 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Elm oder kürzere Variante: Seilbahn Elm - Tschinglenalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ab Staumauer Gigerwald 4h Wanderung bis Sardonahütte
Unterkunftmöglichkeiten:Sardonahütte SAC, diverse Unterkünfte in Elm

Meine Unfähigkeit den (schnellsten) Weg zu nehmen, macht sich auch dieses Mal wieder bezahlt. Aus (un)bekannten Gründen verpasse ich den direkten Weg ab Elm Richtung Nideren zum Segnaspass und gehe stattdessen über Gschwänd und Firstboden nach Nideren. Die zusätzlichen 300 Höhenmeter die ich durch diesen Umweg gemacht habe, haben sich geloht. Einerseits ist der Weg durch den Wald wunderschön (zwei Stellen sind ausgesetzt und mit Ketten gesichert, sie führen durch die Wand, die beim Felssturz von 1881 übrig geblieben ist). Andererseits ist die Aussicht vom Firstboden auf das Martinsloch und das Sernftal einfach nur grossartig.
Ab Niederen nehme ich den "richtigen" Weg angenehm steigend weiter. Ab P. 1950 wird das Gelände steiler und die restlichen rund 700 Höhenmeter bis zum Pass brauchen doch etwas mehr Energie (v.a. die letzten Kehren, welche durch Schuttgelände führen). 
Bei der Mountain Lodge, einer ehemaligen Militärbaracke, nehme ich mir kurz Zeit für Kaffee und Kuchen und gehe bald weiter zu meinem heutigen Gipfelziel. Ich folge dem Wanderweg über den Pass runter zur Höhenlinienbezeichnung 2500 (gleich unter dem Pass sind einige Ketten und Stifte angebracht - es geht aber auch ohne). Dort stehend beginne ich etwas zu zweifeln. Der Geröllhang zum Piz Segnas sieht steil und steinschlägig aus. Versuchen will (und muss) ich es trotzdem - zum Glück! Die Steilheit habe ich überschätzt. Die Steine sind zwar lose, aber sie verkeilen sich so schnell ineinander, dass man (wenn überhaupt) nur wenig abrutscht. Ich steuere die grösseren Couloirs auf der (eher) linken Seite an und stosse etwas oberhalb von 2700 auf deutliche Wegspuren. Diesen folgend, erreiche ich ohne Probleme den Südgrat auf welchem ich bis zum Gipfel weitergehe. Der Grat ist eher schmal - Schwindelfreiheit schadet auf diesem kurzen Abschnitt nicht.
Auf dem Piz Segnas entschliesse ich mich, den Piz Sardona noch anzuhängen. Über deutliche Wegspuren und leichtes auf und ab erreiche ich diesen ohne weiteres. Die Landschaft hier oben ist beeindruckend, v.a. weil sie einen krassen Kontrast zur restlichen "grünen" Wanderung bildet: In östlicher Richtung liegt Schnee und Eis, und im Westen liegt graues Gestein.
Auf dem Piz Sardona überlege ich mir die weiteren Möglichkeiten und entscheide mich für eine Übernachtung in der Sardonahütte. Nach einem kurzen Telefon bin ich angemeldet und die Hüttenwartin erklärt mir, dass ich dank eines Fixseiles über den Sardonagletscher direkt zur Hütte absteigen könnte.
Da ich noch Zeit übrig habe und mich mit Turnschuhen dann doch nicht auf einen Gletscher wagen will, kehre ich zum Piz Segnas zurück und erreiche den Hang hinunterrutschend bald wieder den Wanderweg bei Muletg da Sterls. Hier geniesse ich nochmals den Blick auf die Tschingelhörner und mache mich dann auf den wunderschönen Weg entlang des Atlases über das Schmelzgebiet bei Segnas Sura zur Fuorcla Raschglius. Nach P. 2411 bei Plaun dils Agls verlasse ich den Wanderweg links abbiegend und gehe weglos  (einzelne alte Markierungen sind vorhanden) durch das Val Sax zur Trinser Furgga. Von hier sehe ich die Sardonahütte und merke, dass ich die Strecke etwas unterschätzt habe. Ein wenig gestresst (ich habe Hunger und freue mich aufs zNacht) sehe ich den wbw Einstieg beim Steinmann erst auf den vierten Blick. Der Weg führt durch einen kiesig-sandig-schlammigen steilen Hang und ich bin rund 100 Höhenmeter weiter unter froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. (Dieser Hang war für mich der anspruchsvollste Abschnitt des Tages).
Wenige Minuten und eine Katzenwäsche später sitze ich in geselliger Runde bei einem feinen zNacht in der Sardonahütte. Ans schlafen gehen denkt heute niemand. Lange sitzen wir gemeinsam draussen und starren in den wahnsinnigen Sternenhimmel um die Perseiden zu sehen. In der heutigen Nacht wurden viele Wünsche nicht ausgesprochen.

Fazit: Grossartige Tour (auch ohne Gipfel) die etwas Kondition erfordert - die 3000 Höhenmeter und 25 km sind fast durchgängig ein Genuss und ganz nach meinem Geschmack.


Tourengänger: Skog


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