COVID-19: Current situation

Gemschberg - eine Entdeckung ob Grindelwald


Published by Felix Pro , 4 November 2014, 19h28. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike: 3 November 2014
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Height gain: 1530 m 5018 ft.
Height loss: 1530 m 5018 ft.
Route:Hotel Wetterhorn - Weidli - Schwendibiel - P. 1549 - Schmale Ritt - P. 1809, Stepfi - Antseeuwen - Grosse Scheidegg - Gratschärem - P. 2117.5 - SE-Grat - Gemschberg - (P. 2358) - Grindel Oberläger - P. 1934 - Bärgelegg - Underläger - Stiftera - P. 1549 - Schwendibiel - Weidli - Hotel Wetterhorn
Access to start point:PW via Sumiswald, Konolfingen, Autobahn Kiesen - Spiez, Wilderswil und Zweilütschinen nach Grindelwald, Hotel Wetterhorn
Maps:1229

Nach den vergangenen Schneefällen in höheren Lagen - und den prophezeiten intensiven Regengüssen und Schneefällen bis weit hinunter - suchten wir eine möglichst hoch gelegene Gipfel-Variante mit Südanstieg; den Gemschberg hatten wir seit einiger Zeit im Hinterkopf - jetzt kam er uns gerade optimal vor …

 

Bei kühlen Temperaturen ziehen wir beim Hotel Wetterhorn - bei schönstem Wetter, zwar im Schatten - los, dem Wanderweg Richtung Weidli folgend. Ein geruhsames Einlaufen ist’s; der anvisierte Berg ist von (sehr) Weitem schon erkennbar - und liegt längst im sonnigen Bereich, während wir lange im Schatten (des Wetterhorns) hochwandern.

 

Über Sibet Schirli (so der Name der Postauto-Haltestelle - der Ort selbst etwas abgelegener) verläuft der WW weiter angenehm hoch nach Schwendibiel; hier zweigen wir - den direkten Weg zur Grossen Scheidegg verlassend, linkerhand ab, und erreichen, teils im Wald, oft entlang sumpfiger, hochmoorartiger Weiden, einfach P. 1549. Hier teilen sich die ausgeschilderten Wege: der Bergwanderweg, welchem wir nun folgen, steigt nun rasch steiler an zum Schmale Ritt - eine ausnehmend reizvolle, beachtliche Passage unseres Emporsteigens beginnt nun.

Hier bewegen wir uns auf einer kurzen Strecke hoch über dem Inner Bärgelbach, welcher sich (aufstiegsmässig) zu unserer Linken tief eingefressen hat, und im schiefrigen Gestein eine beinahe senkrechte Wand zurückgelassen hat - diese Stelle ist zu Recht mit Drahtseilen gesichert; und überraschend reizvoll. Danach steigen wir wieder im Wald und über Feuchtgebiete hoch und erreichen die Ebene bei P. 1809, Stepfi, und etwas später die kleinen malerischen Antseeuwen. Der eine zeigt sich eisbedeckt, der benachbarte zweite mit einer schönen Spiegelung, ein grösserer, dritter, mit dem majestätisch aufragenden Eiger dahinter - dieser und das Wetterhorn sind heute ganztägig die dominierenden, eindrücklichen Begleiter.

 

Unschwierig, teilweise über (gefrorene) Schneeresten, streben wir weiter aufwärts, und erreichen bald die winterfest gemachte Grosse Scheidegg. Nach wie vor im Schatten, und kühlen Temperaturen, stärken wir uns hier zum doch noch längeren Marsch über die Passhöhen und den finalen, langen Gipfelanstieg. Erst kurz vor der Hütte auf Gratschärem treten wir in die Sonne heraus - es ist inzwischen bereits ungefähr 10 ½ Uhr; einer Kleider-Schicht können wir uns nun entledigen. Einfach folgen wir erst der Strasse, so bald als möglich dem hier nur sanft ansteigenden SE-Grat - doch nach einem einfacheren Begehen einer ersten Scharte nach (P. 2117.5) stellt uns die nachfolgende vor unlösbare Probleme; wir müssen zurück und einige Dutzend Meter im steilen Schrofengelände absteigen.

 

Die senkrechte Stelle (im SAC-Führer wird der gesamte Grat als EB eingestuft - ob wohl Maurice Brandt hier persönlich drüber war?...) umgehen wir so unterhalb auf einer Silberdisteln-reichen Wiese, und steigen steil wieder zum anschliessend für kurze Zeit flachen Gratrücken auf. Deutlich erhebt sich vor uns nun unser Gipfelziel - mit dem nächsten Steilgrathang - und, weitaus imposanter das Schwarzhorn mit seinen abweisenden dunklen Felswänden zur S-Seite - ein herrlicher Anblick.

Wenn auch steil: der Grashang mit dem felsigen Abbruch zur E-Seite ist unproblematisch zu begehen; so gelangen wir unkompliziert auf die flachere Zwischenstufe, auf welcher wir erst einmal einige schneegefüllte Rinnen und wenig Schneeauflage im Gipfelbereich erkennen, sowie einen sich vom grossen Rudel Gämsen abgesonderten Gamsbock sichten. Weit entfernt scheint der Gipfel immer noch; „eine Fleissarbeit“, meinte ich zu Beginn - dieser letzte Anstieg zieht sich doch hin; ist jedoch, je weiter wir nach oben schreiten (und die meisten Schneefelder umgehen können), von grosser Freude ob der stets wachsenden Aussicht geprägt. Und wie wir die letzten Meter an der Gipfelwechte zurücklegen und des Schwarzhorns imposante dunklen Felswände auf dessen S-Seite von Nahem erblicken, und dem massiven Steinmann zuschreiten, ist der Jubel gross: so schön hatten wir uns den Gemschberg nicht vorgestellt.

 

Eine gute Stunde verweilen wir hier, sehen uns satt an der fantastischen Rundsicht - wir werden von grösseren Wolkenfeldern verschont - und geniessen mit den „Zvieri-Geiern“ zusammen (einer davon einfüssig) unser Mittagsmahl. Besonders hat es Ursula das von ihr begangene Wetterhorn angetan - ein echt schön anzublickender Berg - und uns beiden die Kette  Faulhorn - Esel - Simelihorn -  Reeti.

 

Einem einfachen Absteigen über die S-Flanke, im stellenweise feinen Schutt sind sogar Spuren auszumachen, und kann mitunter leicht hinunter gesurft werden, folgt - entgegen der Empfehlung des SAC-Führers - ein Direktabstieg nicht über die östlich von Im Ruppi verlaufende Flanke, sondern westseitig, einige steilere Abschnitte vorsichtiger bewältigend, hinunter nach Grindel Oberläger. Auf der Sonnseite des neuen Alpgebäudes lassen wir uns noch einmal nieder - und geniessen diesen traumhaften Bergtag.

 

Bis P. 1934 folgen wir kurz dem Fahrweg, wandern danach auf einem weiteren hinunter nach Bärgelegg, kürzen gelegentlich über Alpweiden ab, und erreichen so Under Läger und Stiftera. Hier begeben wir uns in den (noch unscheinbaren) Taleinschnitt des Üsser Bärgelbaches hinein; nach dessen Querung schreiten wir meist weglos (die eingezeichnete Wegspur ist oft nicht zu erkennen) steiler über Moorflächen ab, bis wir wieder näher an den Bach, und in den Wald hinein gelangen, in welchem wir steil zur Brücke absteigen, welche uns den nun wilden Bergbach und sein Tal traversieren lässt. Unmittelbar danach überschreiten wir auch den Inner Bärgelbach, und steigen auf steilem, gut ausgebautem Bergweg wieder hoch zu P. 1549 - wo wir heute Morgen die Route zum Schmale Ritt gewählt haben.

Auf nun bekanntem Weg machen wir uns nun auf, zum Ausgangspunkt zurückzukehren; via Schwendibiel wandern wir talwärts; kurz vor Sibet Schürli werden wir Zeugen eines phänomenalen Naturschauspiels: eine immens erscheinende Eislawine donnert vom Gutzgletscher hinunter - die Fotos mögen hoffentlich einen guten Eindruck zu vermitteln …

 

Tief beeindruckt nehmen wir den Schlussteil des Weges unter die Füsse - länger beobachtend, wie sich die Lawinen-„Nebel“ verziehen und die Reste der Lawine eine weisse Spur bis zum Alpboden hinterlassen - und wandern ,etwas müde doch, sehr zufrieden auf alle Fälle, via Weidli zurück zum Hotel Wetterhorn.

 

Der  Gemschberg kann während der Betriebszeiten der Gondelbahn auf First - und der Postauto-Kurse auf die  Grosse Scheidegg - selbstverständlich auf kürzerem Wege erreicht werden.

 

ñ 1h 50 min (Hotel Wetterhorn - Grosse Scheidegg)

 

ñ 1h 45 min (Grosse Scheidegg - Gemschberg)

 

ò 40 min (Gemschberg - Grindel Oberläger)

 

ò 1h 20 min (Grindel Oberläger - Hotel Wetterhorn) 


Hike partners: Ursula, Felix


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window


Post a comment»