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dem Hahnen die Aufwartung gemacht


Published by jaschwilli , 10 October 2013, 18h51.

Region: World » Switzerland » Obwalden
Date of the hike: 2 October 2013
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-OW 
Time: 6:30
Height gain: 1750 m 5740 ft.
Height loss: 1750 m 5740 ft.
Route:13 km

Der Hahnen hat vieles, was ihn zu einem hervorragenden Wanderziel macht:
Man kann den Weg nicht via Seilbahn abkürzen, man muss nicht über viele Viehweiden wandern, die Wege sind abwechslungsreich, die Orientierung anspruchsvoll aber nie schwierig, obwohl es keine Beschilderung gibt und zu guter Letzt: Wenn man den Gipfel vor Augen hat ist man auch wirklich gleich oben - der Schlussanstieg zieht sich nicht.
Da ich schon um 5 Uhr raus musste, um den Sohn zu einem Schulausflug zu bringen, war ich relativ früh in Engelberg am Berg, gestartet bin ich von der in der LK eingezeichneten kleinen Holzkapelle, zunächst ging es - gut beschildert und markiert durch nebeligen Wald nach oben. Bei Unter Zieblen kam ich aus dem Nebel heraus und der Hahnen zeigte sich zum ersten Mal. Weiter zieht der Weg in weiten Schleifen den Berg nach oben, an einer Stelle schien zuletzt eine Mure abgegangen zu sein, die Wewginstandsetzung mit Krainer Wänden als Verbauung ist aber weit fortgeschritten und kein Problem.
Bei Ober Zieblen verlässt man den Weg und gelangt bei einem kleinen z´Nüni Bänkli über einen Zaun auf eine Weide und hält sich rechts entlang des Zaunes und der Geländekante direkt und steil nach oben.
Am oberen Ende des Weidezaunes steht ein Holzkreuz und von Norden her zieht eine tief eingeschnittene Rinne herauf - hier ist der Punkt 1902.
Nun geht es auf guten und deutlichen Wegspuren schräg nach rechts über die Flanke auf eine weitere Geländekante zu und ein kurzes Stück auf dieser nach oben weiter. Die Nadeln des Chli Hahnen werden dabei umrundet und sehen aus vielerlei Perspektiven einfach nur toll aus. Man nähert sich der Schlüsselstelle in Sachen Orientierung, gilt es doch, den Einstieg in Richtung Hahnenband zu finden, markant gekennzeichnet durch einen einzeln stehenden Felsen, der aussieht, als hätte man ihn direkt von den Osterinseln importiert. Einzelne Berichte auf hikr widersprechen sich, ob der Einstieg mit Steinmännchen markiert ist oder nicht. Ich glaube, den Widerspruch auflösen zu können. In diesem Bereich ziehen Wegspuren auf unterschiedlicher Höhe. Vom tiefstgelegenen Weg aus sieht man die Steinmännchen nicht, findet aber gleichwohl den Osterinselmonolith recht gut. Wenn man bei der ersten Blockschutthalde, die diesen Namen tatsächlich verdient in direkter Linie hochsteigt findet man zum einen weitere Wegspuren und dann auch den ansehnlich großen Steinmann.
Ab hier nun wird es alpin: drei Eisenbügel in einer Felsstufe markieren den Beginn der Hahnenkraxelei. Dabei wechseln sich seilgesicherte Couloirs mit steilen Graspartien und felsigen Schroffen ab - sehr sehr kurzweilig und vergnüglich ist das.
Drei Anmerkungen hierzu:
- In der Literatur wird davor gewarnt, diese Passage sei bei Feuchtigkeit gefährlich rutschig und der Stein brüchig. Ich hatte gehofft, das oberhalb des Nebels die Südseite in der Sonne abgetrocknet wäre - dem war aber nicht so. Nun war es nicht richtig nass sondern nur feucht, ich hatte jedoch nie das Gefühl, einer besonderen (Ab-)Sturz- und Rutschgefahr ausgesetzt zu sein. Auch fand ich den Fels gut fest und keineswegs brüchig - zum Beispiel im Vergleich zum Hoh Brisen. Ausnahme nur der schuttreiche Aufstieg zum Nebengipfel Punkt 2593 und ein einziger Stein im Schlusscouloir, der vor allem im Abstieg als vollkommen logischer Trittstein wirkt, aber nicht wirklich fest verankert ist.
- in den diesjährigen Berichten wird vor dem schlechten Zustand der Seilsicherung im Schlusscouloir gewarnt; hier kann Entwarnung gegeben werden, das ist alles repariert und in bestmöglichem Zustand. Einen Dank an die fleißigen Hände!
- Wie immer war ich mit meinem Hund unterwegs, diesmal an der Leine weil im Jagdbanngebiet. Ich denke mit diesem Kletterbereich ist mein Hund an die Grenzen seiner Kletterfähigkeit gekommen, öfters habe ich ihr über einzelne Stufen geholfen, aber vor allem der Abstieg durchs Schlusscouloir war ihr sichtlich unangenehm, zumal für sie das gespannte Seil keine Hilfe sondern noch ein zusätzliches Hindernis war.

Nach dem Schlusscouloir hat man plötzlich den Gipfel vor sich und steht kurz darauf auch wirklich ganz oben - 1a Premiumaussicht natürlich inclusive. Da ich extrem gut in der Zeit lag gönnte ich mir noch den Aufstieg zum Nebengipfel Punkt 2593  (T3+), der wie gesagt recht schuttig ist. Dabei gibt es gewagte Tiefblicke in weitere Couloirs, die sich sicher nicht mehr zum Durchsteigen eignen.
Hier hatte ich nun eine Begegnung mit zwei Mauerläufern, diese mit dem Kleiber verwandte Art gehört sicherlich zu den schönsten Vögeln der Berge. Ein langer, leicht gebogener Schnabel, die vordere Körperpartie beige weiß und die Flügel schwarz rot wie ein Flamenco-Fächer gemustert. Laut wikipedia ist der Mauerläufer in Felswänden zwischen 40 und 2500 Metern zu Hause. Nun denn, hier war es auf 2570 Metern. In den Fotos habe ich einen Treffer, wenn auch nur im Sitzen und leicht verwackelt.

Der Abstieg erfolgte weitgehend auf der Aufstiegsroute, lediglich unterhalb des Monoliths bin ich andere Wege gegangen, um besagten Widerspruch aufklären zu können. Die steile Partie auf der Weide zu Ober Zieblen hinunter ging dabei ziemlich ins Kreuz.

Aussicht auf Engelberg war den ganzen Tag nicht gegeben, der Nebel im Tal hielt sich zäh. Für mich zählt der Hahnen als Wanderberg zu den ganz großen Erfahrungen.

Hike partners: jaschwilli


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