Sunnig Grat, Ruchälplistock, Jakobiger - "Arnisee-Runde" mit viel blau


Published by Schneemann , 11 August 2013, 13h10.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:10 August 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 
Time: 7:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1600 m 5248 ft.
Route:ca 16 km
Access to start point:Zug nach Erstfeld, Poschti nach Inschi, Seilbahn nach Arnisee cff logo Arnisee
Access to end point:wie Ausgangspunkt

Motivation:
An manchen Samstagen fällt das frühe aufstehn besonders schwer: dies war einer davon. Eine Hauptmotivation dieser Tour war den Bristen auf der andern Talseite genauer zu betrachten, weil ich dort diesen Sommer/Herbst unbedingt noch hinauf möchte. Die mir unbekannte Region um den  Arnisee bietet dabei herrliche Blicke und ein schönes Wanderrevier. Zudem ist hier eine hoch gelobte Alpinwander-Runde eingerichtet, die mich reizte...

Tour:
Nun, die Seilbahnbenützung ist öfters mal verpönt und ich habs auch lieber aus eigener Kraft aufzusteigen. Da das Reusstal aber so extrem tief eingeschnitten ist, bräuchte man dafür schon eine Hammerkondition. Da ich das Wort "Kondition" nur vom Hörensagen kenne, nahm ich also die Seilbahn von  Intschi (Gesundheit!) hinauf zum  Arnisee (1368m). Die Seilbahn ist schon ziemlich eng für 6-8 Personen und kostet derzeit 9 CHF / 14 CHF (retour) für einen Erwachsenen (keine Ermässigungen für Halbtax/GA). Angeblich gibts noch eine zweite Seilbahn zum Arnisee die noch kleiner sein soll (geht das überhaupt?).

Arnisee - Sunnig Grat (T2):
Der Arnisee lädt sehr zum Chillen ein. Damit man nicht gleich versumpft macht man am besten die Augen zu und rennt dem Wanderweg nach. Der Aufstieg zum Sunnig Grat erfolgt durch eine längere, schattige Waldpassage. Kurz vorm Gipfel erreicht man ein kleines Plateau mit Moorlandschaft und schönen Blicken ins Reusstal. Zum Gipfelkreuz wandert man noch etwas den Grat in Richtung Reusstal vor und dort wird man mit tollem Panorama belohnt.

Sunnig Grat - Ruchälplistock (T5):
Vom Sunnig Grat wandert man erst den Markierungen Richtung Leutschachtal nach, bis der blau-weisse Pfad rechtwinklig aufsteigend abzweigt. Nach einigem unschweren Aufstieg erreicht man die felsige Zone des Gipfelaufbaus. Hier wird der Tour recht anspruchsvoll. Dem sehr schmalen Grat wird meistens in Richtung Leutschachtal ausgewichen. Hier gibts einige sehr abschüssige Querungen und ein sehr steile Grascouloirs. Bei den heutigen, feuchten Verhältnissen sicherlich die Schlüsselpassage der Tour. Allerdings hats auch immer wieder Kabel und Seile, welche die heiklen Stellen entschärfen, zudem ist der Fels erstaunlich griffig und fest. Der Weg schlängelt sich gekonnt durch die Schwachstellen des sehr abweisenden Gipfels hindurch. Am Gipfelfelsen gibts dann nochmal eine schwierige Kletterpassage die allerdings mit einer durchgehnden Kette gesichert ist, dann hat man den Gipfel geschaft. Alles in allem eine toller Abschnitt mit leichtem Klettersteigcharakter.

Ruchälplistock - Jakobiger (T4+):
Der Abstieg vom Ruchälplistock über ein steiles, enges und feuchtes Grascouloir ist dann nochmal etwas unangenehm, danach gehts dann deutlich einfacher hinauf zum Jakobiger. Letzter ist wohl benannt nach dem Schutzpatron St. Jakob der Senner und auch aus dem Tal von Erstfeld sichtbar. Leider haben die Wolken hier zunehmend zugezogen und die sicher schöne Aussicht verstellt.

Jakobiger - Nidersee (T4):
Im unteren Teil des Aufstiegwegs zum Jakobiger zweigt der querende Pfad ab, auf dem man die Runde fortsetzen kann. Man quert hier erst ein Stück und steigt dann auf dem Grat des Jakobiger bis zum  Leidsee ab und muss dann eine Gegensteigung wieder hinauf bis zum  Leidseepass. Alternativ geht auch ein Weg in Richtung Erstfeld-Tal ab. Die Bergwelt ist hier sehr wild und eindrucksvoll und man wähnt sich hunderte Kilometer von der Zivilisation entfernt.

Vom Leidseepasse quert man dann anfangs noch recht ausesetzt und später einfach bis zur  Leutschachhütte SAC. Dort hielt es mich aber nicht lang, weil der darunter liegende  Nidersee einfach zu beeindruckend aussah. Das leuchtende Türkis will so gar nicht in diese farb-arme Bergwelt  passen. Die Farbe wirkt so chemisch-unnatürlich dass ich gar eine Hemmschwelle hatte dieses Wasser zu trinken ;) Leider konnte ich bislang die Ursache für diese Färbung nicht wirklich ausfindig machen...ist aber auf jeden Fall ein Postkartenmotiv.

Nidersee - Arnisee (T2):
Der letzte Teil der Runde zurück zum  Arnisee ist einfach und entspannend, aber dennoch landschaftlich recht reizvoll. Die Leutschach hatte ordentliche Wassermengen und das Tal ist sehr ursprünglich und idyllisch. Eine Geniessertour geht mit viel Genuss zuende. Natürlich hat man den Bristen in der Abendsonne stehts im Blick!

Fazit:
Eine Tour für Liebhaber von Seen und Wasser sowie von anspruchsvollem Alpinwandergelände. Vor allem beim Ruchälplistock brauchts hohe Trittsicherheit und etwas Geschick. Insgesamt eine sehr eindrucksvolle und gut markierte Tour über ein Gelände das fast unbezwingbar wirkt. Die Runde ist wohl nicht allzu sehr bekannt, was sie aber nich verdient hat. Insgesamt hats auch mehr Fotomotive als man fotografieren kann und selten hab ich so viele Bilder mit nach Hause gebracht, auch wenn 20% davon nur den Bristen zeigen ;)

Hike partners: Schneemann


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