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Piz Linard 3410m - auf den Spuren von Nik Hartmann


Published by Mueri , 28 July 2013, 13h11.

Region: World » Switzerland » Grisons » Basse Engadine
Date of the hike:25 July 2013
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Piz Linard-Gruppe   CH-GR 
Time: 2 days
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 2000 m 6560 ft.
Route:Lavin - Plan dal Bügl - Chamonna Linard CAS - Piz Linard via SE-Grat - via SSW-Grat zur Fuorcla da Glims - Chamonna Linard - Lavin
Access to start point:Mit PW nach Lavin (Gratisparkplätze für Hüttenbesucher in Lavin, Wegweiser folgen) Bis Plan dal Bügl gut mit Bike machbar!
Accommodation:Chamonna Linard CAS

Er thront majestätisch über dem Unterengadin. Und wer wie mein Kollege Cédric bereits seit Jahren seine Sommerferien auf einem Campingplatz in Zernez verbringt, der freie Sicht auf den Piz Linard bietet, dem sei es nicht zu verübeln, dass er allmählich den Wunsch verspürt, einmal dort oben zu stehen.

So hat mich mein Kollege Cédric, der Vater meines Göttibubs ist, schon vor Jahren darum gebeten, einmal mit ihm die Pyramide im Unterengadin in Angriff zu nehmen. Schliesslich werde auf dem Campingplatz in Zernez immer wieder davon erzählt, wie man diesen Koloss bestiegen hätte und welche Aussicht der König der Silvretta biete. Dank des anhaltenden Schönwetters reise ich also kurz ins Engadin, um mein Versprechen einzulösen...



Tag 1

Auf dem Dorfplatz in Lavin angekommen, zeigt uns ein Wegweiser den Weg zum gebührenfreien Parkplatz der Gäste der Chamonna Linard. Ab dort steigen wir wenig steil durch typische Engadiner Wälder hoch zu Plan dal Bügl. Bis hier (ca. 2000 m. ü. M.) führt auch eine Alpstrasse (Fahrverbot für Unberechtigte), die Bikern den Fussanstieg und -abstieg zur Hütte angenehmer macht. Ab Plan dal Bügl geht's hoch zur Chamonna Linard. Insgesamt ein m. E. nicht wirklich spektakulärer, aber angenehmer Aufstieg.

Oben auf der Hütte werden wir herzlich von Heidi und Werni empfangen, die während dieser Tage die Hütte bewarten. (Die Hütte wird jeweils während der Sommersaison von Mitgliedern der SAC Secziun Engiadina Bassa in Freiwilligenarbeit betreut und ist ausserhalb dieser Zeit eine Selbstversorgerhütte.) Die Hütte wie auch deren Betreuung haben es mir angetan. Mein Kollege und ich erhalten einen eigenen Sechserschlag zum Übernachten, und Werni zeigt sich als sehr hilfreich bei der Planung letzter Details zur Besteigung des Piz Linards.

Tag 2

Nach einer ruhigen und angenehmen Nacht brechen mein Kollege und ich am frühen Morgen als einzige auf hoch zum Piz Linard. Auf Wanderwegen lassen wir die drei Seen im Süden des Piz Linards hinter uns und steigen auf dem noch verbliebenen Schnee und über Geröll gelegentlich etwas mühsam, aber unschwer hoch zum Einstieg auf den Südostgrat (bei P. 3035). Beim Einstieg auf den Grat entscheiden wir uns für den rechten Couloir, welches wohl den einfacheren Aufstieg zum Grat bietet.

Mit Klettereien im unteren dritten Grad steigen wir, vor allem im unteren Teil immer wieder geringfügig in die nicht allzu steile Ostwand ausweichend, dem Grat entlang hoch zum Gipfel. Punkto Schwierigkeit dürfte es gemäss eigener Einschätzung kaum eine Rolle spielen, ob man mal etwas weiter in die Ostwand oder im oberen Teil des Grates auch in die Südwand abdriftet oder dies bleiben lässt. Wichtig ist jedoch, immer den Grat im Auge zu behalten und immer wieder diesen anzuvisieren. Zurücksteigen mussten wir an keiner Stelle; der Grat scheint sich auf verschiedenen Wegen begehen zu lassen.

Eine Spezialität dieses Grates sind bestimmt die an ganz komischen Orten gesetzten Bohrhaken, die kaum dazu dienen, Seilschaften eine Absicherung auf dem Grat zu ermöglichen. Auf diesem Grat sind wir eben auf den Spuren von Nik Hartmann, der den Grat einst im Rahmen von "über Stock und Stein" bestiegen hat. Dass dabei Kameras nicht fehlen durften, leuchtet ja ein. Dass diese auf dem Weg hoch zum Gipfel gesichert werden müssen, macht durchaus Sinn. Nur stellt sich die Frage, ob die irritierenden Bohrhaken heute noch einen Zweck erfüllen (nebst der Erinnerung an diese Sendung). Anyway, wir waren mit Helm und Pickel, aber ohne Seil unterwegs; und so schenken wir den Bohrhaken zumindest für unser Projekt keine Beachtung.

Oben angekommen liegt dem Alpinisten die Welt zu Füssen. Nur schade, dass Quellwolken und Dunst die tolle Aussicht etwas trübten. Anders als Nik Hartmann, der auf dem Gipfel seine Reise beendet hat, steigen wir auch wieder herab, und zwar immer schön dem SSW-Grat entlang. Am Anfang überklettern wir einige Gipfelchen, die sich aber - wenn man die einfachste Variante vorzieht - südseitig umgehen lassen.
Der ganze Grat ist geprägt von losem Gestein und leider meist abwärts geschichtetem Gestein. Wohl hätte uns das Ausweichen auf ein Schneefeld zur rechten Seite den Abstieg massiv vereinfacht, doch wollen wir auf dem Grat bleiben.

Ist die Fuorcla da Glims erst einmal erreicht, steigt man unschwer auf Wegen oder Schneefeldern zu den drei Seen hinab und von dort zurück zur Hütte.

Tour mit Cédric


Fazit

Generell kann ich diese Tour mit Übernachtung in der Chamonna Linard nur weiterempfehlen: tolles Essen, freundliche und hilfsbereite Bedienung, gute Hüttenatmosphäre, genialer Aufstieg über den SE-Grat für Liebhaber von Gratkraxeleien, fantastische Aussicht vom König der Silvretta. Absteigen würde ich zukünftig allerdings wohl auf einem anderen Weg (wohl nicht Normalweg wegen Steinschlags, vielleicht SW-Grat).

Hike partners: Mueri


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