Unverhofft: Der Zuestoll (2235 m)


Published by rkroebl Pro , 16 June 2012, 00h01.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:15 June 2012
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Churfirsten   CH-SG 
Time: 4:30
Height gain: 850 m 2788 ft.
Height loss: 850 m 2788 ft.
Route:Alp Selamatt - Zinggen - Hinterlücheren - Rüggli - Zuestoll retour (11 Km)
Access to start point:Mit dem Auto zur Talstation in Alt St. Johann (ÖV ist von Zürich aus echt mühsam - ich hab's probiert!)
Maps:Ausschnitt map.geo.admin.ch / GPS etrex 30

Eigentlich war für heute der Rautispitz im Glarnerland geplant. Sehr spät am Vorabend sah ich zum Glück noch den super geschriebenen, topaktuellen  Bericht  von Freeman und sah mein Projekt in Schneewächten versinken. Es wurde umdisponiert auf den Zuestoll, einen der Churfirsten, der wenig hundetauglich ist (aber das ist eine andere Geschichte).

Tolles Sommerwetter begrüsste mich im Toggenburg. Fahrt von Alt St. Johann mit dem Bähnli auf die Alp Selamatt und gleich los in Richtung Zinggen, Hinterlücheren und Rüggli, wie schon vor einer Woche, als es auf den  Schibenstoll ging. Beim Rüggli geht es rechts ein steiles Schneefeld hinauf (Mitnahme des Eispickels amortisiert) und in eine freie erste Kletterpartie, bei der man vielleicht 20 Hm in gestuftem Fels kraxelt. Dann ein schier endloser Aufstieg unter praller Sonne auf dem Rücken des Bergs. Erst steinig und durch allerhand Gestrüpp, dann einfach nur noch steil. In diesem Teil des Aufstiegs ist der angestrebte Gipfel für lange Zeit nicht zu sehen. Genau in dem Moment, in dem der bestiegene Rücken abflacht, findet man sich auf einem teilweise etwas ausgesetzen Grat wieder, der in gewissem Sinn auch einen Vorgipfel hergibt. Der Grat ist auf ganzer Länge mit Stahlseilen gesichert. Genau dort, wo das Stahlseil endet, geht es dann in freiem Klettern etwa 15 Hm mehr oder weniger vertikal eine Stufe tiefer, von wo man dann den eigentlichen Gipfelsturm lancieren kann. Dieser endet für die letzten vielleicht 10 Hm vertikal in einer weiteren Kraxlerei - diesmal in Begleitung einer Stahltrosse.

Oben den Gipfel für mich alleine und dann natürlich das für die Churfirsten so spezielle 'Top of the World' Gefühl, wenn man auf den knapp 1800 Hm tiefer liegenden Walensee hinabblickt und sogar einen Feldstecher braucht um die weit unter einem kreisenden Gleitschirmflieger zu beobachten.

Abstieg auf der selben Route. Das Schneefeld ganz unten dann auf dem Hosenboden - den Pickel brauchte ich da bloss zum bremsen.

Eine wirklich schöne Tour war das, und heute, an einem Wochentag, fast einsam. Ich gehe davon aus, dass der Zuestoll an diesem Tag von 4 Leuten bestiegen wurde. Einen jungen Mann aus Radolfzell habe ich im Aufstieg auf dem Grat gekreuzt. Die anderen beiden gingen weit, weit vor mir und sind dann vom Erdboden verschwunden. Falls das jemand war der mitliest: Wo und wohin in Dreideibelsnamen seid Ihr abgestiegen?

Zur Nachahmung empfohlen, eine wirklich interessanter Berg, vermutlich der interessanteste der Churfirsten. Ein Bisschen klettern sollte man drauf haben. 'Trittsicher und schwindelfrei' sind für den Zuestoll absolutes Muss!

Hike partners: rkroebl


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Geodata
 11290.gpx Zuestoll

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Comments (2)


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xaendi says:
Sent 16 June 2012, 21h40
Hallo Ray
Es gibt beim Zuestoll nich einen weiteren Auf-/Abstiegsweg. Anstatt über den Rücken aufzusteigen, kann man gleich westlich desselben, eng an den Felsen gehen. Man trifft dann oberhalb des Vorgipfels wieder auf den Normalweg. Der Weg ist nicht auf der Wanderkarte eingezeichnet. Gut möglich, dass die anderen Tourengänger diese Route gewählt hatten.

rkroebl Pro says:
Sent 16 June 2012, 22h09
Hi Alex!
Der Meinung bin ich eigentlich auch, darum habe ich mich ja so gewundert, dass die beiden einfach verschwunden sind. Auf dem unteren Band waren sie beim Aufstieg nicht, ich sah sie oben am Vorgipfel als ich unten einstieg. Eine mögliche Erklärung wäre, dass sie die Tour von 360 umgedreht haben. Es gab Spuren einer Traverse unten im Schneefeld zwischen Zuestoll und Brisi - die hielt ich aus der Ferne für alt. Vermisstmeldungen gibt's keine - die beiden müssen in Richtung Walensee abgestiegen sein, oder sie nahmen auf dem Rückweg die von Dir erwähnte Möglichkeit am unteren Band entlang. Da hätte ich sie beim kreuzen dann nicht sehen können. Im Gipfelbuch waren sie nicht eingetragen - da war nur der junge Radolfzeller drin, vor mir an dem Tag. Egal, war einfach verwunderlich. Harre gespannt auf Deinen Bericht aus dem Toggenburg von heute. :-)


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