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Grosser Saisonauftakt auf Fanenstock (2235m) & Grüenenspitz (2361m)


Published by Bergamotte Pro , 11 December 2011, 19h06.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:11 December 2011
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Spitzmeilengruppe 
Time: 5:15
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 1350 m 4428 ft.
Access to start point:Parkplatz bei P. 1175 - 4WD von Vorteil
Maps:1147 / 247S

Der kleine Saisonauftakt von gestern war nett, aber nicht mehr als ein Apérohäppchen. Es versteht sich von selbst, dass die Wintersaison nach langen sieben Monaten Wartezeit mit einem Festmahl eröffnet werden muss. Dass daraus ein Feuerwerk aus Sonne, Pulver und Panorama werden würde, hatte ich aber nicht im Traum erhofft.

P. 1175 - Fanenstock (2:50, WS-)
Wen's auf den Fanenstock zieht, verzichtet vorzugsweise aufs Ausschlafen, denn der einfache Glarner Klassiker erhält Besuch in Scharen. So starte ich noch im Halbdunkeln vom Parkplatz bei P. 1175, nachdem mein Polo auf der vereisten Bergstrasse zuvor bös ins Schwitzen gekommen ist.

Eine Beschreibung der Route sollte sich erübrigen. Die Schneeverhältnisse bis Ende Gamperdunwald sind knapp, aber ausreichend. Ab Schindelegg liegt dann Schnee in Hülle und Fülle, endlich kommt richtiges Skitourenfeeling auf. Immer einer guten Spur folgend erreich über Mittler Staffel (1775m) den Fanenstock (2235m), wo ich mutterseelenallein die frühe Mittagspause geniesse. Erst kurz vor Aufbruch erhalte ich Gesellschaft von einem Schneeschuhläufer.

Fanenstock - Grüenenspitz (1:00; Ski: WS-, Fussaufstieg: WS)
Mächtig thront der Grüenenspitz in der Ferne. Den ganzen Sommer hab ich davon geträumt, die formschöne Pyramide im Winter zu besteigen. Doch seine Flanken sind steil und lawinenexponiert. Ich entscheide mich für einen Augenschein vor Ort. Vom Fanenstock folge ich mehrheitlich dem Blattengrat, einige Male weiche ich in die Flanke aus. Eine Stelle klettere ich einfach ab, doch sie könnte auch umgangen werden. Es scheint, als wäre die ganze Region östlich des Fanenstock Terra Incognita für die Skitürler: totale Einsamkeit, keine einzige Spur, und dies trotz schönstem Pulver.

Der Blattengrat führt mich direkt an den Fuss des Grüenenspitz. Die Skischwierigkeit der steilen Westflanke beträgt gemäss Führer S-, hinzu kommt die Lawinengefahr (obschon erst wenig Schnee liegt), so lass ich es bleiben. Der Westgrat hingegen verliert aus der Nähe einen Grossteil seines Schreckens. Ich deponier die Skier auf 2305m und kraxle - teils über Fels - in wenigen Minuten auf den Grüenenspitz (2361m). Der Aufstieg ist bei den aktuellen Verhältnissen nicht wirklich schwierig (bei mehr Schnee dürfte sich das ändern), ich habe weder Pickel noch Steigeisen dabei. Im dümmsten Fall könnte ein Ausrutscher jedoch im Chrauchtal enden. Als ich oben stehe, erscheint mir plötzlich auch die Flanke als fahrbar - wenn die Lawinensituation stimmt!

In der Ferne bestätigt sich nun, dass sich Frühaufstehen am Fanenstock immer lohnt. Bis zu 20 Leute tummeln sich auf dem Gipfel, es herrscht ein reges Kommen und Gehen.

Grüenenspitz - Fanenstock (0:50, Ski: WS-, Fussabstieg: WS+)
Nach dem Fussabstieg über den gleichen Weg kann ich mich nicht mehr halten: Die Skier werden montiert und ich fräse durch schönsten Pulver über unverspurte Hänge in die Mulde zwischen Grüenenspitz und Fanenstock ab, bis etwas unter P. 2122. In der Ferne glaube ich neidische Blicke erkennen zu können. Bereits jetzt hat die Tour meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Um das Glück so richtig auszukosten, steige ich abermals auf den Fanenstock auf.

Fanenstock - P. 1175 (0:35, WS+)
Auch wenn bereits deutlich verspurt, ist die Abfahrt vom Fanenstock zu Mittler Staffel ebenfalls äusserst lohenswert. Problemlos lassen sich freie Flecken finden und der Schnee wird erst gegen Schluss sulzig. Was dann folgt, ist wenig berauschend. Durch schweren, stark verspurten Schnee quäl ich mich die Schindelegg hinab. Besonders mühsam präsentiert sich das Mittelstück, welches voller Felsbrocken ist.

Nach der Schindelegg folge ich alles der Forststrasse durch den Gamperdunwald. Oberhalb von P. 1175 hat es sich seit dem Morgen weiter ausgeapert, so dass ich die Skier zum Abschluss noch ein kurzes Stück trage.

Fazit: Bitte mehr davon!

Hike partners: Bergamotte


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