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Ben Nevis, 1344m


Published by Linard03 , 17 October 2011, 12h10.

Region: World » United Kindom » Scotland
Date of the hike:11 October 2011
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: GB 
Time: 5:30
Height gain: 1329 m 4359 ft.
Height loss: 1329 m 4359 ft.
Route:Ben Nevis Visitor Centre - Lochan Meall - Ben Nevis
Access to start point:von Fort William per Auto in Richtung Glen Nevis bis zum Ben Nevis Visitor Centre. Grosser Parkplatz, £ 3.-- für 1 Tag
Access to end point:dito

Familien-Urlaub in Schottland. Schön, dass es im 2. Anlauf doch noch geklappt hat mit unserer Schottland-Reise, nachdem wir dieselbe am 1. Juni ca. 2 Std. vor Abflug abbrechen mussten (auf nähere Details möchte ich hier verzichten) ...
Damals, am 3. Juni (geplante Ben Nevis-Besteigung) hätte ich gemäss webcam sensationelles (sprich wolkenloses) Wetter gehabt, was mich natürlich etwas wurmte - wie würde das Wetter wohl Mitte Oktober aussehen?

Wir waren während einer Woche in einem sehr schönen (ok, eigentlich ziemlich luxuriösen) B&B in Fort William untergebracht, wo wir richtiggehend verwöhnt wurden. Diverse Aktivitäten wie eine Zugfahrt mit dem Jacobite Train, Loch Ness, Schlösser-Besichtigungen, etc. waren angesagt. Und siehe da, das Glück war uns hold: mit Ausnahme vom Dienstag-Morgen gab's die ganze Woche KEIN Regen! Doch der Reihe nach ...


Das Ziel unserer Schottland-Reise waren also die Highlands. Per Mietwagen sind wir von Edinburgh nach Fort William gereist. Das Städtchen nennt sich selbst "outdoor capital" und liegt tatsächlich ideal, um unzählige Touren in dieser herrlichen Berglandschaft zu unternehmen. An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, mein Dank an pame zu richten, der mir ein paar wertvolle Tipps gegeben hat.

Doch nun zur eigentlichen Tour auf den Ben Nevis. Interessant erschien mir die Variante über den CMD-Grat; allerdings benötigt man einigermassen stabiles Wetter dafür. Am Dienstag plante ich mit meinem Sohn die Ben Nevis-Tour; sooo sicher schien mir dann jedoch das Wetter an diesem Tag nicht zu sein ...
Jedenfalls fuhren wir in wenigen Minuten von unserem B&B in Richtung Glen Nevis zum Visitor Centre. Dort gab uns der freundliche Herr bereitwillig alle notwendigen Informationen - das Wichtigste waren natürlich die neuesten Wetterdaten: "Nullgrad-Grenze bei 1200m, mehrheitlich trocken, 90% Chance auf wolkenfreie Sicht auf dem Gipfel; selten so gute Prognosen also wie heute!". Soweit zur Theorie ...

Gestartet sind wir auf 15m "Höhe" bei angenehmen 9 Grad; vorerst kein Wind. Zuerst ein kurzes Stück dem Fluss entlang, dann ging's auf breitem Bergweg die langgezogene Talflanke hoch. Auffällig war v.a. im unteren Teil der üppige Farnwuchs, welcher sich jetzt grösstenteils braun verfärbt hatte.
Die Sicht war gut und schon bald eröffnete sich uns ein schöner Blick ins Glen Nevis-Tal. Auch liessen sich erste Sonnenstrahlen blicken - allerdings sahen wir auch eine Regenfront über Fort William ...

Weiter ging's über unzählige Steinstufen (teilweise war's wie Treppensteigen ...) und einige Brücken, welche über kleine Bäche führten. Dann wurden wir vom Regen eingeholt, welcher jedoch nach ca. 10 Min. vorüber war - und es sollte bei diesem einen Regenguss bleiben.
Bald erreichten wir dann den schönen Bergsee Lochan Meall an t-Suidhe (559m), der auf einer Hochebene liegt. Dort legten wir eine Trinkpause ein, welche allerdings eher kurz ausfiel, da hier der Wind auffrischte und man ziemlich schnell fror.

Der weitere Wegverlauf war gut einsehbar, schon bald querten wir den Wasserfall, der die Hälfte des Aufstiegs bedeutet. Im Visitor Centre sagte man uns, wenn wir diese Stelle nach 2 Std. erreichen würden, wären wir genau im Budget des mittleren Wertes: 4 Std. für den Aufstieg, 3 Std. für den Abstieg. Da wir die Stelle nach ca. 1.5 Std. passierten, waren wir also im "Soll".
Wir gingen nicht schnell, jedoch stetig; so wie immer eigentlich. Gleich zu Beginn überholte uns eine britische Familie, ob deren Tempo ich ein wenig staunte. Aber offensichtlich zollten sie Tribut, denn sie mussten etwa in der Hälfte umkehren. Auch andere Berggänger waren sichtlich überfordert, da sie vermutlich sonst keine Bergtouren machen. Immerhin sind ja 1300 Hm zu bewältigen, technisch gibt es jedoch keinerlei Schwierigkeiten.

Der Blick schweifte immer wieder hoch in Richtung Gipfel. Doch der war schon während des ganzen Aufstieges bis hierher in Wolken gehüllt. Und bald standen wir dann auch im Nebel (bei ca. 1100m) und erreichten den ersten der riesigen Steinmänner. Von hier aus bis zum Gipfel steht alle 50m ein solcher Steinmann. Jetzt windete es auch heftig und kurz bevor wir das Gipfelplateau erreichten, begann es auch noch zu schneien.
Bei also ziemlich garstigem Wetter (so wie es halt die Meisten hier oben antreffen) erreichten wir nach exakt 3 Std. den Gipfel des Ben Nevis, höchster Berg von Grossbritannien. Nach den obligaten Gipfelfotos verkrochen wir uns in die kleine Schutzhütte, welche Platz für etwa 4 - 6 Personen bietet. Derart windgeschützt hielten wir ca. 30 Min. Gipfelrast und unterhielten uns mit Leuten aus Manchester, welche ebenfalls regelmässig Berge besteigen.

Nachdem wir wieder aus der Schutzhütte herausgekrochen waren, hatte sich der Wind etwas gelegt und die Sonne drückte durch. Die Wolken gingen jedoch nicht weg und obwohl der Gipfel von weiter unten nicht einsehbar ist, behaupte ich mal, dass der Gipfel während des ganzen Tages nicht "wie versprochen" wolkenfrei war ...

Der Abstieg im Nebel fühlte sich in den ersten 20 Min. eiskalt an; nebst Kappe montierten wir deshalb auch noch unsere Handschuhe. Doch sobald wir wieder aus der Nebelsuppe kamen, wurde es sofort viel angenehmer. Zudem bot sich wieder ein herrlicher Blick auf Fort William und die umliegenden Seen. Beim Bergsee hielten wir nochmals Rast und bestaunten im Sonnenschein die satten, herbstlichen Farben an den Hängen des Ben Nevis.

Die nicht mehr endenden Steinstufen, welche im Aufstieg noch einigermassen angenehm waren, empfand ich im Abstieg mit der Zeit als eher lästig. Doch bald erreichten wir wieder die Schafweiden und kurz darauf den Parkplatz beim Visitor Centre.

Fazit:
schöne Tour in einer herrlichen Landschaft!
Würde ich in Schottland wohnen, wäre das Ziel wohl klar: alle sog. Munro's zu besteigen (= Berge, welche höher als 3000 ft resp. 914.4m sind)  -  283 an der Zahl ...!

Ausrüstung:
mindestens Mütze, Handschuhe, Regenjacke ...

Zeiten (inkl. Pausen):
- Visitor Centre (10.17) - Ben Nevis (13.17): 3 Std.
- Ben Nevis (13.52) - Visitor Centre (16.17): 2.5 Std.

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Comments (6)


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Sent 17 October 2011, 13h30
Es freut mich, dass es doch noch geklappt hat. Und das Wetter war offensichtlich auch ganz ordentlich.

Lg Markus

Linard03 says: RE:
Sent 17 October 2011, 22h30
Hallo Markus,
stimmt, das Wetter hat mitgespielt, auch wenn ich liebend gerne via CMD-Grat aufgestiegen wäre - da bin ich ja schon ein wenig neidisch ... ;-)
LG, Richard

Sputnik Pro says: Einen Monat später auf den Tag genau...
Sent 17 October 2011, 13h55
Genau einen Monat später als ich und mein Kollege auf standet ihr bei etwas "besserem" Schottlandwetter auf dem Gipfel. Gratuliere Euch zum Gipfelerfolg des höchsten Briten!

Fort William hat mir auch gut gefallen. Übrigens seid ihr am Ufer Fisch essen geangen in das schöne Restaurant? Bei uns war dieses leider ausgebucht da Samstag war. So gingen wir notgedrungen ins Zentrum in ein gutes Restaurant zum Nachtessen was schlussendlich auch sehr fein war.

LG, Andi

Linard03 says: RE:Einen Monat später auf den Tag genau...
Sent 17 October 2011, 22h37
Sali Andi,
ja, wir hatten tatsächlich "leicht" besseres Wetter als ihr - zumindest wurden wir nicht annähernd so nass ... ;-)
Das Fisch-Restaurant haben wir gesehen; allerdings hatte der Rest der Familie keine Lust auf Fisch ... Sehr gut gegessen haben wir im "Ben Nevis" sowie auch im "West End Hotel", auch wenn dort die Athmosphäre eben eher "Hotel-Lobby-mässig" war ...

LG, Richard

pame says:
Sent 18 October 2011, 09h10
Glueckwunsch zur Besteigung. Zumindest hat es bei eurer Tour nicht durchgehend geregnet, wie bei mir auf diversen Wanderungen letzten Mai. Ist ja auch schon was :-)

Auf den Bildern sieht es so aus, als waeren kaum andere Leute unterwegs gewesen. Mein Eindruck vor ein paar Jahren war, dass selbst bei schlechtem Wetter, wahre Prozessionen den Berg hochwandern. Interessant...

Gruesse,
Patrick


Linard03 says: RE:
Sent 18 October 2011, 19h21
Danke! ... und gut beobachtet: es war tatsaechlich so, dass relativ wenig Leute unterwegs waren. Waehrend des Aufstieges hatten wir ein paar Leute ueberholt, auf dem Gipfel waren's vielleicht knapp 10 Leute und auch beim Abstieg ueberholten wir nur wenige.

Hat mich echt auch erstaunt, zumal das Wetter nicht so schlecht war und die Prognosen noch besser waren ...

Gruss, Richard


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