Emmental pur: vom Kemmeribodenbad zum unheimlichen Räbloch


Published by Felix , 16 November 2010, 15h41. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Bern » Emmental
Date of the hike:13 November 2010
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Schrattenflue-Gruppe   CH-BE 
Height gain: 515 m 1689 ft.
Height loss: 560 m 1837 ft.
Route:Kemmeribodenbad - Underi Schwandweid - Schwändeli - Büetschli - Buhütte - Gärbi - Schindler - P. 830 - Schindler - Stutz - Schafschwand - Räbloch, Naturbrücke - Vordere Scheidbach - Schangnau
Access to start point:PW bis Schangnau, cff logo Schangnau PTT bis Kemmeribodenbad
Maps:1188/9

Diesmal der "richtigen" Emme nach - zur Schlucht und der Naturbrücke, welche mir in Ursis Schilderung so spannend erschienen ...

Noch liegen die letzten Nebelschwaden über dem Talgrund, als wir in Schangnau aufs Postauto warten - doch beim Start in Kemmeribodenbad haben sie sich verzogen. Hingegen bleibt es lange schattig: dauert es in dieser Jahreszeit doch, bis die Sonne über der Baumgarteflue ihre wärmende Strahlen ins Tal schicken kann. So wandern wir einsam, im Schatten, eine grössere Strecke über feuchte Wiesenwege, meist abseits der Emme Bumbach-auswärts. Einen ersten Flusskontakt gewinnen wir nach der Flussbiegung nach Cheerlishof: hier mussten die Flanken beim unteren Bogen des "S" mit Verbauungen gesichert werden. Kurz darauf führt uns der Weg weiter, wiederum fern der Emme, durch feuchte, moosige Wäldchen mit hübschen Bächchen und deren zahlreichen kleinen Wasserfällen. Eine erste Verpflegungspause schalten wir vis-à-vis von Ämmematt ein; dort erläutern diverse Infotafeln einzelne Aspekte des Bauernkrieges. Kurz darauf passieren wir die Gsüchti-Hoschtett (die Emmentalerin klärte mich diesbzüglich auf: es handelt sich dabei um eine Wohnwagen-Siedlung ...). Ab dieser, mindestens schön gelegenen und sich in der Sonne befindlichen Ansammlung von fest "eingepackten" Wohnwagen, folgt der anregendste Teil unserer Wanderung, welcher direkt an der Emme verläuft. Urtümlich das Flussgewässer, einmal mit einem riesigen Findling drin, dann wieder von alten Brücken überspannt, schliesslich mit leicht felsig-waldigen Uferböschungen. Doch auch diese Etappe ist schnell hinter uns gebracht; nun erwartet uns flacheres Emmentaler Weidegebiet mit überaus grossen, teils sauber herausgeputzten oder bestens gepflegten Emmentaler Bauernhöfen. Über das weite Gelände gelangen wir von einem Hof zum andern; über Räber, Hinderi und Vorderi Buhütte (mit dem mächtigen, sehr alten und prächtigen Laubbaum) gelangen wir über Feld und Wald zur Gärbi, bereits wieder in Sichtweite von Schangnau. Unterwegs machen wir Bekanntschaft mit den meist laut bellenden, dicken Hofhunden - in der Regel dann doch sehr zutraulich - und zuletzt mit lieblichen Katzen; nur sind diese alle verschnupft und krank.

Nach dem Abstieg zu Schindler folgt uns ab dem Hof Räbe ein freundlicher Golden Retriever bis zum letzten Flussabschnitt vor dem Räbloch, Schlucht-Beginn  - spannend wird's nun ... Die Emme nimmt vor dem Tor zur Schlucht breiten Raum ein - zu Hochwasserzeiten wird sie das Bett vollumfänglich ausnutzen, heute gehen wir grossenteils über Kiesbänke. Und je näher wir zur "Eingangspforte" vorstossen, desto eindrücklicher, ja unheimlicher erscheint dieses Naturphänomen: mäandriert die Emme kurz vorher im Bett über ca. 20 Meter, so zwingt sie sich auf weniger als 5 Metern durch die ca. 30 Meter hohen, senkrechten Schluchtwände. Zusätzlich ist die linke Eingangswand mit einem riesigen Loch, einer ehemaligen Wassermühle, ausgestattet - und wenn man dann, von P. 830 aus, ins Innere der Schlucht blicken kann, so erschauern wir ob der Enge, den sich zu berühren scheinenden Felsfluchten und der aus dem Hintergrund durchdringenden Feuchtigkeit, welche durch die Gischt und herabstürzende Wasserfälle verursacht wird. Ehrfürchtig geniessen wir dieses Naturwunder!

So mit tollen Bildern "bepackt" verlassen wir unseren Rastplatzkurz vor P. 830 und wandern zurück und überqueren die Emme auf der Brücke bei P. 841, Schindler. Bei Brügg, wo wir wieder herzigste junge Kätzchen, ebenfalls schlecht versorgt und, unmittelbar an der Hauptstrasse auf den Schallenberg, nahe dem lauernden Tod, antreffen, gehen wir linkerhand zum Stutz hoch und von dort bis zur Hochspannungsleitung. An zwei neugierigen Pferden vorbei folgen wir weglos der Leitung, bis wir auf ca. 950 Metern Höhe der Jauche-Dusche ausweichen müssen und der Höhenkurve folgend in den Wald zum Bächlein queren, welches vom Ahorn hinunterfliesst. Hier folgt nun das (mindestens) T2-Gelände - doch lohnt sich dieser Abstecher, können wir doch, dem Bach aufwärts folgend, dessen hübschen Verlauf mit seinem Bett direkt auf dem Nagelfluhfelsen und seinem Wasserfall aus nächster und schönster Nähe betrachten. Aus dem Wald austretend, gewinnen wir nun wieder den offiziellen Wanderweg zum Räbloch. Am hübschen, alten, doch gut instandgestellten Ferienhäuschen (Name und Telefon-Nummer ist ersichtlich) bei Schafschwand, und dem Rasthäuschen mit Feuerstelle und Inventar bei P. 967 (dieselben Angaben für eine Reservation sind ebenfalls vorhanden) vorbei, finden wir schnell zum Wegweiser, welcher noch einmal abwärts führt. Gut der Weg, wegen der dort weidenden Schafe sicher fünfmal mit stabilen Metalltoren ausgestattet, teilweise seilgesichert, nähern wir uns der Naturbrücke Räbloch.
Dort angelangt, staunen wir ein weiteres Mal ob der Abgründe, die sich uns hier auftun: Ursula hat keineswegs zuviel versprochen - das Räbloch (als Ganzes) ist die Reise mehr als wert! Hier fliesst die Emme tief unter uns zwar friedlich daher, doch in einem derart engen Tal, welches, wiederum nur einige wenige Meter breit, von hohen, senkrechten Felswänden eingerahmt ist. Nicht nur der Blick in die Schlucht ist atemberaubend, die ganze Umgebung erzeugt einen wild-romantischen "Touch" - beinahe höre ich Max, Kaspar und Samuel in der Wolfsschlucht des Freischütz' von Carl Maria von Weber ...

Gemütlich geht es denn dann wieder zurück, erst auf identischem Weg, dann weiter dem WW folgend nach Vordere Scheidbach, wo das Pflegheim Hohgantblick einen modernen Holz-Erweiterungsbau aufstellt. Nach wenigen Minuten gelangen wir dann, teilweise auf dem Strässchen, teils auf guten Abkürzungen, zurück nach Schangnau.

Vielen Dank, Ursi: dieser Tipp im voralpinen, hügeligen Emmental, mit Ausblicken auf bereits gewonnene und noch zu erstrebende Gipfelziele (v.a. der Furggegütsch über die Luterschwändegg wartet!) mit dem tief beeindruckenden Räbloch war Gold wert - ich empfehle es wärmstens weiter.

Hike partners: Ursula, Felix


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Comments (1)


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Nicole says: Ein....
Sent 19 November 2010, 16h52
...Bilder-Freuden-Werk, lieber Felix - echt toll!!

herzlichst, Nicole


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