Aufs Hochglück mit Schneeschuhen


Publiziert von Kaiserin , 1. August 2023 um 19:51.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:30 Mai 2020
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT6 - Anspruchsvolle alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:12 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Sylvensteinspeicher über Vorder- nach Hinterriß und von dort die Mautstraße bis zum letzten Parkplatz (P10) am Alpengasthof Eng (Kostenpunkt € 7 für die Mautstraße).

… okay, eher mit Steigeisen. ;)  Aber dazu später.

 

Mai 2020.  Pandemie-bedingt war die Schneeschuhsaison nach einem Aufenthalt auf der Amberger Hütte Mitte März abrupt zu Ende gegangen (ich durfte dann erstmal 2 Wochen nicht in die Firma da ich ja im Risikogebiet Tirol war…).  Das war sehr schade, hatten wir doch noch große Pläne (Vernagthütte, April…).  Aber gut, man war ja froh überhaupt noch raus zu dürfen.  Und so kam der Frühling, und bei mir ein Grenzgang zum Demeljoch am 24. Mai.  Ein Blick nach Süden und die Sache war klar: ich kontaktierte David, der eigentlich mit dem Kleinen Waxenstein geliebäugelt hatte (“sollte doch schon schneefrei sein”, so die Annahme).  Ich zeigte ihm das Foto vom Hochglück mit seiner gut schneegefüllten Aufstiegsrinne und hatte ihn somit schnell überzeugt das folgende Wochenende dann doch noch eine letzte Schneeschuhtour zu unternehmen.  In die Eng durfte man bis dahin sogar auch wieder legalerweise. ;)  Und der Kleine Waxenstein hat dann später auch geklappt.

 

Also haben wir unsere Schneeschuhausrüstung nochmal ausgepackt, haben Steigeisen und Pickel in bzw. an den Rucksack gepackt, und los ging’s.

Über die Route werde ich nicht allzu viele Worte verlieren, Ali hat das hier bereits sehr gut beschrieben: https://www.hikr.org/tour/post106933.html  Sie ist auch nicht schwer zu finden, im unteren Bereich ist der Aufstieg durch den Hang hoch zum Hochglückkar vermutlich weitestgehend beliebig.  Im Kar ist es ein Leichtes die markante, S-förmige Rinne anzusteuern.  Nach der Rinne hatten wir am Gipfelaufbau eine Spur im Schnee die eine Suche nach der optimalen Route unnötig machte.

 

Ich steuere hiermit meinen GPS-Track bei nachdem’s den hier noch nicht gibt.  Dies auch der Grund für den Bericht. ;)  In der Rinne passt die Abstiegsroute wohl nicht zu 100 %, vermutlich haben die Felsen das Signal zu sehr reflektiert, aber hier besteht ohnehin keine Gefahr sich zu verlaufen.

 

Wir hatten die Schneeschuhe tatsächlich eher nur kurz an bei der Tour.  Erst mit Erreichen der Abflachung zu Beginn des Hochglückkars ging’s mit Schnee los, wir also Schneeschuhe ran.  Dann rein in die Rinne, und nachdem die nach einem “flacheren” Beginn eher schnell aufsteilt sind wir doch eher bald auf Steigeisen umgestiegen.  Nachdem David es sich offenhalten wollte über die Östliche Hochglückscharte abzusteigen haben wir die Schneeschuhe dann am Rucksack die gesamte Rinne hoch und wieder runter geschleppt.

Gemessen habe ich mit meinem Hangneigungsmesser maximal 48° an der mir am steilsten erscheinenden Stelle der Rinne.  Es ist also wirklich gut steil.

Die Kletterei am Gipfelaufbau war nicht der Rede wert aufgrund der Schneelage, maximal I+.

 

Leider hatten wir nach dem Start bei tollstem Wetter mit Sonnenschein tiefhängende Wolken welche die obere Rinne und auch den Gipfel in Nebel hüllten.  Das war außerordentlich schade, bedeutet aber nur dass ich diese Tour unbedingt nochmal machen möchte.  Den Muskelkater in den Waden nach dem Frontzacken-Auf-und Abstieg in der Rinne nehme ich dann gerne nochmal in Kauf, den haben wir hinterher beide “genossen”. ;)

 

Eckdaten: ca. 1400 Hm und 12 km Wegstrecke.  Schneeschuhschwierigkeit WT6, Kletterei oben maximal I+.


Tourengänger: rieper07, Kaiserin


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