Hinterwaldkopf direkt - Abstieg via "Unterer Jägerpfad" -Schwarzwald-Premiumtour


Published by alpstein , 23 April 2021, 19h22.

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Date of the hike:23 April 2021
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Height gain: 700 m 2296 ft.
Height loss: 700 m 2296 ft.
Route:10,0 km
Access to start point:über B31 bis Kirchzarten - Oberried - Zastlertal - PP unterm Glaserhansenhof
Accommodation:Hinterwaldkopfhütte
Maps:OpenTopoMap

Ein prächtiger Freitag kündigte sich an. Ebenso prächtig war unsere heutige Tour, die uns über noch unbekannte Wege und einen wohl selten begangenen Jägerpfad in der steilen Waldflanke über dem Zastler-Tal führte. Eigentlich schon auf den Schauinsland eingestellt, bin ich bei der Google Recherche mit "Zastler + Hinterwaldkopf" auf einen Bericht auf outdooractiv.com gestoßen, der mein Interesse weckte. Nach dem Alpinen Pfad am Feldberg oder der Silberbergroute ist der "Untere Jägerpfad" ein weitere Möglichkeit im Schwarzwald "Alpinwanderluft" zu schnuppern. Die Tiefblicke gehören zum Besten, was wir im Schwarzwald bisher gesehen haben. Mit dem Kartenmaterial von OpenTopoMap sollte die Wegfindung auch kein Problem sein. Ganz so einfach war es zwar nicht, aber letztlich kamen wir wohlbehalten in das markierte Wegenetz und an den Ausgangspunkt zurück.

Gestartet sind wir am hauptsächlich von Kletterern genutzten Parkplatz (570 m) an der Straße unterhalb vom Glaserhansenhof. Schon 5 Minuten nach dem Abmarsch standen wir am Eingang zum Bannwald, wo auch ein Schild "Hinterwaldkopf direkt" angebracht war. Sogleich ging auch der Waldpfad los, der die nächsten 600 Hm hoch unter das Roteck führt. Ab dem Zeitpunkt einer Forstwegüberquerung kannten wir den weiteren Aufstiegsweg. Wir mussten nicht lange warten, bis der "Untere Jägerpfad" der Karte entsprechend aus südöstlicher Richtung einmündete. Hier sollten wir also auf dem Rückweg wieder auf die Aufstiegsroute treffen.

Fast am Roteck (1157 m) oben bekamen wir die ersten Sonnenstrahlen ab. Vom Wald auf die Weideflächen entlassen, standen wir 20 Minuten später auf dem Hinterwaldkopf (1198 m). Im Vergleich zu früheren Aufstiegen ab Weilersbach oder Himmelreich war der heutige um einiges kürzer. Ein kühler Ostwind blies uns um die Ohren, dem wir aber hinter der Felsmauer ausweichen konnten. Der Feldberg präsentierte sich als Kontrast noch im Winterkleid. Die Sicht reichte sonst bis zu den Vogesen. Keine Menschenseele weit und breit, haben wir den Gipfelaufenthalt bei einem Vesper genossen.

Später gingen wir die noch herbstlich anmutenden Weideflächen in südöstlicher Richtung hinab. Die Wegverzweigung, die wir beachten mussten, sahen wir schon von weitem. Ungefähr 1 km Forstwegstrecke führte uns dann zum anspruchsvollsten Teil des Tages. In einer Linkskehre führ ein Pfad horizontal weiter in den Bannwald hinein. Er wird zunehmend schmäler und das Gelände wilder. Steile Schotterhalden müssen wir queren. An zwei Stellen bieten sich prächtige Tiefblicke in das Zastler-Tal.

Schließlich erreichen wir eine Passage, in welcher wir auf etwa 50 m Wegstrecke nur noch rudimentär vorhandene Pfadspuren suchen mussten. Bleibt man aber im Wesentlichen horizontal, kann eigentlich wenig schiefgehen. Wieder auf deutlicheren Spuren unterwegs, trafen wir bald auf unsere morgendliche Aufstiegsroute. Der Rückweg bis zum Ausgangspunkt war dann kein Problem mehr.

Fazit: Eine schöne 5*-Schwarzwaldtour, auf der wir beim Abstieg noch eine Person getroffen haben. Der Wanderer war auch auf der Suche nach den Jägerpfaden. Nach dem heutigen Erlebnis wollen wir nach anderen "Pfädle" weiter Ausschau halten.

Routenbeschreibung:

Start beim Parkplatz (570 m) vor der Brücke unterhalb vom Glaserhansenhof, wo sich auch das Klettergebiet Scheibenfelsen befindet. Am Glaserhansenhof vorbei führt ein Wiesenweg zum Waldrand, wo sich ein Schild "Hinterwaldkopf Direkt", sowie eines mit "Bannwald" befindet. Der schöne Wanderpfad windet sich über ca. 600 Hm durch die steile Waldflanke unter das Roteck hoch, wobei ein Forstweg zu überqueren ist. Am Forstweg sollte man noch einen Abstecher von ca. 50 m zu einem Aussichtsfelsen machen, auf dem man auch etwas absteigen kann. Oberhalb des Forstweges ist der Weg mit der gelben Raute markiert. Wenige Meter unter dem Roteck (1157 m) weiter in das Weidegelände unter dem Hinterwaldkopf und einfach zum Gipfel (1194 m).

Abstieg nach Osten zur Wegspinne Hinterwaldkopfweg und Roteckweg. Dem Hinterwaldkopfweg ca. 1 km abwärts folgen bis zur einer großen Kehre mit einer Hütte. Den Forstweg verlässt man hier nach Westen (Schild Bannwald). Jetzt befindet man sich auf dem "Unteren Jägerpfad". Nach einigen Metern führt ein Pfad bergab zum Adamshof, den man aber links liegen lässt. Der Untere Jägerpfad verläuft im Wesentlichen horizontal durch die steile Waldflanke. Es sind Schotterfelder zu durchqueren und nach einem Aussichtspunkt werden die Wegspuren vor dem vom Roteck herunterziehenden Sporn auch undeutlich. Geht man horizontal weiter, trifft man wieder auf den wieder deutlicher ausgeprägten Pfad und schlussendlich auf die Aufstiegsroute zum Roteck. Abstieg dann wie Aufstieg.

Im Bereich der undeutlichen Pfadspuren T3, sonst T2

Der Untere und Obere Jägerpfad sind in der OpenTopoMap sichtbar und bezeichnet, wenn man etwas hineinzoomt.

Hike partners: alpstein, Esther58


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Comments (2)


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Makubu says:
Sent 24 April 2021, 22h53
Wieder eine tolle Tour im (ach so fernen) Schwarzwald! Ist aber vorgemerkt!

LG, Markus

alpstein says: RE:
Sent 25 April 2021, 08h23
Vielen Dank, Markus!

Den Hinterwaldkopf haben wir erst vor 3 Jahren entdeckt. Den Zustieg aus dem Zastler-Tal kennst Du ja auch. Die jetzt neu entdeckten Pfade lassen sich wohl gut in eine Tour integrieren, wenn man beim Aufstieg nach dem Unteren Jägerpfad gleich noch den oberen mitnimmt und später nach dem Gipfel zum Adamshof absteigt.

Viele Grüße
Hanspeter


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