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Speer bis Schafberg und Speer SSW-Sporn


Published by maenzgi , 10 May 2020, 13h44.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 9 May 2020
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: PD-
Waypoints:
Geo-Tags: Speerkette   CH-SG   Speer-Mattstock   Zürcher Hausberge 
Time: 7:00
Height gain: 1640 m 5379 ft.
Height loss: 1640 m 5379 ft.
Access to start point:PW bis Parkplatz Mittelwengi
Access to end point:PW bis Parkplatz Mittelwengi

Einleitung:

Gleich zum Start der Wandersaison in den Alpen/Voralpen wollte ich etwas grosses machen. Zur Debatte stand für mich die Mattstock Gesamtüberschreitung oder die Speer Federispitz Überschreitung. So entschied ich mich erneut für den Wengikessel. War ja nur wenig dort in den letzten 10 Monaten;)

Ich kam jedoch nicht weit, als klar wurde, dass ich vergessen hatte, Getränke zu kaufen an der Tankstelle (wie geht das, wenn man extra deswegen an die Tankstelle geht)? So nahm ich den Tag mit gerade Mal 1,5 Liter Magnesium in Angriff. Als ich dann beim SSW-Sporn ankam, traf es mich mit voller Wucht. Ich war richtig fertig und wusste ich muss hier nochmals hoch, damit ich dass Auto erreiche. Alles Essen was ich dabei hatte, 3 Farmer und 2 Biberli. Dies genügte zum Glück um heil zum Auto zu kommen. Beim Grappen musste ich dann entscheiden. Chüemettler oder Abahorn und dann normal Abstieg. Der Chüemettler gehört einfach dazu, deshalb noch ein zweites Mal zum Grappenhorn. Kurz vor und nach dem Grappenhorn hatte ich dann noch übelste Krämpfe beim Muskelansatz am Knie. Mit Dehnen ging es zum Glück weg. Hätte ich die Tage vorher nicht dermassen viel getrunken, die Tour hätte wohl dümmer enden können. Es wird mir eine Lehre sein.

Ebenso hat meine Ausdauer stark gelitten, es machte sich stark bemerkbar, dass ich diesen Winter fast ausschliesslich geklettert bin und nur wenige Wanderungen/Splitboardtouren unternommen habe. Nun habe ich 3 Wochen Zeit, dass ich dann einigermassen fit, meine langen Bergferien in der Schweiz beginnen kann. Nun aber zum Routenbeschrieb.


Routenbeschrieb:

Mittelwengi-Chli Speer: T5 I 1h 15min

Für einmal stieg ich direkt die Wiese hoch unter dem Skilift. Kurz vor dem Wald kann man dann ins Bachbett einsteigen, welches einem nach oben führt. Ich blieb Konsequent im Bachbett. Die zwei Schlüsselstellen waren glatt und etwas feucht. Aber da sie nur jeweils 3-4m waren, überstieg ich diese. Jederzeit hätte ich ins Steilgras ausweichen können. So kam ich in den Kessel. Diesen durchstieg ich direkt übers Erd, Sandgemisch. Danach kommt ein rutschiger Aufstieg auf losem Gestein und Gras. Sobald der Felsriegel es zuliess, überwand ich in durchs Steilgras und ging nicht bis hoch zum einfachen Ausstieg. Dort durch Senke und hoch in die Kuhweide. Meist hielt ich mich nach links. So konnte ich in direkter Linie hoch zum Wannenberg steigen. Ich stieg jedoch nicht bis zu diesem hoch, sondern querte unten durch. Bis der Grat auf meine Höhe runter kam. Von dort folgte ich dann alles dem Zaun entlang. Bis ich zum Aufschwung des Chli Speer kam. Der Chli Speer wurde in steilem Gras/Nagelfluhgemisch bestiegen. Den ersten Föhrengürtel durchstieg ich, den zweiten umging ich links. Danach hielt ich mich links, unter weiteren Föhren durch hoch zum Kreuz. Dies war doch etwas ausgesetzt. Das Gras hielt jedoch Bomben fest wie überall auf der heutigen Tour, der Nagelflue ist teilweise brüchig. So wurde es zum Genuss. Vom Speer her, hätte ich ihn in einfachem T3 Gelände ersteigen können, diesen Weg nahm ich dann für den Abstieg. Er führt elegant durch die Legföhren.

Chli Speer-Speer via Klettersteig: T5 II 45min

Kurz geht es noch dem Grat entlang, mit einem kurzen etwas ausgesetzten Aufschwung. Dort rumpelte es dann ein erstes Mal vom Speer runter. Ich vermutete von unten jedoch, dass es zu weit weg war um den Klettersteig zu tangieren, was sich dann auch bewahrheitet. Gleich beim Einstieg lagen ordentliche Brocken im Schnee. Allgemein macht der Nagelflue öfters einen brüchigen Eindruck. Auf der Route selbst ist er jedoch meist fest. Dieses Mal folgte ich meist den Seilen. Nur einmal umging ich etwas, weil es Schnee hatte. Der Aufstieg ansonsten ein Genuss und frei von Schnee. Oben angekommen nur 2 Personen. Danach kamen noch zwei Frauen, welche gleichzeitig wie ich losliefen, jedoch nahmen sie den normalen Zustieg zum Speer.

Speer-Abahorn: T4+ 20min

Vom Speer weg führt der markante Grat Richtung Glarus. Diesem folgte ich. Meist ging ich nicht auf dem Wanderweg, sondern unmittelbar beim Grat. Dort wo der Wanderweg von der linken Seite auf die rechte Seite des Grates wechselt, damit man wieder ins Wengital kommt, geht es auf einem Trampelpfad weiter gerade aus. Teilweise kleiner Aufschwünge übersteigend, ging es leicht absteigend runter zum Abahorn. Der Trampelpfad/Gamspfad ist meist sichtbar. Dieser Gipfel existiert mit Gipfelkreuz und Buch erst seit anfangs Juni 2016.

Abahorn-Grappenhorn: T5+ II 30min

Einer der schwierigsten Abschnitte, wobei dies nur für kurze Stellen stimmt. Der Trampelpfad optisch gut erkennbar. Der Abstieg vom Abahorn heisst auch, das ich den SSW Grat vom Speer verlasse. Ein Weg ist nicht vorhanden, aber der Gratfortsatz zum Grappenhorn klar ersichtlich. Von dort sehe ich die Schlüsselstelle vor mir. In alten Berichten wird diese umgangen, auf einem Grasband einen Stock tiefer. Was später noch genutzt wird von einem Vater mit seinem Kind. Abstieg und Aufstieg sehen mittlerweilen gut gestuft aus und einfach zu Bewältigen, ein T4+ maximal. Ich lief aber gerade darauf zu. So geht es rechts auf schmalem Band ein paar Meter nach vorne. Dann auf Stufen in Senkrechtem Gras, Fluegemisch nach oben. 2-3 Kletterzüge sind im T6 Bereich, der Absturz aufs untere Band hätte vermutlich grössere Folgen, zudem wurde er auf dem Band nicht enden, schätze ich. Nach dieser harzigen Stelle ging es im Steilgras gut gestuft, dem Grat entlang, aufs Grappenhorn.Für mich immer noch klar die Schlüsselstelle der Tour. Auch wenn sie mir heute psychisch einfach gelang.

Grappenhorn-Schafberg: 1h T5, Schafberg T6- inkl. Zustiegsuche.

Kurz nach dem Grappenhorn teilt sich der Grat auf. Links zum Schafberg, rechts in den Kessel vor dem Federi. Der Schafberg sah sehr interessant aus. Deshalb wollte ich ihn heute wieder einmal besteigen. Jedoch hatte es noch steilen Schnee im Zustieg und ich zweifelte deshalb, dass es klappt, aber ein Versuch wars wert. So ging ich zum Anfang einer grassigen Rampe. Dies ist gleich unter dem Schafberg und klar ersichtlich. Gut gestuft geht es steil hinauf. Beim Schneefeld angekommen suchte ich eine Alternative. Bereits hier sehe ich, dass in dieser Wand etwas ausgebrochen ist. So querte ich in verdorrtem Gras nach rechts bin eine Rinne kommt. Diese teilt sich dann auf. Entweder nach links oder gerade hinauf. Ich versuchte zuerst den Weg nach links. Gut geschützt und breit geht es zuerst hoch. Danach wird der Weg weniger als 50cm breit und hinter einem geht es Senkrecht runter. Kein angenehmer Ort. So gings um zwei Ecken rum, bevor ich an die Stelle kam, welche für den Ausbruch verantwortlich ist. Dort ist der Weg nicht flach, sondern nun abgeschrägt. Mein Kopf sagte sofort Nein. Selbst das drehen fiel mir schwer auf diesem schmalen, sehr ausgesetzten Weg. Nach 5m beruhigte sich mein Kopf jedoch wieder und ich konnte einfach zurück. Danach noch kurz die Rinne hinauf versucht. Solang sie im Gras ist, geht es eingermassen, der Ausstieg führt jedoch durch fast senkrechten Nagelflue 5m. Was ich mir heute nicht zutraute. Also zurück zum Schneefeld. Dies war bereits sehr feucht und steil dazu, deshalb liess ich den Aufstieg zum Schafberg stehen wo er war. Der Umweg übers Chämi war mir ebenfalls zu weit.

Schafberg-Furggen-Einstieg SSW-Sporn: 1h T3

Nun gings einfach zurück zum Furggen und von dort hinunter zum SSW-Sporn. Der Abstieg hat einen offiziellen Weg. Trotz Markierungen erkannte ich in jedoch kaum einmal. Die Markierungen waren ständig links oder rechts von mir, obwohl ich dachte auf dem Weg zu sein. Egal schwierig ist das Gelände ja nicht. So kam ich einfach runter zum Einstieg des Sporns.

SSW-Sporn Einstieg-Grappen: 1h T5-

Nun hiess es alle Kraftreserven zusammen nehmen. Zum Glück fand die Hälfte des Aufstiegs im Schatten statt. Die Knacknuss des Sporns war für mich der Einstieg. Da ich ihn direkt anging. Danach ist er mit den Bäumen lange Zeit sehr gutmütig und einfach. Sobald die Bäume verschwinden wird das Terrain steiler. Da es jedoch gut gestuft ist und der Nagelflue stabil ist, wird es nur wenig schwieriger, höchsten der Kopf hat ein bisschen zu kämpfen. So ging der SSW-Sporn zum Glück schnell vorbei.

Grappen-Grappenhorn-Chüemettler: 1h T5+

Den Weg bis aufs Grappenhorn habe ich oben schon Beschrieben. Gleich nach dem Grappenhorn kommt die zweite Schlüsselstelle. Ein kurzer Abstieg über eine Nagelfluewand von ca. 10m. Man könnte sie umgehen, in dem man etwas zurück zum Abahorn geht, dort wo der Weg vom Band hoch kommt auf den Grat, würde der Weg auf dem Band aussen rum führen. Wie es sich dort anfühlt weiss ich nicht, aber die Spuren sind klar zu erkennen. Sind im Moment aber noch unter Schnee begraben. So stiegen wir mit Vorsicht ab. Den runterfallen wollte ich nicht. Hätte man erstmal Tempo würde es sich wohl schwer bremsen lassen. Ich hatte mit den feinen Schuhen und dem vertrauen von vielen Nagelfluetouren kaum Probleme. Danach dem Grat entlang, bis die Abzweigung kommt Chüemettler oder Schafberg. Ich folgte Richtung Chüemettler. Dabei stiege ich möglichst na beim Grat zum Wengitalkessel ab. Kurze Steilgraspassage. Danach über die erste Weide. Ich entschied mich dann, durch die Weiden (Büsche) zu gehen. Gleich oberhalb des Furggli galt es noch mals 3m abzusteigen. Ich nahms wieder direkt in Angriff.

Chüemettler-Parkplatz: T4+ 45min

Der Schlussabstieg vom Chüemettler ist nur für Bergerfahrene gedacht. Klar es gibt zwei drei Stellen, bei welchen man die Hände nutzen muss und 2-3 Stellen, bei welchen es Stahl gibt zur Hilfe. Aber so schwierig finde ich den jetzt nicht. Kann aber sein, dass mein empfinden doch schon viel besser wurde, ohne das ich es merkte. Jedoch habe ich das Gefühl, dass seit dem letzten Besuch, mehr Stahl dazu kam, an einzelnen Stellen. Zuerst gehts vom Gipfelkreuz etwas nach unten dem Grat enlang Richtung Linth. Der Wegweiser ist gut sichtbar. Von dort dann dem schönen Wanderweg entlang, falsch Abzweigen kann man nirgens. Ein paar knifflige Stellen hat es, es geht aber gut auch ohne Seil. Bei nassen Verhälntissen ändert sich das Empfinden bestimmt schnell und ich wäre froh gewesen um die Stahlseile. Danach konnte ich wählen, zurück in den Wengi-Kessel oder noch weiter nach vorne zur Ober Bogmen Hütte. Ich ging nach vorne zur Hütte. Der Wegweiser weisst einem dann weiter.  Vorbei durch den schönen Wald, über die Brücke, runter zum Parkplatz. Dort kühlte ich noch kurz meine Füsse im Bach nach den ersten richtigen Strapazen in diesem Jahr.

Fazit:

Das Wengital ist wie immer ein Besuch wert. Heute traf ich auf erstaunlich wenige Personen für einen solch schönen Tag. Ideen und neue Routenvorschläg gibt es nachwievor zur genüge und vielleicht klappt es ja doch noch mit der Gesamtüberschreitung dieses Jahr. Ich kann die Runde nur empfehlen. Wie oft dass ich die in den letzten 10 Monaten gemacht habe, merkte ich erst, als ich das Gipfelbuch auf dem Grappenhorn anschaute. Von den letzten 9 eingetragenen Personen/Gruppen waren 3 Einträge von mir. Von den letzten 16 waren 4 von mir.

Weitere Bilder für Schafberg mit Topo *Speer und weitere Gipfel oder die gesamte Speerrunde *Wiedereinmal die Wengitalrunde

Hike partners: maenzgi


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