Rundtour Hogant- - Drättehorn; ab Glütschnessli via Hochie zurück


Publiziert von Felix , 26. September 2019 um 22:21. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:17 September 2019
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1460 m
Abstieg: 1460 m
Strecke:Parkplatz vor Brücke, ca. 1540 m - P. 1580 - Glütschnessli - P. 1939, Glütsch - (P. 2213) - P. 2673 - Hoganthorn - Rinne vor Felsbastion P. 2735 - Senke bei (P. 2594) - Westgrat - Drättehorn - Westgrat - SW-Flanke - Hotreje - Einmündung BWW auf ca. 2311 m - (Alpwirtschaft) Hohkien - (Bärefeld) - Glütschnessli - P. 1580 - Parkplatz vor Brücke
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Wasen - Lauperswil - Konolfingen - Oberdiessbach, Autobahn Kiesen - Spiez, Reichenbach und Kiental nach Spiggengrund
Kartennummer:1248 - Mürren, 1228 - Lauterbrunnen

Hatten wir doch erst vor knapp einer Woche auf dieser Tour hinübergeschaut und die beiden (seit längerem gehegten) Gipfelziele in der nahen Umgebung betrachtet, so sind wir heute bereits dahin unterwegs. Wieder fahren wir ab Kiental in den Spiggegrund hinein, und parkieren nahe  Gruenerli, diesmal wenige Meter höher, vor der Brücke auf 1540 m.

Wieder laufen wir bei schönen Wetterbedingungen erst hoch zum Glütschnessli; hier jedoch biegen wir auf den BWW ab, welcher sogleich über den Glütschbach führt. Steil leitet er uns länger unter dem Glütschstock hoch, dabei gelangen wir an die Sonne - diese hält jedoch nur kurz an; wie es leicht sanfter weiter ansteigt zu Glütschalp, erreichen wir wieder schattiges Gelände. Die Alp selbst wird auf den Winterschlaf vorbereitet - von einer Alpwirtschaft keine Spur mehr …

Wir ziehen unverzüglich an ihr vorbei in das erste der Felsrunds - im Schatten, und wandern erst flach, dann über eine steilere, felsdurchsetzte Stufe über Glütsch Ursel höher, zum nachfolgenden Anstieg zu (P. 2213). Eine weitere Geländestufe überwindend erreichen wir den abschliessenden Kessel vor dem Fels- und Geröllband vor  Schwalmere und Hoganthorn; hier legen wir eine Stärkungspause ein.

 

Anschliessend halten wir uns, einen Seitenarm des Glütschbaches überquerend, an die schuttige Seite rechts des Felsriegels; der BWW leitet uns nun definitiv an die Sonne - und an einem farbigen Wasserspiel des Baches, welcher über die Felsen „tropft“, vorbei höher und höher. Zwar haben wir unseren ersten Gipfel bereits mehrere Male, und stets näher, wahrnehmen können, doch ist der Weg auch nur bis zum Sattel, P. 2673, doch noch ein beträchtlich weiter - immerhin flacht er zunehmend ab im nun vorherrschenden Geröll.

Oben angelangt - hier mit einem ersten Blick auf die Gegenseite (mit Lobhörnern,  Höji Sulegg und sogar einem kleinsten Ausschnitt des Brienzersees) - erscheint uns die Landschaft wieder einmal als mondähnliche. Die  Schwalmere wäre in ¼ h zu erreichen, verspricht der Wegweiser - wir haben jedoch andere Pläne; und diese erfordern doch noch einen bedeutenden Zeitaufwand …

So nehmen wir uns erst die flache, weglose Rampe vor, welche angenehm bis zum erst abweisend wirkenden Gipfelaufbau unseres ersten Gipfelzieles leitet. Wir verzichten jedoch, an dessen Fuss angelangt, auf die Umrundung - und suchen uns im SW-Grat eine direkte Aufstiegsmöglichkeit. Diese finden wir im steilen, felsigen und teils sehr rutschigen Gratbereich. Je weiter wir uns emporarbeiten, desto einfacher wird der Grat,  welcher nun in SSW-Richtung, stets moderater im einfach zu begehenden Fels zum höchsten Punkt des Hoganthorns führt - Freude herrscht bei uns, wie wir diesen länger ersehnten Gipfel nun echt erreicht haben!

Lange, und mit vielen Rundumblicken (gerade auch zu den in den letzten Wochen bestiegenen Gipfeln in der Umgebung), verweilen wir hier - wir freuen uns sehr, ist es uns gegönnt, eine weitere geplante Tour im uns naheliegenden und sehr geschätzten BO erfolgreich gestalten zu können.

 

Der kurze nachfolgende Abstieg im Fels gestaltet sich einfach, der Weiterweg über den Grat erbaulich - auch wenn zu Beginn noch offen ist, wie denn der Abstieg zum Sattel vor der Felsbastion (P. 2735) sich bewerkstelligen lässt. Nun, ohne Probleme ist auch diese Felsrampe zu schaffen - die nachfolgende steile Rinne erfordert beinahe mehr Stehvermögen: am Rande ist's beinahe zu rutschig, so dass wir länger im oft als Bachlauf dienenden Graben uns abwärts abmühen - und im unteren Bereich ins festere Geröll zur Linken ausweichen, um die Senke unweit von (P. 2594) zu erreichen.

Mit befriedigendem, auch erstaunlichem Rückblick zum eben begangenen Gipfel und Rinnenabstieg wandern wir nun weglos in der Senke problemlos Richtung Westgrat des nächsten Gipfelzieles. Bald einmal wählen wir eine direktere Aufstiegsvariante zu diesem - und stehen bald auf dessen breiten Rücken. In dessen Verlauf sind, nebst dem gemächlichen Ansteigen, zwei nur minimalste Kraxelstellen zu überwinden, bevor wir uns dem markanten Gipfelaufbau nähern.

Herrlich anzuschauen, der besonders aus gewisser Entfernung so „frech“ aufragende Gipfelaufbau - welche sich aus der Nähe jedoch als recht gutmütig erweist: in etwa in der Mitte des Südgrates leiten einige Steinmänner und eine meist gut erkennbare Spur hoch zum Gipfel des Drättehorns.

Nach weiterem Gipfelgenuss und -freude, mit Tiefblick auf unser nächstes Zwischenziel Hochie, machen wir uns auf selbem Weg auf den Abstieg über den Gipfelaufbau und den Westgrat bis zur Einsattelung beim Beginn des Urschelgrates. Hier wenden wir uns in die leicht brüchige, insbesondere rutschige SW-Flanke des eben begangenen Gipfels. Während der Schrägtraverse erkennen wir auch den wohl interessanten T5-Aufstieg über gut gestufte Felsbänder direkt zum Gipfelaufbau …

 

Den grossen Felsblock auf 2590 m ansteuernd, steigen wir ab diesem einfacher, erst übers Geröll, später im grünen Bereich, ab zur Mulde nordöstlich von P. 2533. Meist weglos (auf der Luftaufnahme sind gelegentlich Spuren zu erkennen) halten wir auf die Rinne zu, welche nach Hotreje eine nun wieder erkenntliche Spur aufweist. Diese leitet um den Gratausläufer (von P. 2504) herum hinunter zum Einzugsgebiet des Spiggebaches. Den Spuren weiter absteigend folgend, gewinnen wir bald einmal die Einmündung in den BWW (aus der Nähe des Chilchfluepasses) auf ca. 2311 m.

Der Weiterweg ist nun - meist geprägt - von deutlichen Spuren und Wegmarkierungen; kurz vor dem auf ~ 2200 m verlaufenden Felsbandes verliert sich der Weg, und ist weiträumig nach Markierungen zu suchen. Dafür entschädigt jedoch der Durchschlupf über ein schmales Band über einer Felswand grosszügig - eine äusserst attraktive Passage dürfen wir hier unerwarterweise erleben. Nach der seilgesicherten Band- und steilen Abstiegspassage verläuft der BWW nur noch im moderaten, zunehmend alpmässigen Gelände. Derart erreichen wir wieder die Alpwirtschaft Hohkien - auch diesmal ist uns kein Glück beschieden, die Älplerin erledigt die letzten Aufräum- und Putzarbeiten …

 

Wir setzen uns dennoch kurz nieder, bevor wir den uns bekannten Schlussabstieg unter die Füsse nehmen. Am wunderbaren Wasserfall des Spiggebaches und unterhalb der Hütte auf (Bärefeld) vorbei begeben wir uns auf den steilen Abstieg zum Glütschnessli.

Auf sattsam bekanntem Weg kehren wir zurück zum heutigen Startort bei der Brücke auf 1540 m.

 

▲ 3 h 5 min (inkl. 25 min Pausen) bis Hoganthorn

 

50 min bis Drättehorn

 

▼ 1 ½ h bis Alp Hohkien

 

▼ 40 min bis Parkplatz bei Brücke


Tourengänger: Ursula, Felix


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