Biwakieren mit Himmelsspektakel statt Besteigung des Gulderstocks


Published by Flylu , 27 July 2019, 15h22.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:25 July 2019
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL 
Time: 2 days
Height gain: 860 m 2821 ft.
Height loss: 1263 m 4143 ft.
Route:16 km
Access to start point:Autobahn 3, Ausfahrt Niederurnen Nr.44, Richtung Elm. In Matt hat es neben der Luftseihbahn Weissenberg einen öffentlichen Parkplatz

Susanne ist bereits mit Aron einen Tag früher beim Bergmattlisee zum biwakieren. Für beide ist es das erste Mal, dass sie allein draussen übernachten. Ich war ein Jahr zuvor am gleichen Ort mit Skip ebenfalls biwakieren.

Heute führte meine Biwaktour zuerst zum Chämmliböden, und am Morgen darauf vom Gulderstock aus, den Sonnenaufgang zu fotogarfieren. Doch es kam alles ganz anders als eigentlich gedacht.

Ich fuhr mit dem Auto nachmittags ins Sernftal nach Matt und dabei fielen mir die Amboss ähnlichen Wolken auf, doch der Wetterbericht hatte ja am heutigen Tag noch keine Gewitter angesagt. Ich fuhr zusammen mit Skip mit der Luftseilbahn hoch nach Weissenberge.

Während ich noch im Berggasthaus Edelweiss einkehrte wurde der Himmel immer dunkler und im hinteren Teil des Sernftal ging ein leichtes Gewitter nieder.

Mein Bauchgefühl sagte mir, brich ab aber ich ging trotzdem gegen 15:30 Uhr Richtung Chämmliböden los, den dort wollte ich biwakieren. Ich haderte immer wieder mit meinem unguten Gefühl und beobachtete  das Wettergeschehens genaustens und so kam ich gegen 19 Uhr nicht bei Chämmliböden an, was ich zu dieser Zeit jedoch noch nicht wusste, sondern ungewollt bei Gulderboden am Seelein oder was von ihm noch zu sehen ist an, denn der grösste Teil ist noch mit Schnee bedeckt und das was man sah, glich eher einer stinkenden «Gluungge». Da die vielen Kühe und Rinder mit ihrer Hinterlassenschaft auch nicht gerade berauschend rochen, entschied ich mich, dass ich hier nicht bleiben wollte.

Doch ausschlaggebend war, aber auch das gewitterhafte Wetter und so kehrte ich zu einer kleinen Hütte bei Schüboden zurück, an der ich zuvor vorbei gegangen bin, zudem hat es dort einen Wasserschlauch mit fliessendem Wasser. Damit war jetzt auch mein Bauch einverstanden, zum Glück!!

Nachdem ich mein und Skips Lager eingerichtet hatte gab es ein Dinner for two, für Skip Trockenfutter und zum Dessert die Resten meiner Mediterranen Rösti und ich bekam einen Farmerriegel.

Später als Skip sich bereits in seinem Schlafsack niedergelassen hatte, konnte ich einen schönen, wenn auch nicht wolkenlosen Sonnenuntergang geniessen, danach wurde es markant kühler und Wind kam auf und kurz darauf verkroch ich mich in mein Himmelbett.

Das Wetterleuchten in der Ferne war gut zu sehen, ich machte mir aber noch keine Gedanken, denn die Sterne waren noch gut zu sehen. So nach 23 Uhr wurde es mir aber allmählich unwohl denn das Gewitter schien näher zu kommen und der Wind wurde auch immer stärker, was mich dann bewog mit allem was ich bei mir hatte in die kleine, aber überfüllte Hütte zu verkriechen. Skip konnte ich in einer Ecke platzieren, aber wo soll nur ich liegen? Ich musste mir zuerst Platz verschaffen und auf einem ziemlich unebenen Boden platzierte ich schlussendlich meinen Biwaksack, obendrauf meinen Schlafsack und versuchte nun zu schlafen, dies gelang mir aber nicht.
Draussen blitzte es die ganze Nacht über und später in der Nacht war das Gewitter dann auch über uns. Wie gut waren wir unter Dach.

Zweiter Tag:

Tagwache wäre 4:10 gewesen, aber weil es bis kurz davor noch gewitterte und auch noch einige Tropfen vom Himmel fielen, blieb ich in meinem «kuscheligen» Bett liegen.

Irgendwie war die Lust und Energie auf den Gulderstock zu steigen vergangen und so packte ich meine Sachen zusammen, Skip sattelte ich seine Taschen auf und so gingen wir noch bei Dunkelheit los Richtung Weissenberge. Bei dem Aussichtspunkt Zindelchopf habe ich mir dann einen «Zmorgen» gegönnt.

Ich liebe es den neuen Tag in den Bergen zu erleben und genoss diesen kurzen Augenblick und dies erst noch bei einer Tasse Kaffee. Auch wenn ich ohne Gipfelerlebnis zurückkomme, war es erlebnisreich auch wenn alles anders kam als gedacht.

Den Abstieg nach Weissenberge machte ich auf dem zum Teil steilen markierten Wanderweg nun via Angisboden und nahm dort den wiederum den sehr steilen markierten Weg und erreichte so gegen 07:30 das Auto in Matt wo es bereits 20 Grad hatte.
 
 Fazit:
Den Momment geniessen auch wenn es nicht so kommt wie man sich's vorgestellt hat.
Was doch zählt ist, die Natur geniessen und sie zu akzeptieren.

 
 Bericht vom Bergmattlisee und Gandstock:
http://www.hikr.org/tour/post134276.html

Hike partners: Flylu


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