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Gross Achslenstock


Published by Bikyfi , 18 October 2018, 12h23.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:14 October 2018
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SZ 
Time: 8:00
Height gain: 1550 m 5084 ft.
Height loss: 1550 m 5084 ft.
Route:18,6 km
Access to start point:PW bis Unter Riedmattli (Fahrverbotsschild)

Vor etwa ein- bis eineinhalb Jahren sah ich mal ein Foto. Mit einem winzigen See und einem eindrücklichem Berg dahinter. Es dauerte eine Weile bis ich recherchiert hatte, welche Örtlichkeit man darauf sehen konnte. Der fortwährende Gedanke daran trieb mich schließlich ins Muothatal. Zum Seelein am und zum Gipfel hinauf des Gross Achslenstock. Ein herrlich einsame Tour mit knackigen Sequenzen.

Um 8:30 Uhr parkierte ich am Zufahrtsverbotsschild, welches mir den Weiterweg und gesparte Höhenmeter zu Fuss bis Rotenbalm verwehrte. Mit einem ausländischem Kennzeichen ist es wohl besser, ich halte mich an die Regeln :/ So stapfte ich 45 Minuten über geschotterte Piste bis zum Wanderweg, der rechts ab Rotenbalm bergwärts zieht.
Die Kapuze der Jacke war im Schatten des Aufstiegs bei dem heute etwas garstigen Föhn schon Pflicht und das Gipfelglück schon nach den ersten Metern in Frage gestellt. Wohl wissend um die luftige Schlüsselstelle aus anderen Berichten hinauf zum höchsten Punkt des Gross Achslenstock.

Vor den Löcheren fanden sich viele wrw Wegmarkierungen bis zum Geröllfeld unterhalb des Achslenstocks. In dieses zweigte ich ab und begann den Aufstieg auf der linken Seite, überwiegend durch wegloses Gelände mit Gras und Geröll durchsetzt. Die Geröllhalde zeigte eine Wegspur, der ich in den Hang folgte und kurze Zeit später bereits auf dem hochgelegenen Plateau stand.

Von hier aus zeigte sich der Einstieg auf das nach Süden gerichtete grasige Band in der Westwand des Gross Achslenstock. Um dorthin zu gelangen galt es, ein paar Meter durch den Geröllhang zu gehen. So stand ich nun davor, dachte so bei mir: "Geht schon". Der Aufstieg sollte weniger das Problem sein. Brüchiges Gestein und die Grasauflage auf dem Fels musste auf festen Halt geprüft werden. Die Kraxelei im II-III Grad ist ziemlich luftig und ein Abrutsch fatal. Der Pickel gab mir an einigen Stellen ein grösseres Sicherheitsgefühl. Ich hielt mich während der Kletterei im steileren Fels möglichst weit links entlang der Wand. Etwas herausfordernder als rechts entlang im Angesichts des Abgrunds. War besser für meine Nerven ;)
Je höher ich stieg, desto weniger steil wurde die Kraxelei bis hin zum Grasband. Dieses ist gut begehbar und wird nach ein paar Metern erst wieder steiler, sobald es links in den Trichter hinein geht. Hier treff ich auf eine gut gestufte Kraxelei bis in den Steilgrashang oberhalb des Trichters. Zuerst versuchte ich den Gipfel durch eine Felsrinne rechts zu erklimmen, diese abdrängende Stelle und der an den Kleidern rupfende Wind belehrte mich. Ich stieg zurück und flankierte die Rinne links herum und erreichte auf einfachere Weise den Gipfel.

Kurz wunderte ich mich wo das Gipfelkreuz ist, welches ich aus anderen Berichten auf Bildern sah. Das steht auf dem nördlichen, allerdings niedrigeren Nachbargipfel. Eine Böe riss an mir und zeigte kurz an, auf meinen Stand aufzupassen. Angesichts des bevorstehenden Abstiegs machte ich nur kurz ein paar Bilder und kehrte direkt wieder um. Ich wollte meine Konzentration hoch halten. Etwas flau im Magen war mir schon, eine solche Stelle abklettern mach ich auch nicht alle Tage. Ich wollte mir Zeit lassen. Sicherheit und ein gutes Gefühl am Fels war mir jetzt wichtig. Über das Grasband zurück steh ich nun oben, vor der Kraxelei in die Tiefe. Wirkt schon mal ganz anders als im Aufstieg. Ich versuchte diesselbe Route wie im Aufstieg: Dicht an der Wand, um dem Abgrund, jetzt links, möglichst fern zu bleiben. Doch hier fand ich keinen angenehmen ersten Tritt weswegen ich nach links ausweichen musste. Deutlich mehr Optionen sah ich von hier. Trotz das es sehr ausgetzt ist steige ich hier ein, kann meinen Körperschwerpunkt von beginn an recht nach an die Wand bringen. Jeden Tritt und auch den Halt des Pickel prüfe ich mehrfach bevor ich den nächsten Zug angehe. So geht es Stück für Stück runter. Ein kleiner Jauchzer als ich wieder den "sicheren" Geröllhang erreiche. Geschafft. Happy.

Jetzt erst sehe ich auch eine mögliche Route auf den nördlichen Nachbargipfel. Diesen verschmähe ich allerdings ... für heute. Mein Weg führt mich zu dem malerischen winzigen Seelein südlich des Stocks. Ein tolles Motiv in einer einsamen schönen Gegend. Nicht eine Menschenseele (außer mir) unterwegs.

Mein Blick schweift zum Rupperslauistöckli, welches gar nicht auf dem Programm stand. Aber wenn ich schonmal hier bin ...
Kurz durch die Senke gequert und aufwärts zur markanten Doppelspitze. Welche höher ist kann ich von hier nicht sagen, im Zweifel nehm ich beide mit. Von Süden her ran an den Fuss des Bergs, es ist mässig steil. Gehen unter Zuhilfenahme der Hände ist hier vollkommenausreichend. Die südliche Spitze ist mit von hinunter stürzenden Felsbrocken gesäumt. Hier oben zeigt sich dann: Das ist der Gipfel, wenn auch nur mit ein paar Zentimeter Differenz zu seinem unmittelbaren Nachbarn. Ich beschließe: Ich nehme die zweite Spitze doch noch in Kauf, denn sie verwehrt mir von meine Standpunkt aus den Blick hinüber zum Achslenstock.
Wenig später dort angekommen, im weichen Gras ein windstilleres Plätzchen für ein Vesper gefunden, genieße ich eine sagenhafte Aussicht bis Zuger See und Pilatusgebiet.

Im Anschluss wieder hinab und auf gut ausgetretenem Pfad hinüber zum Geisstock. Man könnte ihn erst nördlich am Fuss vorbei passieren und dann von Osten her hinauf besteigen (einfacher) oder direkter von Westen her durch den Fels hinaufkraxeln (aber auch unschwierig). Das dicke Gipfelbuch gibt die Abgeschiedenheit dieses Geländes preis: Seit 2012 zu einem Drittel gefüllt. Trotz dieses Panoramas.

Weiter gehts mit der Runde zum fröhlichen Gipfelsammeln. Es folgt der gar nicht stinkende Misthufen über knöchelfeindlichen Karst. Zuletzt reiht sich der Wiss Nollen in die Runde ein, seinerseits wieder mit einem tollen Panorama hinunter ins Muothatal. Und mit Blick auf die signifikante Stelle des massiven Felssturzes von 2010.

Vom Wiss Nollen ein paar Meter zurück gelaufen und dann nach Süden in den ausgetretenen Wanderpfad abgestiegen. Ich umrundete den Berg wieder zur Nordseite und gelangte in plötzlich sehr abschüssiges Gelände. Ich folgte einem GPS Track von User Bergamotte, gelangte aber fehl weil das GPS des Handys in der Nähe der Felswand zum springen neigt.

Ich fand eine Rinne hinunter, welche auf eine steile, mit Gras belegte Felszunge führt. Wieder Pickeleinsatz und die Frage ob ich hier richtig bin. Das Gelände öffnet sich zumindest nach unten hin und wird flacher. Wenn ich einen Weg hier raus finde, hab ichs geschafft. So wars dann auch. Aber es gibt wohl auch noch einen anderen, offiziellen Weg weiter östlich. Diesen habe ich allerdings grosszügig verfehlt.

Irgendwann kam ich nach geraumer Zeit durch Kräfte zehrenden Fels und niedrigem Gehölz auf den Wanderweg nach Rotenbalm zurück. Noch ein paar Höhenmeter hinauf galt es zu machen, wenn man diesem hinüber zu Vor den Löcheren folgt, dabei hätte ich einfacher direkt nach Rotenbalm über den Grashang absteigen sollen, sobald als ich das Gebäude nach der Kurve sah. Danach ist man immer schlauer.

Meine potentielle Mitfahrgelegenheit, welche ich von oben erspäht hatte, brach ab Rotenbalm auf, 10 Minuten bevor ich dort ankam. So trottete ich dann noch genüsslich die letzten 3 km bis zum Auto zurück.


Wetter: Trocken, Föhn mit teils starken Böen
Tour: Solo
Ausrüstung: Pickel, Helm (ist dringend anzuraten, hatte ich leider nicht dabei)
Trackzeit inkl. Pausen



Hike partners: Bikyfi


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