Vom Talboden auf den Rautispitz direkt durch die Ostwand


Published by DonMiguel , 21 September 2018, 11h44.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:20 September 2018
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Time: 9:00
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.

Schon oft habe ich die Wände am Wiggis beim Vorbeifahren angeschaut. Als ich dann hier, auf Hikr, von "älteren Herren" gehört habe die erzählen sie seien in jungen Zeiten direkt durch die Wiggiswand, hat es mich gepackt. Mit Justus habe ich dann ein Gleichgesinnter gefunden der mich mit seinen gesammelten Bilder unterstützt hat, danke vielmals.

Es ist erstens ziemlich schwierig sich weglos in einem dichten Wald zu orientieren, zweitens ist es schwierig in einem dichten Wald einen Weg zu beschreiben, ich probiere es.

Fischzucht Mettlen-Oberwäldli (T5+ III)
Auto zwischen Fischzucht und alter Deponie am Strassenrand "deponiert". Jetzt der Strasse folgend zum oberen Teil der Deponie, ab hier fängt das Gekraxel an. In eher brömseligen Hängen von Busch zu Busch hinauf und baldmal in die rechts liegende, namenlose Rus. In der Aufsteigend bis zu der links liegenden Wiese, dort angekommen quere ich links in den Wald, dort habe ich teilweise an Bäume anlehnende Steinmänner gemacht, was ich später dann aufgegeben habe. Im Wald querend durch eine Runse mit weissem Fels, nach der 2ten Runse die ich im Waldquere suche und finde ich einen Durchstieg nach oben, ein Wildpfad quert hier schön durch den steilen Hang. Nun linkshaltend steil durch den Wald hinauf an eine Felswand, an der ich links entlang laufe, hier habe ich nochmals ein Steinmann gemacht. Ab hier bin, ein Durchschlupf suchend, weiter an der Felswand entlang südwestlich gefolgt, wahrscheinlich zu weit. Auf jedenfall musste ich extrem mühsam durch eine schmale Rinne die zum Glück mit Sträuchern verwachsen mühsam nach oben kämpfen. Jetzt rechts haltend unter die weisse, grössere Felswand die auf der Karte mit "Unterwäldli" angeschrieben ist. Kurz vor der Felswand durch steile Waldwieschen linkshaltend zur wasserführenden Runse in der Nähe vom "Oberwäldli".

Oberwäldli-Alp äusserer Wiggis (T6 III)
Ich entscheide mich in der Runse/Bächli aufzusteigen bis zum ersten Wasserfall, dann quere ich erneut links hinüber zum "Oberwäldli" bis ich einen sinnvollen Durchstieg finde. Durch den gut gestuften Durchstieg auf das nächste Band, wo ich meine Schlüsselstelle suche für den Durchstieg auf die Alp "äusserer Wiggis". Es für mich nur eine logische Stelle für den Durchstieg, als ich näher komme sehe ich zu meiner Freude sogar ein älteres Stahlseil. Ich gehe jedoch links neben dem Stahlseil hinauf, wer weiss ob das Seil noch hält. Ohne Büsche wäre der Aufsteig ziemlich ausgesetzt, jedoch versperren sie auch vieles. Dauernd ins Gesicht fallender Dreck, Laub und Staub macht das ganze nicht so lustig. Weiter oben suche ich nochmals das Stahlseil, finde es und laufe ihm entlang in steilem Gelände nach oben, wo es angemacht ist. Ab hier links unter der nächsten Felsstufe entlang bis sich ein Durchschlupf zeigt, hier hinauf geklettert und einfacher hinauf zur Alp, auf der Karte mit Stellibüchel beschrieben. Hier eine kurze Rast und Ausschau halten für den weiteren Weg.

Alp äusserer Wiggis-Schnüerli-Rautispitz (T6 III)
Die Zeit sollte noch reichen fürs Schnüerli, ich peile den Schrofendurchstieg an Richtung Lichbritter, den man üblich wählt für das Schnüerli, wenn man von der Wiggisalp kommt. Alles durch die Runse hinauf, teilweise könnte man die schwierigeren Stellen auch umgehen. Oben auf den Lichbritter quere ich relativ einfach hinüber unter das Schnüerli, das von weitem schon gfürchig aussieht. Anfänglich noch gut wird das Schnüerli immer wie ausgesetzter, oben eine glatte Platte erinnernt mich an die Platte beim Guppengrat. Der letzte Eintrag im Routenbuch war im Juni. Steinböcke habe ich keine zu Gesicht bekommen, dafür Mengen an Edelweissen. Auf dem Bockband bin schnell vorwärts gekommen, leider hatte ich keine Zeit um die Höhlen genäuer anzuschauen, was für einen zweiten Besuch spricht. Das erst beste Couloir ist das richtige und in dem steige ich dann auch auf. Oben am Couloir rechtshaltend zum Gipfel, kurzer Eintrag, letzter Eintrag war um halb 4. Ich hoffe das ich den Einträger noch einhole damit ich mit Ihm nach Näfels fahren kann. Schnell gehts hinunter über deie Geisschappel, dort ist Vorsicht geboten, alles extrem rutschig! Beim Grapplihorn erreiche ich den Einträger, ein netter älterer Herr, 74 jährig, respekt, das ist schon bewundernswert! Dankvoll nehme ich sein Angebot an, dass er mich sogar bis zur Fischzucht fährt. So komme ich noch rechtszeitig in mein verabredetes Bier.

Der Feuchtigkeitsgrat hat bei mir ziemlich gut gepasst, ursprünglich hatte ich die Tour ein Tag zuvor geplant, da es aber in der Nacht gewittert hat musste ich die Tour um einen Tag verschieben.

Fazit: Den Direktaufstieg habe ich einmal gemacht und muss ich nicht unbedingt nochmals machen. Die Wegfindung im Wald verlangt guten Orientierungssinn, ohne die Herbstbilder von Justus hätte ich das nicht hingekriegt. Als Gesamtes war es eher mühsam, dreckig, blättrigrutschig(waldig), buschig.

Aufstieg 7.5h (bis Wiggislalp 4,5h)
Abstieg 1,5h

Jetzt musste ich extra ein Probeaccount machen damit ich all meine Bilder hochlade durfte.

Hier noch meine Route auf der Karte

Hike partners: DonMiguel


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Comments (15)


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Mueri says: Die Geheimnis 'Netstal-Rautispitz direkt'
Sent 21 September 2018, 12h29
... ist damit gelüftet. Danke dir für deinen Bericht und Gratulation zu diesem grossen Abenteuer. Lange habe ich dieses Projekt vor mich hergeschoben, mich bei jensten potentiellen Kandidaten über mögliche Aufstiegsrouten erkundigt ... und es dann doch nicht gewagt, weil niemand so richtig Auskunft geben wollte.

Respekt!

Gruss, Armando

DonMiguel says: RE:Das Geheimnis 'Netstal-Rautispitz direkt'
Sent 21 September 2018, 13h29
Hey Mueri,

Danke vielmals, ja es war ein Abenteuer! Ich habe es auch einwenig vornher geschoben, da ich wusste das es haarig und mühsam wird. Schade das solche Routen nicht mehr veröffentlicht sind/werden.

Gruss,
Micha

maenzgi says: Respekt
Sent 21 September 2018, 14h27
Wow was für eine Tour. Diese Wand schaue ich mind. 4x in der Woche an. Das es dort eine Route rauf gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Meine Hochachtung!
Lg Manu

DonMiguel says: RE:Respekt
Sent 21 September 2018, 15h58
Danke dir! Ich schätze so geht es sehr vielen..;)

maesae says: isch etz aber nöd wahr!! ;-D
Sent 21 September 2018, 14h40
....das chasch nöd bringä! Seit Jahren... schaue ich die Wand an, heute Mittag am Schlattstein ein Sandwich gegessen und wieder mit dem Gedanken gespielt. Die Route ist genau so eingezeichnet (Foto 1) wie ich mir es vorgestellt habe.

Herzliche Gratulation! Ziemlich mutig im Alleingang...

Da das Geheimnis nun gelüftet ist... muss ich ja nicht mehr gehen, den Anstieg durch dieses "Gestrüpp" erspare ich mir.

Gruess mäsä

DonMiguel says: RE:isch etz aber nöd wahr!! ;-D
Sent 21 September 2018, 14h52
Hey hey..:)

Ich habe mir sie auch so vorgestellt, Justus hat es mir dann bestätigt mit seinen Bildern und eingezeichneten Routen. Hauptsächlich ist es einfach steiler Wald, struppig wird es erst am Schluss bei der Schlüsselstelle, einmal im Leben muss man das gemacht haben..;)

Gruss Micha

bergstrolk Pro says: Gratulation, keine einfache Sache!
Sent 22 September 2018, 01h53
Das ist wieder mal eine Tour mit absolutem Expeditionscharakter, die Du hier erfolgreich durchgezogen hast. Und danach einfach noch so nebenbei über's Schnüerli - krass.... Ich hätte nur schon bis zum Wiggisalpeli in Etappen vermutlich 3 Tage gebraucht, wenn überhaupt. Seit ich mal in Amden beinahe externe Hilfe benötigt hätte, um wieder aus einem solchen Waldgelände rauszufinden, benötige ich jeweils nur schon Unmengen an Zeit, mit Aesten oder Steinen die Rückzugsroute zu markieren, solange nicht sicher ist, ob man oben auch wirklich rauskommt. Eigentlich würde man sich ja gerne eines Besseren belehren lassen, aber offenbar diese Aufstiegswahl also tatsächlich so, wie es schon vom Tal aus den Anschein macht: eine Challenge, aber keine wirklich lohnende Alternative...

DonMiguel says: RE:Gratulation, keine einfache Sache!
Sent 22 September 2018, 09h37
Danke vielmals Bergstrolk! Dank deinem Kommentar war mir überhaupt bewusst das man hier "durch kann". Ja wenn denn richtig, ich wollte unbedingt die Gesamtdurchquerung machen! Der Rückzug wäre in der Tat extrem mühsam gewesen, aber machbar! Ja leider ist der Aufstieg nicht wirklich lohnend, steile mit Laub bedeckte Waldteile prägen die Route. Die Tour ist mehr "lohnend" im Sinne von, man hat sie gemacht..;)

rele says: Hochtour?
Sent 22 September 2018, 10h38
Tolle Route und Gratulation!
Was mich allerdings in letzter Zeit hier auf hikr verunsichert, sind die zunehmenden Hochtouren-Bewertungen in Gelände, das absolut nicht hoch ist. Früher wurden als Hochtouren nur diejenigen Touren bezeichnet, die ins dauerhafte Eis führten und entsprechende Ausrüstung verlangten. Da das Eis mittlerweile abgeschmolzen ist, sind nun viele davon auch im reinen Fels begehbar, werden aber trotzdem noch als Hochtouren bezeichnet, da sie in die entsprechende Höhe führen. So weit so gut. Kürzlich gibt aber jeder auch für seinen Boulderfelsen nebenan nun einen Hochtouren-Schwierigkeitsgrad an! Das finde ich zum einen unnötig, da aus der groben Hochtourenskala viel weniger Information herausgelesen werden kann als aus der viel feiner gegliederten T-Skala oder den Angaben zur Kletterschwierigkeit. Zum andern aber auch irreführend, da der Hochtourencharakter eigentlich eben etwas mit Höhe zu tun hat und ich es wahnsinnig mühsam finde, bei der Tourenplanung erst mal in den detaillierten Text zu gucken, inwiefern das jetzt plaisirkletterig oder doch herb-hochtourig ist.
Schulligung, musste das grade mal loswerden...
Ansonsten, danke noch mal und coole Tour!
LG, rele

DonMiguel says: RE:Hochtour?
Sent 22 September 2018, 11h53
Danke das du das ansprichst! Ich beschreibe so, weil ich das in anderen Berichten/Glarner Führer so aufgenommen habe. Ich glaube da trennen sich die Geister..;) z.B hier wird das Thema abgewälzt. Ganz klar gibt es keine Gletscherberührung und man könnte die Tour nur mit T6 III bewerten, für mich ist die Hochtourenbewertung eine Erweiterung von den T-Bewertungen wenn das T6 nicht mehr reicht, bei ZS fängt das für mich an. Bei der Schnüerliroute kommt dazu das es Sicherungsmöglichkeiten gibt, was das ZS begünstigt. Gruss Micha

rele says: RE:Hochtour?
Sent 22 September 2018, 13h14
Ah, danke Micha, die Diskussionsseite kannte ich noch gar nicht!
Habe dort gelesen, dass offenbar manche Schweizer Führer bei reinen Felsrouten sogar in den Voralpen auch noch eine Hochtourenskala angeben! Dieser Logik zufolge wäre ja ne Route im Klettergarten auch ne Hochtour ;) Der Sinn dahinter erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht. Welche zusätzliche Information könnte damit wohl übermittelt werden? Vielleicht dass ein IIIer mit ZS besser abgesichert werden kann als ein IIIer ohne ZS?? Das wäre doch reichtlich um die Ecke gedacht ;) Naja, was soll's, wenn sich da die Geister scheiden, dann müssen wir halt damit leben :)
Vielen Dank für die Antwort und noch weiterhin viele tolle Touren!
LG, rele

DonMiguel says: RE:Hochtour?
Sent 22 September 2018, 19h40
Ich muss dir zustimmen..;)

Primi59 says:
Sent 22 September 2018, 18h31
ha, war am Freitag in den Ennetbergen spazieren und hab gedacht als ich die Wand anschaute ob es wohl so ein Verrückter gibt der von unten auf den Rauti steigt.... und siehe da, es gibt ihn wirklich diesen verrückten Bursche ;-) Micha, das ist wieder eine Meisterleistung von dir...pass auf so ganz alleine auf deinen wilden Touren ....
äs Grüässli
Priska

DonMiguel says: RE:
Sent 22 September 2018, 19h46
Vielen Dank für die Blumen!

Primi59 says: RE:
Sent 23 September 2018, 17h30
extra für dich gepflückt..... :-))))))


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