Grenzwanderung Schweiz * Etappe 38 * Lausanne - Vevey


Published by laurentbor , 15 October 2020, 13h59.

Region: World » Switzerland » Vaud
Date of the hike:17 July 2020
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VD 
Time: 6:15
Height gain: 662 m 2171 ft.
Height loss: 655 m 2148 ft.
Route:22, 4 km
Access to start point:Zürich - Lausanne
Access to end point:Vevey - Lausanne - Zürich

Weiter geht es dem schönen Genfersee entlang, und heute wandern wir wohl durch den bekanntesten und spektakulärsten Abschnitt an dessen Ufer. Die berühmten Weinterrassen des Lavaux sind nicht nur ein kulturlandschaftlicher Höhepunkt der Grenzwanderung, sondern auch eine wahre Augenweide. Auf 805 Hektaren werden hier an den steilen Hängen über dem See seit dem 12 Jahrhundert Reben kultiviert, auf Grund der steilen Lage ausschliesslich auf Terrassen. Diese Abstufungen machen neben der Lage am See den Reiz des Lavaux aus und führte 2007 zu seiner Aufnahme ins Weltkulturerbe der UNESCO.

Los gehen tut unser Streifzug jedoch in der viertgrössten Stadt der Schweiz; Lausanne. Die attraktive Hauptstadt der Waadt liegt etwas erhöht an den Hängen über dem See, nur der wohlhabende Stadtteil Ouchy liegt an den Ufern des Léman. Die Ausgrabungen der Römerzeit haben wir bereits das letzte Mal durchschritten, sie sind nicht so gewaltig wie jene in Nyon oder Avenches obwohl Lousonna seinerzeit immerhin ca. 2000 Einwohner gehabt haben soll. Auch die bekannte Kathedrale von Lausanne in der mittealterlichen Cité haben wir das letzte Mal besucht. So soll bereits im 6 Jahrhundert ein Vorgängerbau hier gestanden haben und zusammen mit der verkehrsgünstigen Lage mit ein Grund für die Entstehung eines Bischofssitzes gewesen sein. Genug der Geschichte nun - hinunter an den See....

Hier am Schiffsteg und an der Talstation der einzigen Métro des Landes beginnt unsere Wanderung. Die Route verläuft direkt am See an der Quai d'Ouchy bis zum Olympischen Museum, welchem wir einen Besuch abstatten. Es ist ohne Zweifel eines der besten Museen welches ich in der Schweiz bisher besucht habe. Mit viel Multimedia und Experimentieren ist der Museumsbesuch unterhaltsam und informativ zugleich. Auch der Museumspark mit verschiedenen namhaften Kunstplastiken und der phänomenalen Sicht zum See ist ein Besuch wert.

Direkt nach der Stadtgrenze beim Tour Haldimann beginnt ein eigentlicher Wanderweg. Weg vom Lärm der Strasse führt ein schmaler Pfad zwischen Villen und Seeufer durch die Vororstgemeinden Pully und Paudex. Diese wohlhabenden Gemeinden haben glücklicherweise das Seeufer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und so blickt der Wanderer zur einen Seite auf das glitzernde Wassers des Léman und zur anderen Seite auf die vielen luxuriösen Villen mit deren Gärten. Beim Sportboothafen von Lutry legen wir eine Kaffeepause in einer wunderbaren Gartenbeiz ein.

Auch Lutry ist absolut sehenswert, der kleine mittelalterliche Ortskern schmiegt sich an den Genfersee und viele Kneipen und Restaurants laden zum Verweilen ein. Hier beginnt offiziell das Lavaux und an der Promenade hat man einen ersten bezaubernden Blick Richtung Osten auf die Weinberge. Nun bieten sich zwei Wege Richtung Vevey an, der untere welche über Cully direkt dem See entlang führt, oder der obere welchen wir in Angriff nehmen wollen.

Hinauf geht es in Richtung Weinberge, meistens läuft man hier auf autofreien Asphaltsträsschen durch die Weinterrassen und hat wirklich hinter jedem Winkel wieder eine bombastische Aussicht und kann die Kamera gar nie wegpacken. Dieses Gebiet ist auch bekannt für seine "trois soleils" - Die direkte Sonneneinstrahlung wird als erste, die Reflexion vom Wasser des Sees als zweite und die Abstrahlung der Wärme durch die Trockensteinmauern als dritte Sonne bezeichnet. Kein Wunder also gedeiht hier der Chasselas so prächtig - und bereits in Grandvaux locken die ersten Winzer mit ihren Produkten. Dieser Ort ist einer der schönsten und prächtig auf einem Geländevorsprung 120 Meter über dem Seespiegel gelegen bietet er einen umfassenden Blick über das Lavaux.

Weiter führt die Route nach Rivaz und Epesses, jedes Dorf hat seinen eigenen Charme, je nachdem ob es etwas höher oder tiefer liegt oder nach Westen oder Osten ausgerichtet ist. Im Ortskern dominieren jeweils prächtige Winzerhäuser welche mittlerweile als Kellereien und auch als touristische Restaurants ausgebaut worden sind. Weiter führt der Weg durch die steilsten Hänge des Lavaux bei Dézaley. Mit bis zu 40 Grad Neigung grenzt es fast an ein Wunder, dass Mönche im Mittelalter diese Hänge urbar machen konnten und heute ein schmackhafter Grand-Crû hier angebaut werden kann.

In Rivaz steht das Vinorama, welches wir besuchen um einen Film über die Jahreszeiten beim Rebbau anzuschauen und etwas Chasselas zu verköstigen. Eine weitere Kuriosität bietet das kleine schmucke Winzerdorf. Zusammen mit Gottlieben TG und Kaiserstuhl AG gehört es zu den kleinsten selbständigen Gemeinden der Schweiz (je 32 Hektar). Spannenderweise hab ich während der Grenztour bereits alle drei besuchen können.

Nun kommt Vevey immer näher, doch erst streifen wir noch durch das ganz unten am See liegende St-Saphorin welches ebenfalls seinen Namen einem berühmten Schweizer Wein verliehen hat. Noch enger als sonst stehen die handvoll Häuser zusammen und lassen kaum Platz die wunderschöne gotische Kirche des Ortes zu betrachten. Der erste Kirchenbau wurde hier bereits im 1. Jahrhundert getätigt und auch im Nachfolger von 1520 sind noch römische Meilensteine eingebaut worden.

Der Wanderweg geht nun zwar noch einmal hoch in die Weinberge von Corseaux, doch das Bild ändert sich nun doch wesentlich. Viel mehr Häuser machen sich breit und künden von der nahen Stadt Vevey. In Corsier-sur-Vevey besuchen wir noch das ehemalige Wohnhaus von Charlie Chaplin in welchem ein weiteres tolles Museum zu seinem Werk und Leben untergebracht ist. Nun ist es aber Zeit hinabzusteigen in die Stadt der Nahrungsmittel (Nestlé). Das nächste Mal erkunden wir von Vevey aus die Riviera, ein weiteres Schmuckstück des Léman.

Hier geht es zur Etappe 39

Hike partners: laurentbor


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