... ich sitze in der Kapsel der ISS und ärgere mich über die vielen Knöpfe!...Nikon D90


Published by Henrik , 29 September 2017, 13h00.

Region: World » Switzerland » Jura
Date of the hike:28 September 2017
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 3:00
Height gain: 290 m 951 ft.
Height loss: 290 m 951 ft.
Route:Durch die Weinberge
Access to start point:ÖV
Access to end point:ÖV
Maps:Gourmessa auf hohem Niveau

... der ICN von 07.03 „...verkehrt in geänderter Formation, ohne Restaurant!“. Es war nicht mal ein ICN, sondern eine IR-Formation, was auch mal eine Erfahrung wert ist auf der Juralinie nach Biel. Hinweis für alle jene, die im Oktober von Basel nach Delémont unterwegs sein wollen: Bauarbeiten: Laufen - Delémont und umgehrt!
Zwischen Delémont und Laufen ist die Strecke für den Bahnverkehr unterbrochen, den ganzen Monat: Dauer von 02.10.2017 bis 27.10.2017. Laut einem Zugsbgleiter wird die Trasse erneuert.
 
... im Gepäck eine gesammelte Rolle Feuilletons der NZZ – ich separiere zuhause meine NZZ, damit ich unterwegs hin und wieder mit guter Rechtschreibung und Grammatik versorgt werde. Gleichzeitig wird damit auch das Ideengefäss aktiviert. Und das ist nicht umsonst und nicht zu unterschätzen. Manchmal vermisse ich die Ruhe der 1.-Klasse, richtig, ich leiste mir dann einen Klassenwechsel für gewisse Abschnitte, da ich ja in keins der Konzerte eingeladen worden bin, die links oder rechts, von vorne oder hinter mir mit Getöse in die Ohren der Mitreisenden donnern. Fehlt jetzt, dass im Zug auch noch Drohnen herumschwirren, nicht abwegig!
 
... in Biel stelle ich mich auf den Bahnhofsplatz und atme die kühle Morgenluft ein. Ein Strassenwischer klaubt die Zigarettenstummel zusammen und leert die unansehnlichen Überreste aus den Alu-Abfallhülsen. Auch am frühen Morgen kann man Nachteulen über den Platz „schaukeln“ sehen, nicht mein optischer Favorit!
 
... in La Neuveville wischt die Servicedame des Restaurants au Marché die Terrassentische frei vom Tau, ich rufe ihr zu, dass ich heute einen ganz andern Tisch besuchen werde. Sie lacht. Durch die engen Gassen steige ich hinan, ausgestattet mit einem neuen Spielzeug, eins, das nicht mehr taufrisch ist... siehe Bildinformation!
 
... die Lese ist auch hier bereits erfolgt, ich spaziere durch die Rebberge am linken Bielersee-Seeufer, hier breiten sich die Rebberge zwischen La Neuveville und Biel aus und machen sich die Rückstrahlung des Sees und der Felsen zunutze. Die spätsommerliche Sonneneinstrahlung heizt bereits kurz nach 9 Uhr kräftig ein. Der helle Mergel blendet und die weissen Stützmauern der Rebparzellen auch. Da kommt die Einladung den Weiterweg im Schatten zu folgen gerade wie gerufen: ein Hinweisschild macht deutlich, dass der WW durch ein Naturschutzgebiet verläuft. Den hier insb. heimischen Buntspecht habe ich eifrig „anklopfen“ gehört und ihn auch mehrmals
ausserhalb der Zoomreichweite entdecken dürfen. Der gleissende See  ist permanenter Begleiter. Die WW steigt und fällt – im Gegensatz zu meiner Montagswanderung im Kanton Uri erhält diese Passage das Prädikat: geruhsam!
 
... auf der Höhe von Ligerz kreuzt man das Funi: Ligerz – Prêles, es liesse sich sogar hier zusteigen, mein Ziel ist eine neuer Futtertrog. Vorbei an der museumsähnlichen Institution, die einst Friedrich Dürrenmatt Heimat anbot, siehe Link! Hätte ich das im Vorfeld gewusst, wäre ich ggf. etwas weniger zielstrebig gewandert. Die Umgebung der Festi ist also auch fotografisch interessant.


... bevor ich das zu entdeckende Ziel erreiche, werden Hemd und Hose gestreckt, die Hosenumschläge bündig gezupft und dann um 11. 15 betrete ich die Terrasse, die den Blick zum Bielersee und die Petersinsel im Dunst/Nebel öffnet. Alle Vierer-Tische sind reservierte Tische, „... Sie dürfen an den schwarzen Tischen Platz nehmen..“, werde ich aufgefordert, unter Lindenbäumen, die schon gelb tragen. Die Lufttemperatur ist frisch und der Chardonnay auch. Ob ein Tagesmenü gereicht würde? Nein, Sie finden abgesehen von den Mehrgängern einzelne kleinere Gerichte, aber wir kombinieren auch. So entschied ich mich für einen Nussbaumsalat mit einer Portion Pommes, (wir bieten auch Allumettes an). Kaum stand die Salatschale auf dem Tisch, trafen die andern Gäste im Minutentakt ein: Wandersleute, Schildkappenträger, Goldkettenträger, Smartphone-TrägerInnen, Stumpenträger – die entsprechenden Untersätze reichten vom Bentley-Coupé bis zum 500-Cinquecente, jedenfalls doch leicht gehobene Klientel. Das Lokal kann ich nicht für den täglichen Tisch empfehlen, eine Preisfrage, aber gerade jetzt im Spätsommer mit diesem Blick, der bei guter Sicht sogar die Berner „Alteingesessenen“ zulässt, durchaus. Tischmässig ist man unter Freunden, so heisst das Lokal auch, die Inszenierung ist gepflegt und gelungen!
 
... der Weiterweg ist doch auch noch optisch eine Fundgrube: die Villen, die ich passiere, machen mich neugierig... ohne aufdringlich werden zu wollen – ich sehe davon ab, diese Neugier in Fotos umzusetzen, ich schaue einfach und staune. Etwas weiter Schafe am Steilhang, dann der Abstieg zur Brücke an Punkt 479, am Eingang der Twannschlucht, die kostenpflichtig besucht werden kann. In mehr als 100 Treppenstufen, durch Klein-Twann, gelangt der Spaziergänger zur Verkehrsebene Twann: hier reiben sich der alte WW, die Bahn, die Kantonsstrasse mit Ampelregelung und die Schnellstrasse. Dahinter wie Perlen gleich ein halbes Dutzend Lokale, ich setze mich auf eine Terrasse und warte auf meinen RE nach Biel. Hernach weiter via Tavannes nach Le Noirmont bis nach Pré-Petitjean, wo ich nochmals mich der NZZ zuwende. Die Ruhe, ich bin allein auf der grossen Terrasse, lediglich das Wiehern der Gastpferde dringt durch die Koppelabsperrung.
 
... mein neues Spielzeug, die NIKON D90 hat einfach zu viele Knöpfe und ein gigantisches Instrumentenpanel. Wie lebt es sich auf der ISS?

Hike partners: Henrik


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