Vom Haneburger auf den Largoz - Gratüberschreitung überm Voldertal


Published by maxl , 17 September 2017, 16h49.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Tuxer Alpen
Date of the hike:13 August 2017
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 7:30
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 1350 m 4428 ft.
Access to start point:Von Volders im Inntal hinauf nach Volderwildbad. Für 4€ am Automaten darf man auf der Schotterstraße bis Dörfl hinauffahren, dort geräumiger Parkplatz
Accommodation:keine

Angeber sind sie wirklich nicht, die Gipfel der Tuxer Alpen. Meistens hat man es mit unaufdringlichen und wenig markanten Berggestalten mit sanften Hängen zu tun, die freilich oftmals eine grandiose Aussicht in die umliegende Bergwelt und die Täler präsentieren. So kann man hier auch an schönen Sommertagen lange und genussreiche Touren unternehmen, ohne dass einem dabei allzu viele Touristen auf die Sohlen steigen würden. Für heute soll's eine Tour aus dem Voldertal sein, in das man gegen Mautgebühr bis gut 1400m hinaufrumpeln darf.

Los geht's am großen Parkplatz bei Dörfl und der Nösslachalm, den man für an einem Automaten zu entrichtenden 4€ auf einem steilen und rustikalen Schottersträßchen erreichen kann. Von hier geht's zunächst ein Stückerl weiter taleinwärts, schließlich beschildert in die entgegengesetzte Richtung auf einem Forstweg in den Hang hinein. Bei der Sternbachalm kann man den Aufstieg zur Markissalm weitgehend auf einem schönen Steig abkürzen, der durch ruhigen Bergwald führt. An der idyllischen Markissalm schließlich kommt man in freies Gelände, der Blick öffnet sich in's Karwendel. Von hier steigen wir zunächst durch eine bewachsene Hochfläche, später dann im grasigen Westhang hinauf. Bald kommt man an einen Abzweig, an dem unser ursprünglicher Plan, dem Malgrübler einen Besuch abzustatten, scheitert: wir erwischen irrtümlich den deutlicheren und markierten linken Steig, der recht bald in die steile Gipfelflanke des Haneburger abbiegt. Naja, auch gut. Bald schon saftig steil kämpfen wir uns hoch (T3) und gewinnen schließlich die Grathöhe. Jetzt gilt's nur noch die steile, aber gut gangbare Nordflanke des Bergs (T3) hochzusteigen, um zum engen und felsigen Gipfelkopf zu gelangen. Trotz des begrenzten Platzangebots findet sich mit etwas Kraxelei ein luxuriöses Pausenplätzchen. 3h sollte man für den Aufstieg schon einplanen.

Weiter geht's dann auf dem Bergkamm, der im Largoz mündet, einer prima Aussichtsloge in's Inntal. Als Mitnahmegipfel bietet sich hier der beschafte Roßkopf an, den man über sanfte Wiesen gewinnen kann. Die nördlich vorgelagerte Wattenspitze indes ist eher felsigen Charkaters - sie umgehen wir in der stets gut gangbaren Westflanke. Wiederum nördlich des Gipfels stoßen wir schließlich auf Pfadspuren, die direkt zum Largoz leiten. Alternativ kann man natürlich auch auf dem markierten Wanderweg etwas tiefer queren, der Höhenverlust ist jedoch stattlich. Auf dem Largoz genießen wir nun die Abendstimmung und den traumhaften Tiefblick in's Inntal.

Der Abstieg gestaltet sich allerdings wiederum etwas umständlich. Das hiesige Forststraßengewühl ist nur schwer zu durchschauen, von der Largozalm aus erwischen wir offensichtlich die falsche, die uns komplett in die Irre führt. In der Kompasskarte sind die Wege eindeutig falsch eingezeichnet, es ist zu empfehlen, wieder zur Markissalm zurückzugehen! Tut man das nicht, muss man sich nicht nur durch steile, schwer gangbare Waldhänge talwärts kämpfen, nein, man landet auch noch knapp 200hm unterhalb des Parkplatzes, und muss in der anbrechenden Dunkelheit nach der langen Tour begleitet von deftigen Flüchen zum Auto zurückschnaufen. Visiert man die hier beschriebene Runde an, sollte man am besten vorher in den Karten des Österreichischen Vermessungsamtes nachschauen, da sind die Wege präziser verzeichnet. Trotz des Schönheitsfehlers handelt es sich aber um eine aussichtsreiche und vorbehaltlos zu empfehlende Rundtour, die einem abseits der Massen schöne Eindrücke der Tuxer Bergwelt präsentiert.


Hike partners: maxl


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