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Sellrainrunde: Hoher Seeblaskogel (3235m), Schöntalspitze (3008m), Zwieselbacher Rosskogel (3082m)


Published by Kottan , 7 July 2017, 22h02.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Date of the hike: 5 July 2017
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   A-T 
Time: 3 days
Height gain: 3800 m 12464 ft.
Height loss: 3800 m 12464 ft.
Route:ca 40km
Accommodation:Westfalenhaus, Neue Pforzheimer Hütte

Das Gebiet um die Sellrainer Berge, einer Untergruppe der Stubaier Alpen, eignet sich wie kaum ein anderes für eine Hüttenrunde mit vielen, relativ einfachen, hohen Gipfeln und nicht allzu großen Auf- und Abstiegen zwischen den Hütten. Von Lüsens wollte ich über das Westfalenhaus auf den Hohen Seeblaskogel, danach im Haus übernachten und am nächsten Tag über die Schöntalspitze zur Pforzheimer Hütte und weiter zum Zwieselbacher Rosskogel. Am letzten Tag führte die Runde von der Hütte über die Lampsenspitze zurück nach Lüsens.

Am Dienstagmorgen fuhr ich zum Parkplatz Lüsens am Talschluss des gleichnamigen Tals und packte meinen Rucksack so leicht wie es nur ging, schließlich hatte ich einige Höhenmeter vor mir und wollte unnötiges unten lassen. Da es recht warm werden sollte, begnügte ich mich mit leichter Kleidung, Steigeisen packte ich dennoch zur Sicherheit welche ein. Zum Westfalenhaus führen ein Sommer- und ein Winterweg, ich wählte eher intuitiv den Winterweg, der erst gerade und flach noch ca. einen Kilometer ins Tal hineinführt, bis er dann an einer Almhütte nach rechts in ein kurzes Waldstück abzweigt und ab hier steiler ansteigt. Bei einer zweiten Alm wird der Weg wieder flacher und führt geradewegs auf die schon sichtbare Hütte zu. Kurz davor galt es nocheinmal einen kurzen steileren Hang zum Haus hinaugzusteigen. Dort angekommen, machte ich eine kurze Pause, bevor ich weiter zum Seeblaskogel weiterstieg.

Hoher Seeblaskogel:

Der Weg führte nun den Hang unter dem Berg relativ lang auf ebener Strecke auf den Talsschluss zu. Nach 20 Minuten erreichte ich eine Weggabelung hinter einer alten Gletschermoräne, von wo aus der Pfad nun steil hinauf in die Schuttflanke führte. Immer in gleicher Steigung ging es nun recht monoton und anstrengend den bröseligen Pfad hinauf, über eine leicht ausgeürägte Kante weiter bis zu einem schon sichtbaren großen Steinmann. Ab hier flachte es deutlich ab und die Steine wurden zu Felsblöcken, der Weg zum Gipfel war nun einsehbar. Aufgrund des vielen Neuschnees der letzten Woche musste ich alles neu Spuren und sank dabei in dem weichen Schnee bei jedem Schritt bis zum Knie ein. Ab und an konnte man auf weniger eingeschneite Felsen ausweichen, bis ich schließlich zum unter dem Schnee verdeckten Gletscherrest des Tatzenferners ankam. Dort entschied ich aufgrund des weiterhin zu spurenden Weges nach rechts auf die Felsen auszuweichen und entlang der oberen Gratkante zum Gipfel zu gelangen. Kurz vor dem Gipfel gilt es nocheinmal eine kleine Kletterstelle zu überwinden, die jeodch nicht ausgesetzt ist. Nach knapp 4 Stunden vom Auto erreichte ich als erster und einziger diese Tage den Gipfel, der ein großes Kreuz trägt. Die Sicht war recht kar und man sah vom Hochstubai über die Ötztaler bis hin zu Zugspitze und Karwendel. Da ich recht müde war, stieg ich ohne große Pause gleich wieder hinab, diesma über den Ferner. Das steile, frisch eingeschneite Eis war nach unten manchmal etwas unterspült und daher nur sehr vorsichtig zu begehen. Nach der kleinen Gipfelsteilstufe ging es aber dafür umso schneller hinab bis zum Steinmann und die gleiche Schuttflanke hinab zum Wegweiser. Dann querte ich wieder die Flanke und schlief den gesamten Nachmittag auf der Hütte.

Schöntalspitze:

Am nächsten Morgen stieg ich gegen 8 Uhr den sonnigen Hang hinter der Hütte hinauf zur Münsterhöhe, am Kreuz machte ich kurz Pause. Danach führte der Steig auf den steilen Hang unter der Schöntalspitze zu, vorbei an mehreren Schmelzwasserseen. Nun hieß es, Kräfte sammeln und auf in die schuttige Steilflanke, der Weg ist hier durchgehend markiert, der Untergrund aber manchmal sehr bröselig und abschüssig. Nach einem letzten sehr steilen Stück erreichte ich die Zischgenscharte auf 2934 Metern, wo ich meinen Rucksack deponierte und dann die letzten 79 Höhenmeter zum Gipfel weiterstieg. Der Weg ist einfach, Trittsicherheit und etwas Klettergeschick sind aber nötig, ein Stahlseil entschärft eine abschüssige Plattenrampe. Danach führt der markierte Steig geradewegs auf das Gipfelkreuz zu. Oben angekommen, machte ich eine kleine Pause in der Sonne und betrachtete den Aufstiegsweg des Vortages und den Weiterweg zur Pforzheimer Hütte. Wieder im Joch schnallte ich den Rucksack auf und stieg den steilel Hang des ehemaligen Zischgenferners, der an dieser Stelle bereits verschwunde ist, hinab. Das Gelände ist hier durchwegs bröselig und rutschig, so war ein Altschneefeld die bequemere Option, im Spätsommer muss man sich dann am Stahlseil hinuntertasten. Nun führte der Weg immer gut markiert das schöne Hochtal entlang auf die Hütte zu. An der Hinteren Gleirschalm angekommen, galt es noch einen leichten Gegenanstieg zur Hütte zu bewältigen.

Zwieselbacher Rosskogel:

Nach einer Pause and er Hütte begann ich dann um 13 Uhr mit dem Aufstieg zum Zwieselbacher Rosskogel, der hinter der Hütte auf den breiten Doppelgipfel zuführt. Nach einer Bachüberquerung leitet der markierte Pfad weiter in das breite Kar unter dem Gipfel, dass zunehmend steiler wird bis man wieder vor einem typischen Steilhang steht. Dieser war diesmal etwas fester und grasbewachsen, sodass der Anstieg zwar wieder steil aber etwas bequemer zu steigen war. Immer weiter hinauf ging es nun die Flanke, bis man das kleine, vom Gletscherschliff geprägte Hochplateau erreicht. Hier geht es nun immer leicht auf und ab um eine Einbuchtung in der Mitte herum auf Schneeresten und Platten. Den Kraspesferner berührt man hier an keiner Stelle bis man an den Wegmarkierungen zum Übergang zur Schweinfurter Hütte angelangt. Hier nun weiter auf den Gipfel zu, noch einmal kurz absteigend und die letzten Höhenmeter hinauf über Blockgelände zum Kreuzgipfel. Oben bemerkte ich, dass der Südgipfel minimal höher sein musste, ich war dann aber doch etwas unmotiviert noch weiterzugehen, ich musste mir nichtsmehr beweisen an diesem Tag. Theoretisch ist der Übergang nicht schwer und markiert, die Schwierigkeiten betragen vielleicht T4 und I. Nach einer kurzen Rundschau, die ähnlich wie die am Tag zuvor war, begann ich mit dem Abstieg zurück zur Hütte. Nun querte ich das ehemalige Gletscherbecken und sparte mir so das etwas nervige Auf- und Ab des Weges, bis ich wieder an der Steilstufe ankam und den Rest auf gleichem Weg zur Hütte stieg.

Lampsenspitze:

Am dritten und letzten Tag wachte ich bereits um 5:40 vom Wecker auf, da ich um 12 wieder in Innsbruck sein musste. Ich entschied mich für den Rückweg zum Auto über die Lampsenspitze. Dieser führte anfangs wieder bergab zur Gleirscheralm und dann links abzweigend zum Satteljoch hinauf. Endlich war ich einmal auf einem festen Weg unterwegs, der im Zickzack den Hang hinaufführte, die Sonne war zum Glück nochnicht im Hang und so kam ich schnell voran. Über den Absatz im Mittelteil begann dann der steile Schlusshang zum Joch. Dort legte ich den Rucksack ab und stieg in 15 Minuten zum Kreuz. Nach einer kleinen Pause am Gipfel, dessen Aussicht recht schön ist, begann ich mit dem weiten Abstieg nach Lüsens. Immer weiter hinab zwischen Schafs- und Kuhherden entlang bestens markiert zur Koglalm. Im Winter ist hier wohl mehr los, ich war dagegen allein unterwegs. Ab der Alm führte ein Fahrweg über Praxmar zurück zum Auto nach Lüsens.

Diese Runde ist gut in 3 Tagen möglich und beinhaltet einige schöne und einfache 3000er, man bewegt sich immer in ursprünglicher Hochgebirgslandschaft und übernachtet in schönen Hütten. Bei gutem Wetter hat man hier super Tourenmöglichkeiten, die allesamt solo vertretbar sind und sich für motivierte 05auch noch erweitern lassen.

Hike partners: Kottan


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