unterwegs mit Claudia, Juni 2017, 1|2: Widderfeld - Tomlishorn - Pilatus


Published by Felix Pro , 14 July 2017, 13h22.

Region: World » Switzerland » Nidwalden
Date of the hike: 8 June 2017
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW   CH-LU 
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 400 m 1312 ft.
Route:Parkplatz Schybach - Schy - Birchboden - Himmelsleiter (via W-Route) - Widderfeld - Gipfelkreuz Widderfeld - Widderfeld - Himmelsleiter - Stollenloch - Brücken E-Wand Widderfeld - Gemsmättli - P. 2054 - P. 2013 - Tomlishorn - Pilatus Kulm - Esel - Pilatus Kulm - Hotel Pilatus Kulm - Hotel Bellevue Pilatus Kulm
Access to start point:cff logo Wyssachen, Abzw. Roggengrat - Huttwil - Luzern - cff logo Alpnach Dorf; PW bis Parkplatz Schybach
Accommodation:Hotel Bellevue Pilatus
Maps:1170 - Alpnach

Zwei Tage habe ich Zeit, um der polyvalent sportlichen, jungen Claudia aus Österreich (von bergwelten.com) attraktive Voralpengrate und -gipfel zu zeigen - dafür wähle ich die mir bestbekannte und sehr geschätzte Pilatus-Region.

 

Bei viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen beginnen wir beim Parkplatz Schybach unsere erste Bergfahrt; noch meist im Schatten legen wir im Sagenwald oberhalb der Schlucht des Schybaches die ersten Höhenmeter zurück. Über die leicht sumpfige Lichtung gelangen wir zur Hütte auf Schy und weiter hoch zu einem weiteren, sich steil hinaufziehenden, Waldabschnitt.

 

Auf wieder offenem, leicht abflachendem, Gelände legen wir die letzten Meter zur Alp auf Birchboden zurück - hier gönnen wir uns eine kurze Pause vor dem beginnenden  steilen und attraktiven Gipfelanstieg.

Erst  gilt es nun - vielfach nun den Blick der Ruessiflue und dem reizvollen  Tomlishorn SW-Grat zugewendet - erst weglos, dann zahlreichen kleinen Markierungen an Steinen folgend, über den Grashang hochzusteigen. Allmählich wird dieser felsdurchsetzter, schliesslich erreichen wir die Routengabelung - ich wähle die Querung über das grosse Schuttrisi und Schrofengelände zur Aufstiegsvariante West.

 

Gleich geht es nun steil im kombinierten Fels- und Grasgelände in der fantastisch, urig, anmutenden Bergwelt hoch - faszinierend sind v.a. die unzähligen wild aufragenden Felsspitzen und die sich dazwischen eröffnenden „Felsschluchten“. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich zu begehen: mal ist’s einfacheres Gehgelände, dann erfordert’s kraxliges Empor“arbeiten“; zwischenzeitlich sind sogar Fixseile montiert - sie müssen jedoch nicht verwendet werden …

Zuletzt wird über eine Grasstufe das finale Felsband erreicht, über welches via Himmelsleiter - sich nun ohne zweifelhaftes Fixseil präsentierend - der hübsche Aufschwung hinauf zur Gipfelwiese gewonnen wird. Über diese schiefe Ebene ist’s ein gemütliches Schlusswandern zum Gipfel Widderfeld - so dass bereits jetzt die prächtige Aussicht zu Zentralschweizer Gipfeln und Richtung BO gewonnen werden kann.

Noch vor unserer Mittagsrast wechseln wir kurz hinüber zum Gipfelkreuz Widderfeld, von wo aus sich ein guter Blick nicht nur in die senkrechte Ostwand des Widderfelds ergibt, sondern auch unser spätere Wegverlauf bestens einsehbar ist.

 

Nach aparter Gipfelrast steigen wir wieder via Himmelsleiter ab, und wählen nun den Weg hinunter zum Eingang ins Stollenloch; über einige wenige Dutzend Stufen unterquert man so die Ostabbrüche und erreicht den Wandfuss. Für mich folgt hier der anspruchsvollste Abschnitt unserer heutigen Tour - zumindest deklariere ich es, und dachte es mir so …

 

„Auf der Suche nach der schwierigen dritten Brücke“ ;-) - kann ich im nachhinein festhalten, gestaltet sich doch auch der Gang über diese, zwar steil hinauf, und doch leicht exponiert, als heute völlig unproblematisch. Claudia kann sich so herzlich mokieren über meine unbegründeten Ängste ob der Begehung der Widderfeld-Brücken E-Wand

 

Einfach nun die Fortsetzung unter den imposanten Felswänden hindurch zum Gemsmättli; übers Gratweglein steigen wir hoch zu P. 2054, Gipfelpunkt Gemsmättli, und über die Gratschneide, teils auf etwas ruppigen Pfädlein, und gesichert, ab zu P. 2013. Claudia (eine exzellente Bikerin) meint dabei, dass die Cracks diese ruppige und abschüssige Steilstufe im Sattel bewältigen würden - unvorstellbar …

 

Unschwierig steigen wir danach wieder an - am Ausstieg Alter Tomlishornweg vorbei (wo wir uns morgen einfinden werden) - zum Übergang zwischen SW-Grat und dessen Gipfel. Wir gelangen so in die Nähe der Pilatus-Touristen; immerhin dürfen wir für eine kurze Zeit, nach Erreichen des Tomlishorns, die Aussichtsplattform alleine geniessen. Beachtlich wirkt hier insbesondere der Tiefblick in unser morgiges Gelände, hinunter zum Verlauf des Alten Tomlisweges ab der  Klimsenkapelle zum  Chastelendossen.

 

Auf der „Wanderautobahn“, sehr gut und breit ausgebaut ist hier der BWW, verläuft nun dieser ob doch beachtlichen Abstürzen der Laubristeten oft flach weiter bis zum grossen Komplex der Hotels und Bahnen auf Pilatus Kulm.

Im Hotel Bellevue Pilatus Kulm haben sie uns, nachdem wir uns auf der Terrasse erst erfrischende Getränke gegönnt haben, beinahe schon vermisst - ist doch die letzte Bahn schon hochgefahren …

 

Nach dem Einchecken und ersten phänomenalen Blicken hinunter nach Luzern und zum vielarmigen Vierwaldstättersee, steigen wir jedoch noch hoch zum Pilatus Esel. Beinahe alleine sind wir nach Fahrplanschluss unterwegs; dies bleibt für den Rest des Abends so: auch der offerierte Apéro (im grossen Entrée des Bellevues) und das köstliche Nachtessen im historischen, beeindruckenden, Saal des Hotels Pilatus Kulm, können wir in angenehmer Ambiance verbringen.

Aus unserem Hotelzimmer erleben wir den stimmungsvollen Nachtanbruch mit dem Blick über Luzern, dessen aufflammenden Lichtern und den letzten Färbungen der Sonnenstrahlen hinter dem Pilatus Haupt … 


Hike partners: Felix


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