Zum Fondue auf die Zugspitze - mal ein anderer Betriebsausflug


Publiziert von klemi74 , 10. September 2015 um 13:35.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
Tour Datum: 9 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1750 m

Betriebsausflug kann so ziemlich alles sein: Schifferlfahrn am Tegernsee, Besuch der Kaltenberger Ritterspiele, Brauereibesichtigung mit Verköstigung und Go-Kart-Fahren etc. Was sportliches ist bei uns bislang eher nicht rausgekommen. Heuer aber war die Idee, dass man doch mit der Ehrwalder Zugspitzbahn auf Deutschlands Höchsten fährt, oben ein Dreigängemenü mit Fondue einnimmt und dann wieder ins Tal gondelt... Alles für 61 Euro.
Nicht jedem liegt das Seilbahnfahren, und so standen wir mit 10 Mann um Punkt zwölf an der Talstation, bereit den Marsch zum Gipfel anzutreten. Schon etwas ungewohnt, mit lauter Leuten auf den Berg zu gehen, mit denen man noch nie unterwegs war. Wie fit sind sie? Nun, im Flachland werde ich beim Laufen oder Radeln oder was auch immer mit keinem ernsthaft mithalten können, alle wirklich gut drauf und aktiver als ich... Mal schauen, ob's am Berg a bissl ausgeglichener zugeht, das ist schon eher mein Metier!

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass nicht gebummelt wird, gleich auf dem Abschnitt auf der Piste bleibe ich nur mit Mühe dran. Dort wo der Steig in die Latschen abzweigt, lasse ich mich zurückfallen, irgendwer meint, dass wir ein Tempo für mehr als 600 Höhenmeter pro Stunde haben. Schon machbar, aber sicher keine drei Mal hintereinander... Also lasse ich die große Gruppe ziehen, immerhin sind auch drei Mann hinter mir, unter anderem der selbsternannte "Lumpensammler".
Der holt mich in den Serpentinen bei der Wasserstelle dann schließlich doch ein, die beiden anderen sind deutlich langsamer, wollen es aber auch durchziehen. Ich komme nun besser in meinen Rhythmus, komme gut voran und habe mit den leicht ausgesetzten Stellen vor der Hütte kein Problem. Die anderen sitzen schon drin, wider Erwartens auch noch keine zehn Minuten - habe zwischenzeitlich mit gut 20 Minuten Rückstand gerechnet... An sich bin ich mit meiner Gehzeit von 1h50 echt zufrieden.

Ein Skiwasser und einen Kaffee später geht es weiter, jetzt in einem Tempo, bei dem ich grad noch so hinterherhecheln kann. Am Einstieg zum Stopselzieher wird der Helm aufgesetzt, ein KS-Set habe ich nicht dabei, das hat auch sonst keiner mitgenommen. Der Steig ist immer ausreichend gesichert, zahlreiche Eisenklammern helfen über die schwierigen Abschnitte hinweg ; ohne sie würde ich an den glatten Felsen ohne gute Griffe wohl scheitern... Auch nach der eigentlichen Rinne ist das Gelände steil, die Sicherungen sind bei guten Bedingungen aber nicht notwendig, ohne sie wäre es eine anhaltende Kraxelei im I. Grad.
Je weiter wir nach oben kommen, desto mehr gibt es ein neues Problem: Schnee! Zwar schon gespurt und ein wenig angetaut, trotzdem sind einige felsige Stellen unangenehm rutschig und gar nicht mehr so harmlos wie üblich - bei gutem Wetter hat man nach dem Stopselzieher eigentlich das Schlimmste geschafft.
Heute war das Schlimmste erst auf dem Grat geschafft, auf diesem lag nämlich kein Schnee, so dass das letzte Stück zum Gipfel kein Problem mehr war. Auf der Terrasse angekommen, waren seit dem Start genau vier Stunden vergangen... Echt flott, ich musste durchgehend auf Anschlag gehen, um mitzukommen. Respekt, Jungs und Mädel!
Auf der Terrasse haben wir kurz auf einen später gestarteten Kollegen gewartet, der zuvor noch über 150km mit dem Radl gefahren war und der den Aufstieg in weit unter 3 Stunden geschafft hat... Dann ging es hinauf zum Kreuz, aufgrund der Uhrzeit schon ohne jeden Stau. Zurück vor dem Münchner Haus die verdiente Gipfelhalbe, Genießen der kurzen sonnigen Phase und Besuch des Zugspitzmuseums. Nach und nach trudelten die Seilbahnfahrer ein und auch unsere Nachzügler waren in weniger als den angeschriebenen sechs Stunden da.

Das Essen war dann echt gut, ein großes Salatbuffet, dann das Fondue und eine Nachspeise. Mit der Gondel um 21:00 Uhr ging's wieder ins Tal und ziemlich müde nach Hause.

Fazit:
Gelungene Aktion! Der Weg auf die Zugspitze ist nicht die schönste Bergtour, grad bei Nebel, und der Gipfel ist auch eher hässlich. Trotzdem mal was andres. Die Tour ist an sich nicht wirklich schwierig, durch den Schnee war sie heute aber deutlich anspruchsvoller als bei trockenem Steig.

Gehzeiten:
Zur Wiener-Neustädter Hütte: 1h50
Zum Gipfel: 1h40

Tourengänger: klemi74


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»