Ein (fast) hochalpiner Sonnentag an der Naviser Sonnenspitze (2620 m)


Publiziert von DHM123 , 27. Mai 2014 um 18:02.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Tuxer Alpen
Tour Datum:24 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1150 m
Strecke:gesamt ca. 15 km - zieht sich schon ziemlich
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Navis im Naviser Tal, Parkplatz bei den Grünhöfen auf ca. 1500 m Höhe.

Die eigentlich wohl einfache Wandertour auf die Naviser Sonnenspitze wurde durch die zahlreichen Schneefelder, die am traumhaft schönen Samstag, 24. Mai 2014 noch vorhanden waren, beträchtlich aufgewertet :).
Die Schneefelder teilweise noch recht tief und die Hänge sogar stellenweise lawinengefährdet, sodass wir diese in Schrofenflanken umgingen. Der Kamm vom Naviser Jöchl zur Naviser Sonnenspitze stellenweise mit einer hohen Wechte versehen. So hatte die Unternehmung durchaus schon Hochtourencharakter - im oberen Bereich weitgehend weglos - daher die Einstufung mit T4, sonst eher T2, im oberen Bereich dann T3.
Die Naviser Sonnenspitze hat 2 Gipfel - einen markanten mit einem (zumindest auf der Südseite) ca. 30 m hohen weit sichtbaren Felskopf, der von einem großen Gipfelkreuz gekrönt ist und nur über eine (ja, leider nicht sehr vertrauenserweckende) Drahtseilsicherung mit etwas Kletterei zu erreichen ist und einen weiteren, ohne Kletterei zu ersteigenden, der mit einem bescheideneren Gipfelkreuz geziert ist.
Wie so oft, ist der höhere Gipfel nicht der, der mit dem protzigen Kreuz geziert ist:)  - ich hatte den Eindruck, dass der Gipfel ohne Felskopf der etwas höhere ist.
So einfach ist die Kletterstelle nun auch nicht und mit 2 Drahtschlaufen und einem schon leicht abgezwirbelten, wackligen Drahtseil zum Gipfelkreuz nicht gerade vertrauenserweckend gesichert.
Ein aufgerolltes Ersatzseil liegt schon da - wird wohl noch montiert werden (?).
Das alte Drahtseil machte jedenfalls angesichts des nicht bombenfesten und abschüssigen Geländes einen so wackligen Eindruck, dass wir uns entschlossen, den letzten Teil zum Gipfelkreuz des Felskopfes nicht mehr fortzusetzen. Beim Abstieg brach dann auch glatt ein Griff aus - dieser wurde auch sogleich entsorgt.

Start am Parkplatz bei den Grünhöfen auf ca. 1500 m Höhe und dann stets auf dem sehr schönen und leicht begehbaren Wanderweg (T2) in Richtung Naviser Jöchl, zunächst an der Peeralm vorbei und dann über weitere Almen in angenehmer Steigung gemütlich bergauf. Von den Almen hat man eine traumhafte Aussicht auf die hohen Tuxer (Lizumer Reckner, Geier) und die Stubaier (Zuckerhütl, Wilder Freiger, Ruderhofspitze, Habicht und Co.) und es gesellen sich Olperer und Fußstein ab Erreichen einer Höhe von ca. 2100 m hinzu. Diese Almen voll von Enzianen und Krokussen - sehr schön.
Dann steilt der Weg auf und es geht durch Felsblockfelder geradeaus nach oben in Richtung Naviser Jöchl.
Bei unserer Tour war dann ab ca. 2300 m Höhe der Normalweg durch eine abgegangen Lawine bzw. einem großen Firnfeld nicht begehbar und wir entschieden uns westseitig die große Firnmulde durch Schrofen zu umgehen. Das Naviser Jöchl erreichten wir dann aus westlicher Richtung und mussten ein weiteres großes Firnfeld passieren einschließlich Aufstieg zum stellenweise überwächteten Grat zur Naviser Sonnenspitze. Um die Wächten zu umgehen, dann wieder Schrofen- und kleinere Felspassagen.
Das Ganze Auf und Ab und Passieren der Firnfelder (stellenweise brach man auch schon mal einen halben Meter ein) dauerte dann doch beträchtlich länger als gedacht. Das sah von unten doch alles viel harmloser aus. Aber wie auch immer, irgendwann kamen wir am besagten Felskopf an.
Dieser wie oben erwähnt, nach unserem Eindruck nicht sehr vertrauenserweckend gesichert, sodass jeder von uns beiden nur die kurze schwierige Stelle bis zum erwähnten maroden Teil des Seils erstieg und dann wieder abstieg.
Dann zum zweiten Gipfel zur Brotzeit mit traumhaften Ausblicken in alle Richtungen - nach Norden ins Inntal, nach Osten und Süden zu Olperer, Fußstein und Co. und bis zu den italienischen Brennerbergen, nach Westen zum Stubai und im nahen Osten :) in die Tuxer Berge.
Und so ein schöner, sonniger Tag ! Eine herrliche Tour in stiller Umgebung. Uns kamen nur 2 Wanderer entgegen, diese waren aber vermutlich vorher umgekehrt, denn oben am Gipfel fanden wir keine Spuren im Schnee vor, bzw. nur alte Spuren.
Kurz: ein schönes, weniger frequentiertes Tal und eine wunderschöne Frühjahrstour - bestimmt auch als Skitour eine feine Sache.

Tourengänger: DHM123


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