Sagittarius an der Gelmerfluh (Grimsel)


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 8. Juli 2008 um 12:48.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum: 2 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 6b (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:30
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Chüenzentennlen
Unterkunftmöglichkeiten:Diverse am Grimsel, Massenlager inkl. Frühstück ab Fr. 23.50!

Das Klettergebiet am Grimselpass ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine Plattenschleicher in bestem Granit. Die Absicherung ist in vielen Touren im Plaisirbereich mit Schwierigkeiten zwischen dem 4. und 6. Grad, die Zustiege kurz und leicht - das perfekte Gebiet für den Einstieg ins alpine Sportklettern. Darum muss man sich in den Plaisir-Klassikern an schönen Sommertagen auf Wartezeiten einstellen.

Ossi's Alpin_Reise in den Westen Tag 4 - Plaisir am Grimsel in einer genialen, abwechslungsreichen Tour.


Nach dem Vollbad in den Gastlosen am Vortag können wir erst nach Mittag mit halbwegs trockenem Material einsteigen. Wir wählen einen Klassiker im gehobenen Plaisirbereich, die Sagittarius (6b, 13 SL). Den geplanten Abstecher ins Eldorado müssen wir vertagen.

Zustieg von Chüenzentennlen (P, Postautohaltestelle) in 20 min über krautige Wegspur und das Einstiegsband (T4). Die Tour ist durchwegs gut bis sehr gut abgesichert, keine Friends oder Keile nötig. Die Sonne kommt ab ca. 12 Uhr in die Wand, spät aufstehen ist für schnelle Seilschaften ist kein Nachteil!

Detaillierte Routenbeschreibung:
1. Sl 5a   In flachem, gestuftem Gelände mit einer Reibungsstelle zum angewöhnen.
2. Sl 5c+ Gut gestuft mit einer feiner Reibungspassage unter der Verschneidung - ausspreizen!
3. Sl 6a   Kusiplatte: glattgeschliffene, 3m hohe Plattenpassage: mit den etwas rauheren Dellen und etwas Gleichgewicht und Fusstechnik direkt gut zu lösen; leichter am Riss rechts oben.
4. Sl 5c+  Horizontal in die Verschneidung, Schlüsselstelle die feine Querung auf die Platte rechts, tief bleiben! Dann super Kletterei an diagonaler Rissspur.
5. Sl 5c+ Weiter am Diagonalriss, dann nach links
6. Sl 6a+ An der "schwarzen Kante" und an genialer Schuppe für die linke Hand hoch (5c+), dann auf Kante, leichter hoch und knifflige Querung nach rechts in die Verschneidung - eine geniale Länge
7. Sl 6a+ Schlüsselstelle gleich zu Beginn: schwierige Querung nach rechts in den "30m Riss", unten bleiben! Zuerst an Doppelriss, dann genialem Handriss, später offener Riss und Reibungstritten hoch - eine wahnsinns Länge!
8. Sl 6b Unter dem "Tomsdach" an feinen Leisten nach links, Füsse auf Reibung, vorteilhaft weit unten. Über Kante in die glatte Reibungsplatte und hocheiern. Anspruchsvoll, geht aber schon...
9. Sl 6a Klassische Reibungsplatte in rotem Granit (5b), dann an Risspuren zu einer schwierigeren Plattenpassage, nach rechts zum Stand.
10 - 13. Sl 5b - 6a: to be done

Die Schwierigkeitsangaben empfanden wir als fair, auch wenn uns einzelne Seillängen etwas leichter als angegeben vorkamen.

Nun wird die Kletterei steiler und der Fels weniger kompakt, die Schlüssellängen sind geschafft. Trotzdem  beschliessen wir, nach dieser Länge abzuseilen, wir wollen das Erlebnis vom Vortag nicht wiederholen. Das Wetter scheint zwar zu halten, jedoch ziehen immer wieder grössere Quellwolken über das Lauteraarmassiv - schweren Herzens seilen wir ab. Später am Grimselpass erfahren wir von der leichten Föhntendenz, welche die Gewitter abgehalten hat - natürlich hielt das Wetter bis zum Eindunkeln... ein Grund zum Wiederholen der genialen Tour!

Das Topo schlägt vom Einstieg noch 2 mal Abseilen vor. Bei Altschnee jedoch unangenehm und um einiges langsamer als Fussweg über Einstiegsband!

Um 18 Uhr nach mehr oder minder flüssigem Abseilen (bye, bye Achter, gell Ossi ;-) wieder unten auf dem Parkplatz, wo Deutsche Kletterer Bier gegen Kletterinfos tauschen - prost!

Tourengänger: Alpin_Rise, ossi, Ossimobil

Galerie


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