"anregender" Gang über Ruchälplistock und Jakobiger zur Leutschachhütte


Publiziert von Felix Pro , 9. September 2013 um 14:33. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 4 September 2013
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 1335 m
Abstieg: 490 m
Strecke:Bergstation LSB Intschi-Arnisee - Arnisee - Grüenwald - Riedboden - Sunniggrätli Hütte - P. 2038 - Ruchälplistock - Jakobiger - Leidseepass - P. 2218 - Leutschachhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Zell, Autobahn Sursee - Amsteg nach Intschi
Unterkunftmöglichkeiten:Leutschachhütte SAC
Kartennummer:1191/2, 1212

Dies gleich voraus: wir konnten einen traumhaften, warmen, aussichtsreichen und sichtigen Tag und eine „rassige“ Besteigung geniessen - und erfreuten uns einmal mehr ob der so prächtigen Urner Bergwelt!

 

Ab der Bergstation Arnibahn - mit einem ersten Halt auf der Terrasse der „Alpenblick“s - wandern wir zum auch heute sich malerisch präsentierenden Arnisee. Durch den Grüenwald geht es danach steiler bergan; die grossen Heidelbeer-„Plantagen“ sind abgeerntet - auf Arni sind die frischen Beeren zu erhalten …

 

Aus dem Wald hinaustretend, erahnen wir bald einmal unter uns das Leitschach mit dem Leitschachbach und erblicken darüber unser morgiges Gipfelziel. Das Gelände ist nun offener, und wird zunehmend flacher - und teilweise sumpfiger; zu Recht heisst es hier Riedboden. An ersten kleinen, hübschen Tümpeln vorbei erreichen wir das Kleinod Sunniggrätli - mit dem namenlosen, doch äusserst schmucken Seelein, dem nahen  Sunnig Grat und der kleinen, heute (wegen Unfalls) geschlossenen Sunniggrätli Hütte.

 

Nach einer kurzen Rast auf der sonnigen Terrasse machen wir uns auf - ins Neuland, um endlich die rassige Bergkette zum Leidseepass zu begehen. Bereits der Anstieg im noch relativ sanft ansteigenden Vorgelände ist von beachtlichem Genuss; erfreuen uns nicht nur weitere kleine Seeleins und die zunehmend grössere und beeindruckendere Aussicht auf höhere Urner Berge, sondern fasziniert auch der steile, meist felsige Aufbau des Ruchälplistockes. Vor dem Einstieg zu dessen festen, steilen Felspartien, wo ich mich zur Sicherung mit KS-Utensilien ausrüste, überholt uns Marlis - wir werden später mit ihr wieder zusammentreffen und gemeinsame Gipfelerlebnisse teilen.

Die oft beschriebene Schlüsselstelle ist, wie viele andere Partien auch, bestens gesichert - doch in der Tat etwas luftig zu begehen; ich bin froh um meine zusätzlichen Hilfsmittel, um der Vertigo ein Schnippchen zu schlagen … Der Aufstieg bis zum Vorgipfel gestaltet sich insgesamt doch sehr „anregend“ und gefällig - das Prachtswetter tut das Seine dazu … Hingegen schaudert es mich doch erst ein wenig, als ich die steile, zum Gipfeldach führende, Felsplatte erblicke, welche es nun zu erklimmen gilt. Nun, beim Nähertreten und genauerem Hinschauen, sind doch nach den ersten beiden Metern, welche an der Kette auf Reibung anzugehen sind, feine Tritte und kleine Griffe auszumachen - so ist denn die Bezwingung dieser Stelle auch für mich relativ gut machbar (überraschend gut auch im Abstieg); der Blick hinunter bleibt jedoch beachtlich …

So stehen wir denn alsbald auf dem kleinen Gipfelplateau - und freuen uns zusammen mit der sehr berggewandten Marlis ob des Erfolges wie auch der umwerfenden Aussicht.

 

Von hier aus ist nur das erste Teilstück unseres nachfolgenden Weiterweges einsehbar; gut vom Ruchälplistock hinunter gelangt, folgen wir der schmalen, teils etwas abschüssigen Spur bis zum ersten Übergang (vom Schatten wieder an die Sonne) - nach diesem ist noch einmal ein kurzes Wegstück etwas luftig und leitet, drahtseilgesichert, dem Felsen entlang weiter in eher schrofiges Gelände.

In diesem führt eine sehr steile Gras-Felsflanke hinunter zur schattigen Querung des namenlosen Gipfels (P. 2453); diese bietet als anspruchsvollste, doch gut zu begehende ,Stelle eine steile, ebenfalls gesicherte, rinnenartige Aufstiegspartie. Der Weitergang zum im Sonnenlicht vor uns aufragenden Jakobigers ist von einfacher Natur - bald stehen auch wir oben, die leichtfüssige Marlis schon vor uns, und wir „zelebrieren“ miteinander die ausgiebige Mittagsrast.

 

Nach dieser eilt sie uns voraus - sie muss, im Gegensatz zu uns - heute wieder ins Tal; während wir gemütlich zum Leidseepass (eigentliche Kote: P. 2329) absteigen - lange den Blick auf den unter uns fantastisch schillernden Leidsee werfend.

 

Nach einem nochmaligen kurzen Anstieg unter den Felsaufbau des Chapferplanggenstockes, überschreiten wir hier den Grat und nehmen - unser Ziel in Sichtweite - den oft auch gesicherten, meist nur schmalen Weg zur Leutschachhütte unter die Füsse. Es sind einige wenige etwas abschüssige Passagen zu meistern, welche jedoch dank den verlegten Seilen gut zu absolvieren sind. Weiter und - einmal relativ steil - hinunter führt uns die Wegspur; ein besonderes Juwel stellt der kleine Teich mit kunstvoll angeordnetem Wollgras dar, welchen wir aus der Höhe erspähen.

An einem letzten kleinen See vorbei - und erreicht ist die Hütte; wo wir noch einmal auf Marlis treffen. Nach einem gemeinsamen Abschiedstrunk lassen wir die Bergwelt - insbesondere die später von der untergehenden Sonne intensiv angestrahlten Gipfel auf uns einwirken; die Ruhe, die friedliche Stimmung vervollkommnet den tollen Ber gtag - und mit dem jungen sympathischen Hüttenwart-Paar Nina und Gabriel kommen wir ins angeregte Gespräch. Nur zwei weitere Berggänger „bevölkern“ die Hütte - noch mehr Leben bringen allerdings die drei kleinen, jungen und aufgestellten Hauskatzen in die begeisternde Bergwelt.

 

Schön war’s, mit Marlis auf einigen Etappenorten zu verweilen! 


Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (2)


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roger_h Pro hat gesagt:
Gesendet am 9. September 2013 um 15:25
Ich kann eigentlich keine weiteren Ziele auf meiner Projektliste gebrauchen, aber bei diesen tollen Bildern kommt der Ruchälplistock definitiv auf diese Liste!
Gruss
Roger

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. September 2013 um 15:38
echt empfehlenswert!

lg, Felix


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