Eine Wanderwoche auf den Liparischen Inseln


Publiziert von Zaza , 11. Mai 2013 um 14:36.

Region: Welt » Italien » Sizilien
Tour Datum: 4 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 7 Tage
Aufstieg: 4000 m
Abstieg: 4000 m

Der Schweizer Frühling 2013 kann nur drei Arten von Lebewesen erfreuen: Schnecken, Enten und Mittwochstourengänger. Da wir zu keiner dieser Spezies gehören, entschliessen wir uns zu einem Ausflug ins  sonnige Süditalien. 

Die Planung ist relativ einfach, denn Kamerad bertrand hat uns mit Frau LoNardo bereits eine gute Unterkunft in Lipari angegeben. Das Mieten einer Ferienwohnung oder eines Studios ist tatsächlich sehr zu empfehlen, denn so kann man dem berüchtigten Italienischen Frühstück (Espresso und eine Zigarette oder, schlimmer noch, in diesem Stil) ausweichen und sich selber organisieren. 

Im Flughafen Kloten vergeht die Wartezeit in Kürze, denn chaeppi zeigt uns seinen Arbeitsplatz und bringt uns freundlicherweise auch gleich den Rother Wanderführer "Sizilien" mit, den wir von ihm schnorren können. Das nützliche Büchlein umfasst nämlich auch einige Wanderungen auf den Liparischen Inseln. Die Beschreibungen sind hilfreich, denn Markierungen und Wegweiser gibt es nur selten und abseits der Wege wäre die Fortbewegung wegen der dichten Vegetation mühsam bis unmöglich. Man beachte auch die Aktualisierungen zum Führer. 

Am Anreisetag ist es uns nicht mehr möglich, nach Lipari zu gelangen. Wir verbringen eine Nacht in Catania, was sehr zu empfehlen ist, denn die Altstadt ist sehr reizvoll, besonders am Abend. Als Unterkunft wählen wir dieses schöne B&B in einem herrlichen Altstadtbau, so dass alles bequem zu Fuss zu erreichen ist. 

Am Folgetag erreichen wir Lipari über Milazzo, beziehen das Quartier und schauen das hübsche Städtchen an. Am nächsten Tag besuchen wir am Vormittag den Monte Guardia (Route 44), die Wege sind hier zum Teil ziemlich stark verwildert. Über die Mittagsstunden ist Siesta angesagt, am späteren Nachmittag gehen wir auf der anderen Seite der Bucht zum Monte Rosa, der im Vergleich zu seinem Namensvetter in der Schweiz gut 4400 Meter tiefer liegt. 

Am Montag gehen wir auf die Insel Salina und überschreiten den Monte Fossa delle Felci (Route 48)  von Santa Marina nach Rinella. Der Aufstieg ist gut unterhalten aber reichlich steil. Da der Grund eher rutschig ist, dürfte diese Route im Abstieg wenig angenehm sein. Von Rinella aus machen wir dann mit dem Bus noch einen Ausflug nach Pollara, wo der schöne Film "Il Postino" teilweise gedreht wurde. 

Am Dienstag vormittag besuchen wir den beliebten Gran Cratere auf Vulcano, wo man den Schwefeldämpfen wirklich sehr nahe kommt (unangenehme Sache...). Am Nachmittag fahren wir die kurze Strecke zurück nach Lipari und nehmen den Bus nach Pianoconte, um dann über den Timpone Pataso und die einstige Kaolinmine nach Quattropani zu gelangen (Route 45). 

Am Mittwoch ist die einzige organisierte Tour angesagt, denn von Lipari aus bieten mehrere Ausflugsboote eine Fahrt nach Stromboli um die Mittagszeit an, so dass man (nach einem Stopp in Panarea) um ca. 16 Uhr herum (je nach Jahreszeit) mit dem geführten Aufstieg zum berühmten Vulkan beginnen kann. Der Andrang ist recht gross, heute sind ca. 15 Gruppen mit je 20 Personen gestaffelt unterwegs. Die Sache lohnt sich aber unbedingt - wir sind zwar als erste Gruppe etwas früh oben, so dass wir die Eruptionen nur in der Dämmerung sehen, aber dafür mit dem Sonnenuntergang im Hintergrund. Die Besteigung ohne Führer ist verboten - wer es trotzdem probiert, sollte sich besser nicht erwischen lassen. Fixpreis für den Ausflug ab Lipari: 80 Euro, für die Führung allein: 25 Euro. Die Führungen gibt es nur am Abend, so dass man je nachdem eine Übernachtung in Stromboli einplanen muss. 

Am letzten Tag machen wir einen Ausflug auf die wenig touristische Insel Filicudi und besuchen auf ziemlich krautigen Pfaden den höchsten Punkt der Insel, Fossa Felci (Route 49). Zurück im Hafen bleibt uns viel Zeit, um auf das nächste der wenigen Schiffe zu warten und im Hafencafé zu lesen. 

Hier noch ein paar Tipps: 
  • Der Mai dürfte die ideale Jahreszeit fürs Wandern auf den Liparischen Inseln sein, denn das Wetter ist stabil, aber noch nicht allzu heiss, die reiche Pflanzenwelt steht in Blüte und fast alle Restaurants und Unterkünfte sind geöffnet, aber preislich noch auf Nebensaison eingestellt. Fürs Baden ist das Meer allerdings noch etwas kalt. 
  • Als Ausgangspunkt ist Lipari günstig, weil es von hier die besten Fährverbindungen auf die anderen Inseln gibt. Sehr angenehm ist aber auch Santa Marina auf Salina. 
  • Für die Anreise aus der Schweiz ist der Zug möglich, dank der raschen Verbindungen zwischen Milano und Napoli ist der Zeitaufwand gar nicht so hoch. Eher praktischer ist der Anflug nach Catania (diverse Gesellschaften, auch ab Bern Belp), wo man 2 x täglich einen direkten Bus der Firma Giuntabus zum Fährhafen in Milazzo findet (alternativ per Zug von Catania nach Milazzo).
  • Man kann eine Reise auf die Liparischen Inseln gut mit Besuchen beim Ätna (Angebote ab Catania) und/oder dem Vesuv verbinden. Es gibt auch Fähren ab Napoli (in der Nebensaison eher selten)
  • Zur Vorbereitung eines Besuchs auf den Liparischen Inseln empfiehlt sich selbstverständlich dies hier!

Tourengänger: Zaza, stretta

Galerie


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Kommentare (2)


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Henrik hat gesagt: Aha, jetzt wissen wir also, warum
Gesendet am 11. Mai 2013 um 15:26
da eine kurze Sendepause eingelegt wurde - Danke für die Impressionen aus dem Süden Europas.

Hier noch ein Hinweis für Porzellan-Liebhaber.

CS

Henrik

Mel hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2013 um 22:39
sehr schöne reise habt ihr da gemacht. möchte ich nachahmen, irgendwann :-)


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