das Wetterglück zur "Trilogie" genutzt: über Turne zum Pfaffe und Abendberg


Publiziert von Felix Pro , 26. Februar 2013 um 22:31. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:23 Februar 2013
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Aufstieg: 1125 m
Abstieg: 1125 m
Strecke:Meniggrund, P Schwand - Bachmasweid - P. 1437 - Hinder Tärfete - Turne - Tagweid - P. 1956 - Pfaffe - P. 1821 - Rinderalp - Abendberg - P. 1651 - P. 1633 - Under Blaachli - Bachmasweid - Meniggrund, P Schwand
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Häusernmoos, Konolfingen, Autobahn Kiesen - Wimmis nach Meniggrund, P, Brücke Schwand
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PW via Oey nach Station Därstetten; retour wie Anfahrt
Kartennummer:1227 (1226)

Die heutige Tour auf den Turne beginnen wir beim Parkplatz Schwand, Meniggrund bei leicht düsteren, sehr kalten Verhältnissen; auch heute zeigt sich der Narebach eisüberzogen. Kritischen Fragen gegenüber sehe ich mich konfrontiert - ob’s denn heute wirklich an die Sonne reiche, ob wir bei diesen Verhältnissen wirklich die (etwas längere Tour) unternehmen wollen ;-)

Mein vorabendlicher optimistischer Motivationsschub hält doch noch knapp an - so steigen wir, bei echt suboptimalen Verhältnissen, auf über die Bachmasweid im bereits gut „beackerten“ Gelände gegen Unders Blaachli; bei P. 1437 queren wir die Strasse und steigen den etwas steileren Hang empor, die nun ausgeprägtere Spur benutzend. So erreichen wir die verschneite Fahrstrasse, welche von P. 1596 Richtung Alts Läger führt.

 

Immer noch bewegen wir uns unter der Wolkendecke - doch gegen den Turne hin zeigen sich erste, minimale Aufhellungen - zu meiner und meiner Begleiter Freude …

Nun denn, nach dem Verlassen der Fahrstrasse und mit Beginn des Aufstieges zu Hinder Tärfete lockert sich die Bewölkung endlich auf - und gibt ein fantastisches Bild über der Wolkenobergrenze frei: wie bereichernd ist es, nun die auftauchenden Puntelgable, die davor in der zauberhaften Winterlandschaft erscheinenden Alphütten (Ferienhäuser) zu erblicken - wir strahlen mit dem Wetter um die Wette …

Die bald erreichte schmucke Alp gehört heute uns allein; wir geniessen hier bei besten Bedingungen eine vergnügliche Znünipause.

 

Der weitere, der Schluss-Aufstieg zum Turne, begehen  wir auf verschiedenen Routen: während sich Ursula und Jumbo den üblichen Aufstiegsweg vornehmen, steige ich nordwärts weiter an bis zum kleinen Felsband beim Blattistand. Sehr reizvoll, im Gegensatz zur mir bekannten Aufstiegsroute, präsentiert sich mir diese Variante: erst gewinne ich einen teilweisen Einblick ins Chörbli, danach geht es mal unter, dann über dem erwähnten schmalen Felsband genussvoll dem flachen, weiten Gipfelplateau entgegen - ein lohnender Abstecher!

Überraschend erwarten uns alle auf dem Gipfel - kein Wind, sondern angenehme Temperaturen, welche uns sogar zu einer ausgiebigen Gipfelrast einladen.

 

Nach dieser trennen sich unsere Wege, wie ursprünglich vereinbart: die ausserordentlich guten Schneeverhältnisse lassen Ursula und Jumbo definitiv dazu bewegen, ins Simmental abzufahren - ich hingegen setze meine Schneeschuh-Wanderung fort in der NNE-Richtung, und folge mit weitem Abstand einer Gruppe von Schneeschuh-Läufern, welche sich, wie es sich erst später herausstellen wird, von poudrieres angeführt wird.

Einige Male schon hatte ich es mir gewünscht, die „Trilogie“ zu „vollbringen“; heute nun machte ich mich, noch ohne Gewissheit, ob ich sie vollbringe (die Wolkendecke schwappte recht hoch - auch über den Abendberg), auf - und wanderte an den teils bizarren Felsformationen und den Abbrüchen zu Chörbli und Chorb vorbei, in einer fantastischen Winterlandschaft Richtung Pfaffe.

Nach der etwas ausgesetzten Schlüsselstelle (die mächtige Schneeauflage hielt bei diesen Minus-Temperaturen gut) kam mir poudrieres mit seiner Gruppe bereits vom Nachbargipfel entgegen - und meinte zur Sicht von diesem: „es geht grad noch“ - später treffend formuliert mit „die Füsse sind bereits knapp in den Wolken“.

 

Während seine Gruppe abstieg und zu Spicherböde hinüber lief, genoss ich kurz den leicht „nebelschwangeren“ Blick vom Gipfel ins Simmental, und machte mich auch auf den Abstieg - noch nicht wissend, ob ich den Abendberg noch anhängen würde.

Da ich jedoch beim teilweise steilen, bereits auch arg gespurten Abstieg den Abendberg nun doch erblicken konnte, beschloss ich, abzusteigen bis zur Rinderalp - und danach den zusätzlichen Gegenaufstieg unter die Schneeschuhe zu nehmen. Kurz vor dem offenen, bewarteten Gasthaus (eine Gruppe Skifahrer und Schneeschuhgänger hat sich wohl eingemietet) liegt eine kleine Gruppe Alpställe unter mächtigen Schneelasten stil- und ruhevoll im Schnee - ein Kleinod im jetzt gerade etwas milchig-trüben Licht.

 

Am Gegenhang sehe ich drei Skitüüreler aufsteigen; ich steige die letzten Meter in die Talsohle ab und folge erst schwachen Spuren dem Gegenhang aufwärts; gegen Ende vereinigen sich einige der Spuren, das Gehen wird einfacher - der Hang ist mit bestem Pulver ausgestattet; ich denke mir, dass meine beiden Freunde auf den Nordhängen auf ihrer Abfahrt ebensolche prächtige Verhältnisse antreffen werden …

Bald erreiche ich den waldigen Schlusshang zum Abendberg; etwas gedämpfter ist die Sicht nun wieder - doch ich freue mich sehr, dass ich auch den dritten, für heute vorgenommen, Gipfel erreicht habe: ich habe zwar schon bedeutend mehr auf dem Abendberg an Rundsicht geniessen können - doch heute stimmt mich das Gelingen der Trilogie zusätzlich freudig.

 

Ein leichtes, „flaumiges“ Hinabschreiten folgt nun, bevor ich kurz vor der Rinderalp gegen Westen abdrehe und in etwa dem Verlauf der (Sommer)-Fahrstrasse nach P. 1633 folge - erfreulicherweise verziehen sich einige der Nebel-Bänke und geben den Blick frei erst auf Obers Blaachli, später auch auf Teile der Niesen-Kette. Den Hang zwischen Spicherböde und Obers Blaachli traversierend, muss ich sehr einfach die dortige kleine Wechte passieren; danach gelange ich weg- und problemlos, meinen Geländekenntnissen vertrauend, zur Hütte oberhalb Unders Blaachli (auf 1520 Metern) - einem passionierter Jäger wird diese schmucke Hütte beim markanten Baum gehören (wie Kugeln und Geweihe vieler Tiere vermuten lassen). Hier verweile ich - und lasse  die Tourenerlebnisse Revue passieren und geniesse den späten Nachmittag; bevor ich mich aufmache, hinunterzusteigen zum Parkplatz Schwand, Meniggrund.

 

Eine tolle Fortsetzung der gemeinsamen Aufstiegstour war’s für mich - während Jumbo und Ursula, nach ihrer Abfahrt zur Grathütte (P. 1824), dem Fortkommen zum Ramsli, dem Wiederaufstieg zum Puntel, fantastische Schnee-Verhältnisse auf der Abfahrt über Satz, Lengmattli, Zur Obere und Zwüschebäche antrafen - so fanden wir uns alle äusserst zufrieden bei der Station Därstetten wieder.

 

Unterwegs mit Jumbo 


Tourengänger: Ursula, Felix


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